Winterschlaf beendet

Seit dem 3.Oktober stand der Rallye-Passat jetzt unangetastet in der Werkstatt. Zeit mal den Winterschlaf zu beenden. Schließlich geht es am nächsten Samstag zur ersten Oldtimer-Rallye in diesem Jahr.

Rallye-Passat-b1

Bevor es wieder auf die Piste geht, kann ein kurzer Check ja nicht schaden. Im Prinzip ist da ja nicht viel zu machen. Öl und Wasser waren gut. Die Batterie hing am Ladegrät.

Also den Schlüßel mal rumgedreht und georgelt bis wieder etwas Sprit im Vergaser war. Ging erstaunlich schnell und da brummte die Maschine mit ihrem unnachahmlichen Klang. Immer wieder ein Genuß. Dieser leicht unrunde Leerlauf, gepaart mit dem gut durchgängigen Auspuff.

Da ging ja alles erfreulich reibungslos. Noch ein kurzer Check der ganzen batteriebetriebenen Uhren.

Batteriecheck

Auch hier war offentsichtlich alles am Laufen. Nur das VDO minicockpit hatte mal wieder sein Gedächtnis verloren.

vdo-minicockpit

Das läuft komplett über die Fahrzeugbatterie und saugt diese dann auch regelmäßig leer. So war es dann auch Ende letzten Jahres, bevor ich das Ladegerät angeschlossen hatte. Ein erneute Einprogrammierung der Basisdaten war mal wieder erforderlich. Die habe ich mittlerweile schon auf einem kleinen Zettel unter Sonnenblende. Ist ja nicht das erste Mal.

Alles Kleinkram. Erst jetzt sollte es etwas tiefer in die Technik gehen. Die hinteren Bremsen machten mir in der vergangenen Saison etwas Kummer. Gut zu erkennen, an einem Handbremshebel, der sich gut 45° nach oben ziehen läßt.

handbremshebel-passat-b1

Das alleine wäre ja noch nicht ganz so schlimm. Allerdings war das auch gepaart mit einem spürbar länger werdenden Pedalweg am Bremspedal. Dem wollte ich jetzt doch mal auf dem Grund gehen.

Die Symptome sprechen irgendwie dafür, daß die automatische Nachstellung der hinteren Bremse nicht richtig funktioniert.

Also Platztausch mit dem GLS, für den der Winterschlaf somit auch beendet war und ab in die Lüfte. Bevor ich mich jetzt hinten an die Bremse gemacht habe noch mal ein Blick unters Auto.

Nichts gefunden, was jetzt noch weiter Arbeit nach sich ziehen würde. Nur ein paar Kampfspuren an Frontspoiler und Ölwanne.

kampfspuren

Damit muss und kann ich leben. Wenn´s weiter nichts ist.

Räder hinten runter und einen ersten Blick auf den Nachstellkeil geworfen.

Trommelbemse-vw-passat

Die Feder ist auf jeden Fall noch da. Viel mehr konnte ich hier aber auch nicht sehen. Ich hatte schon damit gerechnet, daß die Trommeln runter müssen.

Da erwarete mich auf den ersten Blick nichts ungewöhnliches. Im Gegenteil, alles schön sauber und es machte auch alles einen funktionsfähigen Eindruck.

passat-32-bremse

Was allerdings schon auf ein Problem mit der Nachstellung hinwies: Ich konnte die Trommeln runternehmen ohne den Keil vorher hochgedrückt zu haben.

Die Fehlersuche begann. Und zuerst wollte sich mir die ganze Sache nicht so ganz erschließen. Den Keil hochgeschlagen, Bremse betätigt und er rutsche einwandfrei wieder runter. Aber immer nur bis zu einem ganz bestimmten Punkt. Dabei müsste er noch viel weiter runter. Mit etwas gejackel und geklopfe, fluschte er dann auf einmal etwas weiter runter.

Nachstellkeil-VW

Als Schuldigen habe ich dann den Keil selber ausgemacht. Der verhakte sich irgendwie am Kolben vom Radbremszylinder. Fragt mich nicht wieso. Mir ist zumindest kein Unterschied zwischen einen Zylinder für selbstnachstellende und manuell nachstellbare Bremse bekannt. Irgendwie für mich nicht erklärlich.

Auf jeden Fall habe ich den Keil leicht überarbeitet. Einmal kurz an den Schleifstein und den oberen Bereich im Übergang von der geraden Fläche zur Rundung etwas angeschliffen.

keil-bearbeitet

Wirklich nur ganz wenig. Da ist wohl kaum ein halber Millimeter bei draufgegangen.

Und es funktionierte!

bremse-hinten

Ein Tritt aufs Pedal und der Keil war komplett unten. Sehr schön!

Die Trommel habe ich dann gleich wieder raufgebaut und auf der anderen Seite heruntergenommen. Auch hier ging es ohne den Keil vorher hochzudrücken.

radbremszylinder-passat

Der Nachstellkeil hing in genau der gleichen Position wie auf der Fahrerseite. Anscheinend ein Serienfehler.

Die Keile kriegt man zum Glück raus ohne die Bremse zerlegen zu müssen. Feder unten aushaken und mit einem Schraubderher die Backe etwas abspreizen.

keil-raus

Dann den Keil einfach nach oben herausziehen.

Mit dem gings dann auch an den Schleifbock.

schleifbock

Auch hier einmal den Übergang leicht nachgeschliffen.

Keil wieder rein, Feder wieder eingehängt und ein Tritt aufs Bremspedal.

nachstellung-bremse

Funktioniert auch!

Die Trommel auch wieder rauf, Räder wieder rauf und ab auf den Boden.

Das Ergebnis spricht Bände.

handbremshebel-passat

Weiter gehts jetzt nicht mehr nach oben. Viel schöner ist es jetzt aber am Pedal wieder einen schnelleren Druckpunkt zu haben. Das war dann doch etwas störend.

Durch die fehlende Nachstellung mussten die Kolben der Radbremszylinder vorher immer erst den Leerweg, bis zum Anliegen der Beläge, überbrücken. Jetzt gibt es diesen Leerweg nicht mehr. Ein exakter Druckpunkt ist das Resultat.

So ein Fehler ist mir aber auch noch nie untergekommen. Schon etwas merkwürdig. Um dahinter zu kommen habe ich anfangs mal meine Kamera mitlaufen lassen. Ich kann ja nicht gleichzeitig auf die Bremse treten und hinten gucken was passiert. Da das Problem dort recht gut nachzuvollziehen war, habe ich die Kamera zum Schluß noch mal angeworfen. Jetzt sieht man schön wie es vorher nicht funktionierte und zum Schluß in voller Funktion ist. So geht das also mit der automatischen Nachstellung.

Da fällt mir zum Abschluß nur noch eins ein:

ok

Ein letzte Probefahrt werde ich im Laufe der Woche noch mal machen. Ich bin da aber guter Dinge.

8 Kommentare

  1. Kuddl

    Wurde aber auch höchste Zeit das die Kisten mal wieder bewegt werden. Und jetzt nicht den 74er vergessen, der will auch mal wieder fahren…

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    1. OST (Beitrag Autor)

      Stimmt, der 74er ist ja auch noch da…

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  2. Johnson

    So habe ich vor knapp 20 Jahren gelernt, wie man hinten Radbremszylinder wechselt. Ich hatte beide Trommeln offen und wollte mal sehen, was da Beim Bremsen so passiert. Also Mutter ins Auto gesetzt, tritt mal drauf und plopp. Das macht man genau ein Mal. 😉

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  3. Al

    Jo, den Fehler kenn ich früher aus dem Service noch gut. Dieses Nachstellsystem hatte VW ja sehr lange an allen Modellen. Die Selbstnachstellung hat of nur unzureichend funktioniert und wir haben dann durch ein Radbolzenloch in der Trommel den Keil selbst mit einem rund/spitz angeschliffenen Schraubendreher runtergezogen, bis die Trommel gerade leicht anfing zu schleifen. Dann 2-3 mal fest bremsen und das hat gepasst.
    Übrigens Glück gehabt, dass die Bremszylinder sich bei der Aktion nicht zerlegt haben, aber sicher hast Du daran gedacht gehabt und nicht ganz durchgetreten – der Olaf is ja ein alter Hase…

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  4. Stan

    das sollte dir doch mal ein anständiges Ladegerät wert sein, die paar kw/h im Jahr sind billiger als der Verschleiss.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Tiefentladung#Auswirkungen

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    1. OST (Beitrag Autor)

      Davon hab´ ich sogar drei Stück. Man muss nur mal dran denken sie auch anzuschließen…

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  5. Julian

    Mir ist aufgefallen das der Keil sich in dieses Trägerblechl was drunter sitzt einhacken musste, da hatte ich mal beim GLS Probleme als ich die Bremsen gemacht hab.
    Hab nen Überholungssatz für die Trommelbremse vom Stahlgruber gekauft, da warens Teile von Bosch die sehr dürftig gepasst haben..Ergebnis war das die Nachstellung garnicht funktioniert hat..
    Hab dann wieder das alte originale VW-Blech was drin war montiert.. et voila ging wieder.
    Lag einfach daran wie fein die Aussparung wo der Keil durchgeführt wird gefertigt wurde.

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  6. OST (Beitrag Autor)

    Keil und Trägerblech sind original VW. Die stammen aus einer 32B-Bremse.

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