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Kleinkram, Blödsinn und Schützenhilfe

unterdruckabzweig

Eigentlich wollte ich gestern nur ein paar Sachen aus der Werkstatt holen und gleich wieder verschwinden. Wenn man dann aber schon mal da ist, kann man die Zeit auch mehr oder weniger sinnvoll nutzen.

Ich habe nun endlich wieder ein Spätverstellung für die Zündung im GLS. Irgendwie habe ich es nie geschafft, mal wieder den Unterdruckabzeig in die Leitung vom Ansaugkrümmer zum Bremskraftverstärker zu schrauben. Neulich fiel mit zufällig so ein Teil in die Hände, gesucht hatte ich danach ja schon länger.

unterdruckabzweig

Und daß das Ding seinen Sinn hat, habe ich dann auch ziemlich schnell bemerkt. Der Motor lief in der Kaltlaufphase wesentlich geschmeidiger. Ohne die Spätverstellung war der Motor sehr stark am Schüttlen und neigte auch zum Abstebern. Das war jetzt vollkommen verschwunden. Hatte ich eigentlich schon erwähnt, daß ich sofort Öldruck hatte?

Das war der Kleinkram, jetzt zum Blödsinn.

öldeckel abschließbar

Ich finde die Idee gar nicht so schlecht. Öl ist doch viel teurer als Benzin…. 😉

Nun aber noch zum eigentlichen Grund, warum ich gestern noch mal eben in der Werkstatt war.
Für ein überaus interessantes Passat-Projekt wurde ich noch mal um Unterstützung gebeten.

blinkerglas variant

Eine Blinkerlichtscheibe für die Rückleuchte eines Variant und ein Werkzeug zum Einziehen des Keders in eine Scheibendichtung machen sich per Paketdienst auf den Weg. Vielleicht erlaubt der Erbauer des Projektes ja später noch mal einen kurzen Einblick in die wirklich seltene, wenn nicht einzigartige, Geschichte. Vorerst soll ich jedoch noch nichts veröffentlichen….

Stoff mit Kaschierung und Steppschaum verklebt

bezüge gewaschen

Als Gegensatz zum letzten Foto aus dem letzten Beitrag, gibt es zu Beginn erst mal ein aktuelles Foto. So sahen die Bezüge aus, nach dem sie ein paar Runden in der Waschmaschine gedreht haben.

bezüge gewaschen

Das ist nicht die Vorderseite, sondern die Rückseite, wo zuvor noch Staub und Schaumstoffreste das Bild beherrschten. Übrig geblieben sind nur wenige kleine Reste, die ich dann vor dem Aufkleben auf den Kaschierschaum noch per Hand entfernt habe.

Sitzbezug aufkleben

Der auf die Kaschierung aufgeklebte Bezug präsentiert sich dann so. Auch die Vorderseite des Stoffes macht nach der Wäsche wieder einen richtig guten Eindruck.

Um die Position des zusätzlichen Steppschaums genau zu kennzeichen, habe ich anschließend Stecknadeln von der Vorderseite durch den Stoff gesteckt. Die entsprechenden Punkte sind dann auf der Rückseite, mit einen Filzstift, auf die Kaschierung übertragen worden.

Stecknadeln

Den Maßen entsprechend, habe ich den Steppschaum danach zugeschnitten und mit Sprühkleber fixiert.

Steppschaum sitzpolster

Damit haben die anfallenden Arbeiten jetzt einen Fertigstellungsgrad von 53,28% erreicht.

Häutung der Bezüge

sitzfläche alt

Weiter im Text. Als nächstes stand das Häuten der zweiten Hälfte der Bezüge auf dem Plan. Dafür mußten zunächst die Nähte der Bezüge rundherum aufgetrennt werden. Das herausgetrennte Sitzflächenteil sah zunächst noch recht ansehnlich aus.

sitzfläche alt

Wie es ausieht, wenn ich den Unterstoff entferne, konnte ich mir ja schon am Samstag angucken. Ich war also vorgewarnt. Langsam arbeitete ich mich von den Seiten zur Mitte vor.

sitzfläche halboffen

Ich Nacherein möchte ich eigentlich gar nicht wissen, auf was ich da so alles gessenen habe. Ich bin ja wirklich nicht zimperlich, aber ein wenig eklig ist das schon.

sitzfläche offen

Nach einer ersten groben Reinigung, sah das schon freundlicher aus. Wirklich gewehrt haben sich die Reste des Schaumstoffs dabei nicht. Der größte Teile zerfiel einfach zu Staub.

sitzfläche gereinigt

Selbiges Schicksal ereilte dann auch den Stoff der Rückenlehne. Auch hier war der Unterbau wirklich am Ende.

lehne offen

Dann gings für die beiden Stoffstücken erstmal in die Waschmaschine. Die haben das wirklich verdient. Der Zustand des Stoffes ist nähmlich erstaunlicherweise noch sehr gut.

Gestell der Fahrersitzlehne bespannt

lehne links bespannt

Nach dem Beifahrersitz, bekam gestern auch der Fahrersitz noch eine zusätzliche Bespannung mit dem Fassonleinen. Nachdem ich das vorgestern an der anderen Lehne schon einmal durchgezogen habe, ging es hier natürlich erheblich schneller. Leinen grob ausgeschnitten, aufgelegt und rundum mit dem Nylonfaden verzurrt.

lehne links bespannt

Zum Schluß noch eben das gummierte Faserpolster wieder aufgelegt und befestigt. Die beiden Polster zeigten sich in erstaunlich guten Zustand. Hier waren keinerlei Auffrischungsarbeiten notwendig. Beim abschließenden Einhaken auf die 4 unteren Blechlaschen, mußte ich schon deutlich Kraft, als bei der Demontage aufwenden. Schon jetzt macht sich die erhöhte Spannkraft deutlich bemerkbar.

lehne links polster

Nach meinen sehr detailierten Berechnungen müßten jetzt 31,65 % der Arbeiten an den Vordersitzen erledigt sein.

Federkern der Rückenlehne verstärkt

lehnenunterlage

Auch beim Gestell der Rückenlehne haben die Erbauer von VW sicher nicht damit gerechnet, daß diese auch noch nach 35 Jahren noch nicht in den Ruhestand soll.
Um die nächsten 35 Jahre in Angriff zu nehmen, bedarf es auch hier einer leichten Auffrischung. In Laufe der Zeit hat sich das Federgestell doch schon deutlich auf dem gummierten Faserkern der Lehne abgezeichnet.

lehnenunterlage

Um hier weiterem Schaden vorzubeugen, gab es gestern eine kleine Unterlage aus Fassonleinen. Ein Kartoffelsack hätte es wohl auch getan. 🙂

lehne nesselstoff

Anfängliche Versuche den Stoff mittels Kabelbinder auf dem Gestell zu befestigen habe ich ganz schnell wieder verworfen. Das sah völlig daneben aus und die Befestigung war auch zu punktuell. Also kam wieder die Nylonschnur zum Einsatz, die ich schon zur Demontage der Kopfstützenhülsen verwendet hatte. Dazu bedurfte es zunächst aber mal wieder eines kleines Tricks. Eine Nadel , wo ich die Schnur hätte einfädeln können, habe ich erst gar nicht gesucht. Das wäre hoffnungslos gewesen. Mein Blick wanderte mal wieder durch die Garage, um ein passendes Werkzeug zu finden. Schon nach kurzer Zeit habe ich die Ersatzspule des Fadenmähers endeckt. Das war die Lösung. Na, klingelt es bei Euch ? Nein? Dann hier mal die Lösung im Bild.

nesselstoff faden

Ich habe einfach die beiden Enden mit dem Feuerzeug erwärmt und miteinander verschmolzen. Einfach, aber genial.

So konnte ich den Faden problemlos durch den Stoff stecken und ihn runherum in relativ engen Abständen verzurren.

lehne nesselstoffvernäht

Hier noch mal die Rückseite, mit bereits wieder montierter Auflage. Durch den gespannten Fassonleinen erhält die Lehne gleich wieder ewtas mehr Spannkraft und die Druckbelastung, wird gleichmäßiger auf der gesamten Fläche verteilt.

nesselstoff rückseite

Auf dem Bild ist es schlecht zu erkennen. Der Leinen hat so eine starke Spannung, daß die Federn jetzt in der Mitte gar nicht mehr an dem Stoff anliegen.

Die Aufarbeitung der Polster hat begonnen

sitzlehnenbezug

Gestern Nachmittag haben meine Schwester Meike und ich mit dem Auffrischen der Sitzbezüge begonnen. Das das nicht in 2 Stunden zu machen war, war mir eigentlich von vornherein klar, zumal ich die Bezüge bisher lediglich von den Sitzen abgenommen habe. Zerlegt habe ich die einzelnen Bezüge noch nicht, da Meike sich das erstmal im Ganzen angucken wollte.
Angefangen haben wir dann zunächst mit dem heraustrennen des Stoffes aus einem Sitz- und einem Lehnenbezug. Was uns da erwartete, war das blanke Chaos.

sitzlehnenbezug

Das ist, oder besser war, das Innenleben vom Lehnenbezug der Fahrerseite. Nur noch Fragmente von Schaumstoff und eine Menge Staub. So wollten wir den Stoff natürlich nicht wieder verwenden. Also gingen die Teile erstmal für eine halbe Stunde in die Waschmaschine. Das Ergebnis konnte sich dann sehen lassen. Es waren nahezu alle Schaumstoffreste in der Maschine geblieben. Heraus kam ein sauberer und glatter Stoffbezug.

Die beiden Stücke haben wir dann mit Sprühkleber auf den Kaschierschaum geklebt und ausgeschnitten.

Kaschierschaum

Die beiden Mittelflächen bekamen dann noch eine zusätzliche Lage aus Steppschaum verpaßt. Auch die wurden zur Fixierung zunächst einmal verklebt.

Steppschaum

Fehlte nur noch der Unterbau aus Nesselstoff. Hier hat Meike zunächst die beiden Aufnahmen für die Polsterdrähte angenäht und dann den äußeren Rand komplett mit Stecknadeln fixiert.

fassonleinen

Im Anschluß konnte der erste Probelauf unter der Nähmaschine erfolgen. Dieser verlief zum Glück erfolgreich. Meike hatte zunächst Bedenken, ob die Maschine die ganzen Lagen auf einmal packen würde.

Nähmaschine

Das ging aber relativ problemlos. Sie hat zunächst zur Probe die beiden Längsnähte und 2 Quernähte der Sitzfläche abgesteppt. Das Ergebnis sieht absolut genial aus. Kein Vergleich zu dem vorher lose umher flatternden Stoff.

sitzfläche gesteppt

Damit haben wir den gestrigen Einsatz beendet. Meike hat sich die Sachen mit nach Hause genommen und will das zu gegebener Zeit fertigstellen. Sie will das Stoffstück jetzt zunächst am Rand wieder mit den seitlichen Kunstlederbezügen vernähen. Wir verlieren durch das Absteppen leider nicht unerheblich an Länge. Daher ist es besser zunächst die Außenform vorzugeben. Im schlimmsten Fall müßen wir am hinteren Ende etwas Material hinzugeben.

Der Marder war da.

volvo zuendkabel

Das ist der erste Beitrag in diesem Blog von meinen Volvo 940. Viel gibt es über den Wagen ja nicht zu berichten. Der fährt und fährt und fährt… Ich glaube die letzte Reparatur ist schon fast 1 Jahr her.
Irgendwie ist der sowas von zuverlässig, daß einem schon Angst und Bange wird.
Und das was heute passiert ist, kann wirklich jedem passieren. Heute morgen sprang er schon schlechter an als sonst und hatte auch auf der Fahrt immer wieder kleine Zündaussetzer.
Beim Blick unter die Haube konnte ich die Übeltäter auch gleich ausfindig machen. Die Zündkabel von 1. und 2. Zylinder waren angebissen. Der Marder war da.

volvo zuendkabel

Ich habe mir die beiden Kabel heute morgen gleich in die Firma bestellt. Der Wechsel war dann schnell erledigt. Jetzt summt er wieder.

Fahrersitz entkleidet

fahrersitz

Wenn alles glatt verläuft, soll am Wochenende die Nähmaschine ertsmals zum Einsatz kommen. Monsterbacke meinte zur mir, daß sei ein Einsatz der nur 2 Stunden dauert. Naja, für eine gübten Polsterer vielleicht. Ich rechne mal lieber nicht mit so einer schnellen Fertigstellung.
Auf jeden Fall will ich bis zum Termin alles soweit wie möglich vorbereitet haben. So war heute der Fahrersitz an der Reihe. Hier war der Stoff natürlich wesentlich mehr in Mitleidenschaft gezogen worden. War ja eigentlich auch nicht anders zu erwarten.

fahrersitz

Ich glaube man kann deutlich erkennen, wie lose der Stoff bereits ist. Nicht nur auf der Sitzfläche, auch am unteren Teile der Lehne.

Leider hat nicht nur der Bezug sondern auch das Schaumstoffpolster erheblich mehr gelitten. Hier sind bereits erst Risse zwischen der Sitzfläche und der Seitenwange zu erkennen.

fahrersitzpolster

Zum Glück trübte mich meine Erinnerung nicht. Ich war der Meinung, daß auf der Unterseite der Polster die VW-Teilenummer in den Schaum eingeossen ist. Deshalb habe ich hier noch eben den Schaumstoff vom Sitzgestell gelöst.

fahrersitzpolster lose

Auf der Unterseite war dann auch tatsächlich die Nummer zu finden. Mal sehen ob es das Polster noch irgendwo gibt. Da es eine Teilenummer vom Golf hat, stehen die Chancen auf jeden fall wesentlich besser. Für die ersten Gölfe gibt es ja mittlerweile sogar schon viele Sachen auch als Nachfertigung.

Beim Abziehen der Lehen, kam dann auf halber Höhe wieder das Ettikett des Sitzherstellers zum Vorschein. Diesmal ist es kein Sitz von RHW, sondern von dem Zulieferer NO-SAG. Die Mannen aus Quakenbrück produzieren noch heute Autositze, nur der Name hat sich etwas geändert. Die heißen jetzt Lear Nosag GmbH.

fahrersitzlehne

Ob ich da mal anrufe und frage, ob sie noch Teile für die Sitze haben?

Hier noch mal beide Bezüge auf einen Blick.

fahrersitzbezug

Auch das Innenleben sieht deutlich schlechter aus, als das der Beifahrerseite.

Lieferung vom Deco-Haus

decohaus

Die Planungen für die Sitzauffrischung des marinogelben ´76ers laufen weiter auf Hochtouren. Heute war dann mal wieder der Paketbote da und brachte mir eine Lieferung vom Deco-Haus. Ich hatte die letzen Tage recht intensiven Mailverkehr mit Peter, alias Monsterbacke, dem Inhaber des Deco-Hauses. Peter ist übrigens auch einer der beiden Schreiber des Fusselblogs.
In diesem Atemzug möchte ich natürlich auch gleich alle neuen Leser meines Blogs, die durch die gestrige „Werbung“ im Fusselblog, neu dazugekommen sind, recht herzlich willkommen heißen. Ich hoffe Ihr findet ein paar interessante Beiträge.
Aber zurück zu Peters heutiger Lieferung. Eigentlich wollte ich ja nur die beiden Vordersitze überholen. Davon riet Peter mir aber gleich ab, der Unterschied in der Optik dann zu groß wäre. Also ließ ich Peter freie Hand und er schnürte mir ein Paket zusammen, daß wirklich keine Wünsche offen läßt.

decohaus

1 Dose Sprühkleber, 4 lfm. Nesselstoff, 1,5 lfm. Fassonleinen, 1,5 lfm. Kaschierschaum, 2,6 m² Steppschaum und ein Posten Kleinteile mit Klammern, Draht, Papp- und Plastikstreifen.
Das ist zwar jetzt viel mehr als ich erwartet habe, aber Monsterbacke sagt: „Gepfuscht wird nicht.“ Und das aus dem Mund eines Fusseltuners… 🙂 Aber natürlich hat er recht. Wenn man diese Arbeit schon mal macht soll es natürlich auch vernüftig werden.

Jetzt muß ich ihn nur noch ausquetschen, in welcher Reihenfolge die einzelnen Zutaten hinterher zusammengenäht werden müssen.

Auf jeden Fall erst einmal herzlichen Dank für die schnelle und umfassende Lieferung.

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