So war das nicht geplant.

Zum Abdrehen der PU-Lager brauchte ich ja jemanden mit einer Drehbank. Natürlich hatte ich schon längst meine Fühler ausgestreckt und auch schon eine sehr brauchbare Lösung in der Hinterhand. Hier hätte ich diese Woche vorfahren können und dann wäre die Sache erledigt gewesen. Daraus wird jetzt aber nichts.

Die PU-Lager sind nämlich schon fertig!

PU-Federbeinlager

Sie haben jetzt gut 6mm an Höhe verloren und passen jetzt perfekt in die Lagertöpfe.

Geplant war das allerdings nicht. Mehr war es ein sehr glücklicher Umstand, gepaart mit meinem Optimismus, zufällig mal an einer Drehbank vorbeizukommen. Ich hatte ja geschrieben, daß ich die Lager vorsichtshalber immer am Mann haben werde. So hatte ich sie auch am Wochenende auf der Tour nach Bad Harzburg dabei.

Den ganzen Tag haben wir gefeiert. Ein kleines Oktoberfest, bei dem auch das eine oder andere Bierchen floß. Aber erst nach dem letzten Bier, die Sonne hatte sich schon vor Stunden verabschiedet, stellte sich heraus, daß sich direkt gegenüber vom Tresen eine Drehbank befand. Gut versteckt unter einem Holzverschlag. Für mich also nicht zu erahnen.

Und irgendwie kamen wir dann auf meine PU-Lager und deren notwendige Bearbeitung zu sprechen. „Kein Problem, das mache ich Dir morgen eben fertig“, sagte Wilfried. Bei Wilfried haben wir gefeiert, Wilfried gehört die Drehbank und Wilfried ist Dirks Schwiegervater. Ich war leicht irritiert, um nicht zu sagen sprachlos. Ich konnte gar nicht fassen, was hier jetzt gerade passierte.

Aber genauso ist es dann passiert. Am nächsten Morgen, bevor wir uns auf den Weg zum Oldtimertreffen nach Bad Harzburg gemacht haben, haben wir die kompletten Lager eben noch bei Wilfried reingereicht. Die Drehbank war zu diesem Zeitpunkt schon freigeräumt. Am liebsten hätte Wilfried gleich losgelegt, aber erstens wollte ja gerne dabei sein und zweitens konnte ich ihm ja keine Maße geben, auf die die Lager abgedreht werden mußten. „Dann fahrt ihr man nach Bad Harzburg und ich bereite schon mal alles vor“, waren Wilfrieds Worte. Einfach genial.

Als wir dann nachmittags wieder bei ihm aufschlugen lag bereits alles parat.

Drehbank

Die PU-Ringe waren vermessen, die Winkel der Schrägen ermittelt und selbst die Spannbacken hatte Wilfried so bearbeitet, daß die kleine Fase an der Außenkante beim Einspannen nicht störte. Da merkt man doch gleich die jahrzehntelange Erfahrung auf diesem Gebiet.

Dann ging es auch schon los.

pu-lager-abdrehen

In kleinen Schritten näherten wir uns der optimalen Paßform. Drehen, anpassen, messen…..

Jedem Abtrag auf der Stirnseite folgte die anschließende Anpassung der Schräge.

drehbank-pu-lager

Dann wieder anpassen und messen.

Als die engültige Form erreicht war, ich noch meine Kamera in der Hand hatte und Dirk noch mal die abschließende Probe machte, hatte Wilfried schon längst das zweite Lager am Wickel.

pu-drehbank

Was jetzt wo runter mußte, war jetzt klar. Keine fünf Minuten später war dann auch das zweite PU-Lager fertig. So schnell konnte ich jetzt gar nicht folgen. Fertig!

Diese Materialmenge habe ich zuviel bezahlt.

pu-span

Aber darüber rege ich mich jetzt bestimmt nicht auf. Die Lager waren fertig!

Ich konnte mein Glück gar nicht fassen. Mit einem freudigen Grinsen im Gesicht konnte ich jetzt die Heimreise antreten. Ein Grinsen, das auch in Hamburg immer noch anhielt. Danke Wilfried!!!

Damit sieht die Lagereinheit jetzt so aus.

PU-Domlager-passat

Die Proportionen bilden nicht ganz das Original ab, aber schematisch kommt es dem schon sehr nahe.

Durch den kleinen Einstich auf der Unterseite, an dem ich mich bei einem Lager schon mal bei mir an der Bohrmaschine versucht hatte und die gleichzeitige Abnahme an der Oberseite, brauchten wir den Durchmesser für den oberen Anschlagteller überhaupt nicht mehr zu vergrößern.

anschlagteller

Der kleine Teller klemmt jetzt nicht mehr und kann sich frei drehen.

In montiertem Zustand, ohne Belastung durchs Fahrzeuggewicht, habe ich jetzt ein Spalt von ca. 1 mm zwischen Teller und dem weißen Anschlagring.

lagertopf-passat-b1

Etwas mehr wird es wohl noch werden, wenn das Auto wieder auf den Rädern steht. Allerdings wohl kaum mehr als 3-4 mm. Viel nachgeben wird da nicht mehr… Und das auf meine alten Tage.

1 Kommentar

  1. Stan

    ohne weiche Backen wäre das Ergebniss sicher nicht so geworden, wie du dir das erhoft hättest. schönes Sammelsurium an Sandvik Haltern hat der Wilfried da. 😉

    Antworten

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