Schlagwort Archiv: 100.000 km

Ich habe fertig – Motor läuft wieder

abschraube

Heute nun der Tag der Entscheidung. Hat sich die ganze Arbeit am Ende auch ausgezahlt?
Bevor es jedoch soweit war, mußte die Ölwanne mit einer neuen Dichtung nun wieder endgültig zurück an ihrem angestammten Platz. Danach den Aggregateträger wieder mit der Karosserie verschrauben und den Motor wieder absenken. Jetzt fehlte nur noch frisches Motoröl und der Testlauf konnte beginnen.

Da das im Bild schlecht darzustellen ist, gibt es diesmal ein kleines Video:

Die Tüftelei hat sich also gelohnt. Der Öldruck ist sofort nach dem Starten da und er ist im Leerlauf auch mindestens 1 bar höher als vorher.

Den ersten Probelauf habe ich mit SAE 15W-40 durchgeführt. Den Motor habe ich dann ungefähr eine halbe damit Stunde laufenlassen. Nach der Hälfte dieser Zeit habe ich dem Öl dann noch einen Motorspülzusatz beigegeben. Ich hoffe, daß damit noch ein paar Ablagerungen und Dreck abgelöst wurden. Nach der halben Stunde kam das Öl dann gleich wieder raus.

Zur Feier des Tages habe ich dann noch eine neue Ölablaßschraube in die Ölwanne gedreht.

abschraube

Als I-Tüpfelchen bekam der GLS jetzt noch einen neuen Ölfilter und frisches SAE 10W-40 von Liqui Moly. Eigentlich kriegt das nur mein Volvo, aber warum soll ich es nicht auch mal hier probieren.

Liqui Moly 10w40

Fertig !

Wenn der Öldruck jetzt auch noch nach längerer Standzeit so schnell wieder da ist, bin ich wirklich restlos glücklich.

Ölpumpe und Lagerschalen ausgebaut

ölwanne ab

Weiter gehts mit der Suche nach dem zögerlichen Öldruckaufbau. Das hieß Ölwanne ab und zunächst die Ölpumpe ausbauen.

ölwanne ab

Beim Öffnen der Pumpe hatte ich eigentlich schlimmeres erwartet. An der Stirnseite des Deckels befinden, für mein Empfinden, normale Laufspuren, für einen 35 Jahre alten Motor mit 100.000 km Laufleistung. Die Spitzen der beiden Zahnräder zeigen dagegen schon deutlichere Riefen. Ich denke hier liegt der Grund für den fehlenden Öldruck nach dem Starten. Die Pumpe schafft es wohl nicht mehr genug Unterdruck aufzubauen um das Öl aus der Ölwanne hochzuziehen.

ölpumpe zerlegt

Danach waren die Pleuellager an der Reihe. Die Lagerschalen noch kurz mit einem Lackstift mit Zylinder und Einbaurichtung markiert und dann raus damit. Sind nur 8 Muttern, also kein großer Auwand.

Pleuellager

Auch hier zeigte sich aber weniger Verschleiß, als ich eigentlich erwartet hatte. Allerdings ist wohl auch hier die Laufgrenze erreicht. Besonders an der oberen Schale des 3.Zylinders. Hier geht der Verschleiß schon ein Stück über die normalen Laufspuren hinaus. Die obere Schale des 1. Zylinders fängt auch bereits an, erst Auswaschungen zu zeigen.

lagerschalen

Zum Glück gab es noch keine Späne und somit ist der Kurbelwelle, ist in diesem frühen Stadium eines Lagerschadens, natürlich auch noch nichts passiert.

Wenn ich den Motor schon so weit zerlege, kann ich natürlich an den Hauptlagern der Kurbelwelle nicht einfach so vorbeischauen. Diese habe ich mir ja auch bereits mit bestellt. Wenn schon, denn schon. Bereits im Vorwege, versuchte ich aus allen möglichen Quellen, irgendwelche Infos zu bekommen. Ist es möglich die Lager bei eingebauten Motor auszutauschen? Ich selber habe das, bisher auch nur an zerlegten Motoren gemacht. Die Antworten reichten von „Geht überhaupt nicht.“ , über „Eventuell bekommst Du beim mittleren Lager Probleme“, bis hin zu „Müßte eventuell gehen“. Also habe ich es einfach probiert.
Jetzt weiß ich es. Es lassen sich 3 der 5 Hauptlager bei eingebauten Motor tauschen. Für die beiden äußeren (Lager 1 und 5) suche ich noch nach einer zündenden Idee. Das Problem liegt ganz woanders, als man zunächst denkt. Keiner meine Informanten hatte darauf hingewiesen und auch ich habe daran wirklich nicht gedacht. Darauf muß man auch erstmal kommen.

Hier das Problem:

Hauptlager 1

Ich will nicht lange um den heißen Brei herumreden. Das Problem besteht eigentlich nur darin, die Schrauben der Lagerböcke zu lösen und später wieder mit den richtigen Drehmoment festzuziehen. Der Spalt zwischen den Schraubenköpfen und den seitlichen angeflanschten Deckeln, beträgt nur ca. 1mm. Zu wenig um da mit einer Nuß vernünftigt drauf zu kommen.

Also habe ich jetzt erstmal nur die Lager 2, 3 und 4 ausgebaut. Das ging mit einigen kleinen Kniffen eigentlich besser als erwartet. Lagerböcke ab, die oberen Lagerschalen vorsichtig mit einem dünnen, stabilen Stück Kunststoff und leichten Hammerschlägen herausgedreht. Nach kurzer Zeit ging das mit dieser Methode natürlich nicht mehr weiter. Der Kunststoff kann ja nicht dem Rundungsverlauf folgen. Aber die Schale war jetzt bereits so weit gedreht, daß sie sich durch Anpressen mit dem Daumen und gleichzeitigen Drehen der Kurbelwelle, ganz leicht herausdrehte. Etwas schwieriger gestaltete sich die Sache mit dem Mittellager. Diese ist von der Bauform anders gestaltet, da das Lager gleichzeitig als Axiallager dient. Dadurch sitzt es strammer in seinem Sitz im Motorblock. Hier mußte ich mich eines kleinen Tricks bedienen. Da bei dem Lagerschalensatz eine Lagerschale über ist, habe ich hier eine Lagerschale auf ca. 3/4 des Umfangs durchgesägt und mit diesem Stück dann die originale, obere Lagerschale herausgetrieben.

Mittellager Kurbelwelle

Hier schön zu sehen, wie die durchgesägte Lagerschale die Mittellagerschale herausschiebt.
Das Hilfswerkzeug sitzt jetzt dort wo vorher die Lagerschale gesessen hat und wird später beim Einsetzen der neuen Lagerschale wieder herauskommen.

Hier noch mal ein Blick auf die drei demontierten Lager.

Hauptlager 234

Das wars erst einmal für heute. Der Nachschub stockt. Mir fehlen noch die Pleuelager und die Ölwannendichtung. Außerdem habe ich ja vielleicht heute Nacht noch eine geniale Idee, wie ich die Schrauben des vorderen und hinteren Lagers zu fassen kriege…

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