36. Internationale ADAC-Veteranenfahrt in Bad Segeberg – Rückblick

Der diesjährige Rückblick aus Bad Segeberg fällt wenig spektakulär aus. Aber immerhin haben wir die Fahrt beendet. Danach sah es zwischenzeitlich mal überhaupt nicht mehr aus. Technische Probleme kündigten sich.

Schon auf dem Weg nach Bad Segeberg machten sich leichte Geräusche von linken Vorderrad bemerkbar. Hörte sich an wie das Radlager. Durchaus möglich, dass es beim Einschlag am Heidbergring doch noch einen mitbekommen hat.

Veterananfahrt-Bad-Segeberg

Zu sehen war natürlich nichts. Augen zu und durch. Das Geräusch war ja nur im Schiebebetrieb vorhanden. Die 130 Kilometer wird das auch noch halten.

Ich habe es mal wieder geschafft uns ganz ans Ende des Starterfeldes zu bugsieren. Nummer 123 von 125 Startern. Das erlaubt schon mal eine halbwegs zivile Weckereinstellung für einen Sonntag. Da die Anmeldung jedoch um 10.00 Uhr dicht macht, war das auch unsere geplante Ankunftzeit. Immer noch über anderthalb Stunden Zeit bis zum Start. Der war um 11:33 Uhr. Da waren die ersten schon fast beim Mittag. Für Peter und mich gab es Frühstück und eine Durchsicht der Fahrtunterlagen.

Wie erwartet kommt in Bad Segeberg nichts wildes auf einen zu. Keine stumme Kontrollen, lediglich zwei Wertungsprüfungen mit zusammen vier Zeitnahmen, auf Übersichtskarten eingezeichnete Fahrtstrecke. Nichts, was man nicht auch erwartete hatte. Eine lockere Sonntagsausfahrt eben.

Als wir dann an den Start gingen war der zuvor gut gefüllt Platz wie leer gefegt.

abfahrt

Einige Leute, die wir gerade noch so am Start gesehen hatten, blieben uns für den Rest des Tages unerreichbar. Bei über zwei Stunden Differenz zwischen ersten und letztem Starter hat man sich nicht mal während der einstündigen Mittagspause wiedergesehen.

Dafür ging es schon bald nach dem Start zur ersten Wertungsprüfung.

Wertungsprüfung

Mit Etappenzeiten von 3:48, 9:13 und 7:17 war reichlich Zeit den richtigen Weg zu finden. Die war aber auch nötig, da wir es mal wieder geschafft haben uns ausgerechnet auf einer Wertungsprüfung zu verfahren. Abzweigung verpasst. Zeit zum Umdrehen war aber genügend vorhanden. Noch mal gut gegangen. Das hätte jetzt gerade noch gefehlt.

Allerdings machte sich das linke Vorderrad jetzt doch schon etwas deutlicher bemerkbar. Ich war skeptisch ob wir damit noch sehr weit kommen würden. Mittlerweile war es fast durchgängig zu hören. Peter fragte mich schon ob wir nicht lieber abbrechen wollen.

Nix da! Es wird gefahren solange es geht. Den Abschlepper hatte ich dieses Jahr ja schon. Davor habe ich bestimmt keine Angst mehr.

Allerdings änderte das Geräusch etwas später doch deutlich seine Klangfarbe. Mittlerweile war es ein heftiges Klackern, verbunden mit merklichen ruckartigen Verspannungen im Antriebstrang. Da wird doch nicht etwa die Antriebswelle den Geist aufgegeben haben? Es schien aber fast so. Aber noch fuhr der Passat ja.

Auf einem folgenden Stück freier Strecke wurde es mir dann doch etwas zu viel. Das ganze Auto vibrierte und die Schläge brachten das Lenkrad zum zittern. So bringt das nichts mehr! An einer geeigneten Stelle bin ich dann mal auf die Seite gefahren und wollte mal checken, ob ich den Fehler eingrenzen kann.

Das Problem war schnell lokalisiert: Vorne links! Eindeutig!

panne-passat

Allerdings war es nicht das Radlager und auch nicht die Antriebswelle. Es waren einfach nur die Radschrauben die gerade dabei waren sich gemeinsam zu verabschieden. Werkzeug um sie wieder festzuziehen hatte ich nicht wirklich. Eine Wasserpumpenzange fand ich im Kofferraum. Für die halb versenkten Schrauben nicht zu gebrauchen.

Zum Glück waren da ja noch ein paar Teilnehmer nach uns gestartet. Ich habe dann die Nummer 125 angehalten, einen SL. Der hat mit Sicherheit vernüftiges Bordwerkzeug. Pustekuchen!

Kein Radkreuz, kein Radmutternschlüssel. Aber immerhin hat es zu einem 17er Maulschlüssel gelangt.

rad-ab

Mehr schlecht als Recht, habe ich die Radschrauben damit wieder festgezogen.

Den Schlüssel durfte ich bis zur Mittagspause behalten. Vielen Dank nochmal an dieser Stelle. Dass ich den Schlüssel im Auto behielt, war aber auch nötig. Denn nach wenigen Kilometern fing es wieder an zu klappern. Abermals nachgezogen und weiter gings.
Richtig anziehen konnte ich sie dann an der nächsten Stempelkontrolle. Hier konnte mir mit einem Radkreuz geholfen werden. Super jetzt konnte es richtig weitergehen.

Auf zur zweiten und letzten Wertungsprüfung. Knapp 1,5 Kilometer und nur eine Lichtschranke am Ziel. Dafür hatten wir 3 Minuten 31 Sekunden Zeit. Eigentlich easy…

Wenn denn nach 1,5 Kilometern eine Lichtschranke kommen würde und man nicht irgendwann merkt, dass man schon längst hätte rechts abbiegen müssen.

irrfahrt

Die Zeit war natürlich jetzt nicht mehr zu schaffen.

Damit haben wir wohl wieder den Bock der Veranstaltung abgeschossen.

Meine Laune war danach dementsprechend im Keller. Bei einer Veranstaltung, bei der eigentlich alles nur über die Zeiten gewertet wird, denn Bordkartenfehler sind hier fast nur mutwillig zu bekommen, war es das wohl.

Für etwas Aufhellung sorgte die anschließende Mittagspause in Leezen.

Mittagspause-Leezen

Aber auch die Pause und das erneut leckere Mittagessen schaffte es nicht, in mir wieder eine positive Grundstimmung zu erzeugen. Zu tief saß die Enttäuschung über eine verschenkte gute Platzierung.

So war das dann auch so ziemlich das letzte Foto was ich geschossen habe. Nach der Mittagspause folgten allerdings auch keine großartigen Höhepunkte mehr. Über einen großen Schlenker ging es zurück nach Bad Segeberg.

Einzig das Gesicht der Leute am Ziel wäre eigentlich noch ein Foto Wert gewesen. Nach Abgabe unserer Bordkarte wollten sie mich zu den übrigen Teilnehmern auf den Marktplatz durchlotsen. Ich habe dankend verzichtet, den Rückwärtsgang eingelegt und bin auf den Weg wieder verschwunden, auf dem wir eine Minute zuvor angekommen waren.

Auf die Siegerehrung konnten wir getrost verzichten. Ich weiß bis heute nicht welchen Platz wir erreicht haben. Wenn es einer unter den ersten 30 gewesen sein sollte, wäre das schon fast Ehre.

Sorry, für dieses abrupte Ende. Meine Stimmung war dahin.

 

Ein bisschen von dem was der Tag so an positiven Eindrücken hinterlassen hat, gibt es noch in der Galerie.

 

3 Kommentare

  1. Adrian

    Hmm, kann deine Enttäuschung verstehen.
    Dann muss man sich sowas schön lügen:
    Wenigstens war das Geräusch harmlos und hat dir nicht unnötig mehr Arbeit beschert…
    Schöner Reliant Scimitar GTC auf dem ersten Bild.

    Antworten
  2. pizza

    Radschrauben lose und dann Nichmal nen Radkreuz dabei?
    Da muss ich Dir ld für die Vorbereitung ne 6 geben.
    Abhaken, du weißt doch. Nach der Rally ist vor der Rally ?

    Antworten
  3. Markus

    Das Werkstattpersonal darf sich aber mal warm anziehen.Ein loses Rad? Was steht immer auf d.Werkstattrechnungen? Nach 50KM Radsxhrauben nachziehen!
    Kopf Hoch Olaf!

    Antworten

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