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Dem Ruckeln auf der Spur

Da der GT jetzt ganz unverhofft dazwischen kam, hatte ich gar keine Zeit mehr mich mal weiter um das Ruckeln beim ´74er zu kümmern. Bisher habe ich ja noch nicht so recht was gefunden. Auf jeden Fall wollte ich die Fliehkratftverstellung des Verteilers noch einmal genau prüfen.

schwungscheibe-zzp

Um wirklich die richtige Markierung auf der Schwungscheibe anzublitzen bekam die OT-Marke einen gut sichtbaren weißen Punkt. (mehr …)

Keine Lust noch länger zu warten

Gestern Vormittag war ich kurz auf Einkaufstour. Motoröl, Filter und Kühlmittel besorgen. Ich hatte den Zeitpunkt so gewählt, dass eigentlich in dieser Zeit der Anruf hätte kommen müssen, dass meine Passhülsen da sind. Der Anruf blieb aber leider aus. Ich bin trotzdem eben dort rumgefahren. Dann kann ich wenigstens schon die Ventilschaftdichtungen mitnehmen.

Meine Hülsen waren dann auch tatsächlich immer noch irgendwo auf dem Weg zwischen Schweden und Hamburg. Mist aber was will man machen?

Dafür habe ich die restlichen Sachen gleich in die Hand gedrückt bekommen. Aber Moment mal. Diese Ventilschaftdichtungen passen niemals. Da war ich mir sicher.
Es begann das übliche hin- und her: „Die müssen aber passen!“ – „Nein, die sind zu klein“ – „Da gibt es nur eine Ausführung. Die sind richtig“ – „Nein!“

Zum Glück verlief das alles auf völlig freundlichem Niveau. Schlussendlich wurde dann ein kompletter Kopfdichtsatz aus dem Lager geholt und geöffnet. Siehe da, da waren größere Dichtungen drin. Ich habe die dann mitgenommen.

ventilschaftdichtungen-volvo

In der Werkstatt war dann meine erste Tat, die alte und die neue Dichtung miteinander zu vergleichen. Passt! Beide haben 12 mm Innendurchmesser. (mehr …)

Keine Teile

Ich hatte es mir so schön ausgemalt: Am Mittwoch die noch benötigten Teile bestellt, am Donnerstag in ein verlängertes Wochenende fahren und am Montag dann mit den Teilen den Zusammenbau fortsetzen. Drei Tage für die Lieferung von Hamburg nach Hamburg sollten da ja locker langen.

War wohl nichts! Die Teile sind nicht angekommen. Sonntag Abend habe ich gleich mal eine Mail an Wagner & Günther verfasst. Die haben sich dann gestern morgen auch gleich telefonisch gemeldet. Die beiden bestellten Passhülsen sind nur noch über Genuine Classic Parts erhältlich. Die sollen mit Chance heute aus Schweden ankommen und dann werde ich die Teile selber abholen. Auf den Versand verzichte ich dann mal. Hauptsache die Hülsen kommen auch.

Aber es gab auch so noch genug zu tun.

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Es warteten ja noch eine nicht unerhebliche Anzahl von Dichtflächen auf mich, die von Dichtungsresten befreit und gesäubert werden wollten. (mehr …)

Kopf ab

So einfach wie es klingt, war es dann allerdings nicht. Beim meinem Volvo 940 ist das schon eine andere Hausnummer. Mein Plan, einen halben Tag für Kopf runter und nächsten Tag wieder rauf, kann ich jetzt schon ad acta legen.

Aber der Reihe nach.

kühler-volvo-940

Wohl nicht unbedingt nötig, aber nach herein dann doch die richtige Entscheidung war es, den Kühler samt oberer Traverse komplett auszubauen. (mehr …)

Außendiensteinsatz am 474

vergaser-passat-b1

Im gestrigen Beitrag hatte ich es ja schon kurz angerissen. Nach dem Volvo-Treffen hatte ich noch einen Außendiensteinsatz an einem 32er Passat. Da ich sowieso im Norden unterwegs war, habe ich Kuddl das Angebot gemacht am Sonntag Nachmittag noch mal bei ihm rumzuschauen. Sein 474 wollte nicht mehr so recht. Der Motor war auf einer kurzen Probefahrt schlagartig ausgegangen und lies sich nur mit viel Mühe wieder starten. Richtig auf Drehzahlen wollte der Motor dabei aber nicht mehr kommen. Vielmehr stotterte er wild vor sich her, bevor er mit Fehlzündungen wieder stehen blieb.

Telefonisch hatten ich schon erste Tipps gegeben. Spritpumpe, Leerlaufabschaltventil, Kerzenbild… So das übliche eben. Brachte aber alles nichts, bzw. soweit war alles in Ordnung.

Für mich selber war das alles nicht so recht nachvollziehbar. Da muss ja schon etwas schlagartig ausgefallen sein, da solche Symptome hervorruft. Aber was?

Nachdem Kuddl vergaserseitig schon alles abgeklopft hatte, habe ich mich zunächst mal dem Verteiler gewidmet. Einfach mal grob gecheckt ob Verteilerfinger, Kappe und Kontakte soweit schadenfrei sind. Sah aber soweit auch alles gut aus. Auch der Zündzeitpunkt schien zustimmen. Was soll sich da auch schon so schlagartig verändern? Zumindest zeigte der Verteilerfinger in OT grob in Richtung der Kerbe auf dem Verteilerrand. Zahnriemenspannung passte auch soweit. Der hat sicher auch gerade mal erst 1000 Kilometer auf der Uhr und an Altersschwäche dürfte er auch noch nicht leiden. Den hat KLE, der ehemalige Besitzer im Oktober 2011 erneuert. Schön wenn man solche Infos mal eben kurz nachlesen kann: Zahnriemenwechsel

Das einzige was mir noch aufgefallen ist, war die undichte Unterdruckleitung vom Vergaser zum Verteiler. Die sah allerdings nicht so aus, als wäre sie gerade vor ein paar Tagen durchgescheuert. Außerdem würde der Motor damit immer noch laufen. Nun gut, die kann sich Kuddl bei Gelegenheit mal besorgen und dann verschwindet wohl auch das Ruckeln beim Beschleunigen.

Ich machte mich jetzt noch mal über den Vergaser her und stieß dabei auch ziemlich schnell auf einem Defekt, der mir so in dieser Form auch noch nicht untergekommen ist. Beim leichten Anheben des Vergaserdeckels fiel mir sofort eine dünne Feder auf, die auf den Schwimmer drückte. Sowas hatte ich noch nie gesehen. Da muss doch ein Stift auf den Schwimmer drücken. Also Deckel mal ganz runter und nachgeschaut.

Die Schwimmerkammer war zumindest vollständig mit Sprit gefüllt. Das ist es eigentlich nur gewesen, was ich wissen wollte.

Die kleine Feder kam dann übrigens aus dem Stift des Schwimmernadelventils. Das kann nicht richtig sein!

War es auch nicht, denn unten auf dem Boden der Schwimmerkammer lag ein kleine Stahlkugel. Die Kugel gehört in den Stift des Ventils und die kleine Feder soll nur auf die Kugel drücken.

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Man kann es schlecht erkennen, aber hier sitzt die Kugel schon wieder an Ort und Stelle. Ich habe sie einfach wieder in den Stift des Ventils gedrückt, wo sie dann nach einem spürbarem „Klack“ auch blieb. (mehr …)

Es kann wohl losgehen

Heute kann ich wohl mal den Schritt wagen und mit meinem TS die erste Runde drehen. Ich habe jetzt noch die letzten Kleinigkeiten abgearbeitet. Zur Zeit fehlt mir nichts gravierendes mehr ein, was gegen die erste Proberunde spricht. Bis auf den Beifahrersitz ist alles wieder komplett.

Am Mittelkonsolenende habe ich noch die Bedienteile für den DSP und die Freisprechanlage zurückgebaut.

Mittelkonsole

Auch hier scheint alles wieder zu funktionieren. (mehr …)

Auf den Winkel kommt es an

Ich war mir so gut wie sicher, dass das AccuSpark-Zündmodul das Handtuch geworfen hat. So sicher, dass ich noch am Samstag Abend ein neues Kit in England neu bestellt habe.
Ich hatte wirklich alles durchgemssen und es blieb eigentlich nur noch das Teil übrig.

So habe ich dann gestern auch nicht mehr lang rumexperimentiert. Verteiler komplett raus und einen anderen mit Kontakten rein. Dabei habe ich mir den ausgesucht, der mir den vernüftigsten Eindruck machte. Wenn die Unterdruckdose und die Fliehkraftverstellung nicht ganz passen, wäre das im Moment egal. Hauptsache der Motor läuft erstmal.

Beim Versuch den ausgewählten Verteiler in den Motor zu bekommen bin ich fast wahnsinnig geworden. Der wollte partout nicht ganz rein. Es fehlten immer so 4-5 mm. Verteilerwelle ein Stück weitergedreht, wieder nicht. Ölpumpenwelle ein Stück verdreht, wieder nicht. Rein, raus, rein, raus. Das gibt es doch gar nicht. Die Verteiler sind doch alle gleich, warum passt das Biest nicht.

Selbst als ich die beiden Verteiler nebeneinander auf dem Schreibtisch liegen hatte, bin ich nicht sofort drüber gestolpert. Das sieht doch alles gleich aus!

Verteiler-vw

Sieht so aus, ist es aber nicht. (mehr …)

Wo ist das faule Ei?

Langsam zieht sich der Umbau ganz schön in die Länge. Das alles auch noch mitten in der Saison, wo man doch eigentlich mehr unterwegs, als in der Werkstatt sein will. Gestern habe ich mir vorgenommen mal einen Schlag reinzuhauen. Soviel fehlt ja eigentlich auch gar nicht mehr. Aber es kam mal wieder alles anders…

Der Anlasser war dabei zunächst noch das geringste Problem.

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Der war schnell montiert und die beiden neuen Kabel waren auch schnell abgelängt, mit Kabelschuhen versehen und angeschlossen. (mehr …)

Doppelzündung – War klar, daß am Freitag den 13. nicht alles klappt.

Letztes Jahr hatte ich auch schon so ein Pech. Da hat sich der Auspuff an meinem Volvo genau an einem Freitag den 13. verabschiedet. Dieses Jahr hat es mich schon wieder erwischt. Diesmal ist es allerdings ganz alleine meine eigene Dusseligkeit.

Für den frühen Nachmittag hatte sich Jörg bei mir in der Werkstatt angemeldet. Er hatte sich auch eine AccuSpark-Zündung besorgt und hätte es ganz gerne, wenn ich beim Einbau etwas hilfreich zur Seite stehe. Kein Problem, nichts leichter als das. Wir hatten uns drauf verständigt, daß wir die Sache durchziehen wenn mein Passat TS vom Lackierer zurück ist. Der sollte nämlich auch gleich seine Kontakte hergeben.

Nun war ich natürlich schon eine ganze Zeit vor Jörg bei mir in der Werkstatt. Ein bisschen was für den Doppelzündungseinbau vorbereiten und außerdem wollte ich vorher wenigstens noch die Drehmomentstütze an meinem Passat TS montieren. Die fehlte schon beim Kauf. Warum auch immer. Auch bei den ganzen Teilen war nichts dabei. Aber sowas hatte ich ja noch reichlich in der Werkstatt liegen. Bei der letzten Runde Pulverbeschichten habe ich einfach eine Stütze und den Topf am Frontblech aus der Teilekiste gegriffen und zu den restlichen Sachen gelegt.

Noch kurz die vier Schrauben zusammengesucht und die Stütze konnte an den Motor. Konnte sie nicht !!!

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Ich Trottel habe nämlich eine Stütze vom Passat Zwischenmodell mit zum Pulverbeschichten gegeben. Die ist leider etwas länger und paßt nun so gar nicht. Ganz toll.

Schraubst Du halt eine von irgendeinem ausgebautem Motor ab. Wurde nicht draus. Entweder auch Zwischenmodellstützen oder sie waren schon weg.
Schnell bei Dirk angerufen. Er hat noch eine Neue und so werden wir wohl heute in Hildesheim tauschen. Da haben wir uns auf der Technorama verabredet.

Ich habe dann schon mal an meinem TS begonnen die AccuSpark einzubauen. Zuvor habe ich den Motor noch mal angeschmissen. So richtig schön lief der nämlich nicht mehr seit ich ihm vom Lackierer zurück habe. Mit der Zündlichtpistole bin ich dem Übeltäter dann auf die Spur gekommen. Beim 1.Zylinder setzte das Stroboskoplicht immer mal wieder aus. Hier kommt es also teilweise zu keiner vernüftigen Funkenbildung. Der Tausch von Verteilerkappe und Zündleitung brachte keinen Erfolg. Blieb also nur noch die Zündkerze.

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Die hat es wohl hinter sich. Rabenschwarz. Eine gute gebrauchte Kerze brachte sofort den gewünschten Erfolg.

Jetzt lief der Motor auch schon wieder viel runder. Start frei für den Einbau der AccuSpark.

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Gekauft wieder bei dem Teilehändler aus England auf der Classic Motorshow in Bremen. Zum halben Preis wie sie hier in Deutschland unter anderen Namen angeboten wird.

Verteilerkappe ab, Finger runter, Kontakte raus, Kondensator weg und rein mit dem Ding.

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Auf die Verteilerwelle kommt noch der schwarze Ring. Da sind wohl vier Magneten drin, die den Impuls geben.

Jetzt bräuchte man nur noch die beiden Kabel anklemmen und Finger und Kappe wieder rauf, dann wäre es das gewesen. Aber daß ich ein kleiner Kabelfetischscht bin, habt Ihr ja sicher schon mitbekommen. Bunte Wäscheleinen gehören in den Keller und nicht ins Auto.

Stecker-Accuspark

Die beiden losen Kabel bekamen noch eine Isolierhülle und die angecrimpten roten Quetschverbinder mußten einem vernüftigem Steckgehäuse weichen.

Für den Fortführung der Kabel im Motorraum habe ich einen kleinen Kabelbaum konfektioniert. Das originale grüne Kabel zur Kllemme 1 an der Zündspule bleibt dabei in voller Länge erhalten.

Kabelbaum-accuspark

Erachte ich als recht recht sinnvoll, falls die Zündung mal ausfällt und man schnell zurückbauen muß. Bisher habe ich aber noch keine Ausfälle der AccuSpark zu verzeichnen. Im Rallye-Passat fahre ich sie jetzt schon das zweite Jahr.

Fertig!

Passat-TS-accuspark

Man sieht auf den ersten Blick nichts von dem Umbau. Auf den zweiten Blick sind aber alle nachträglichen Sachen zu erkennen. Oben links in der Ecke sieht man das rote Kabel zur Stromversorgung. Das greife ich mit einem unisolierten Abzweigverbinder am Thermoschalter der Startautomatik ab. Das grüne Kabel zur Zündspule hat jetzt halt eine Ummantelung bekommen und die Steckverbindug ist unter dem Wasserschlauch zu sehen.

Zeitaufwand für alles: Keine 45 Minuten. Läßt sich Anhand der gemachten Fotos immer wunderschön nachvollziehen.

Zeit für den zweiten Patienten des Tages. Der kam dann auch kurze Zeit später in die Werkstatt gerollt.

Passat-Variant-Miamiblau

Jörg und sein miamiblauer Passat Variant von 1978.

Hier dann das gleiche Spiel. Auch Jörg hatte sich die AccuSpark in Bremen besorgt. Zeit, daß die jetzt mal ihrem Dienst verrichten darf.

Hier hat es dann allerdings etwas länger gedauert. Ungefähr 55 Minuten. 😉 Klar, daß man zwischendurch immer mal wieder etwas quatscht und außerdem war der Motor nach 20 km Autobahnfahrt auch wohltemperiert.

Miamiblau

Den Umbau hat Jörg dann mehr oder weniger alleine gemacht. Den gleichen kleinen Kabelbaum habe ich dann fertig gemacht, während Jörg sich die Finger am Verteiler wärmte.

Alles angeklemmt und Start. Der Motor sprang sofort an und lief auch gleich viel geschmeidiger als vorher. Jörg kennt seinem Passat ja am bestem, aber der Unterschied wahr wohl sehr deutlich!

Der Umbau ist wirklich lohnenswert.

Jörg war erst etwas skeptisch ob die Motage wirklich so schnell geht. Erst wollte er sich einen ganzen Tag Urlaub dafür nehmen. „Maximal eine Stunde“, habe ich darufhin gesagt und so war es dann ja auch. Locker nach Feierabend durchzuziehen.

Darauf einen Dujardin! Nee, natürlicht nicht! Jörg hatte ein Six-Pack Astra mitgebracht und davon haben wir uns zum Abschluß noch jeder eins gegönnt. Prost!

Die ganze Geschichte der Passat-Schlachtung auf der Wiese

Angefangen hatte die Story bereits Ende Juni. Über den OST-Blog bekam ich folgende Nachricht:
Hallo, ich hätte noch einen Passat von 1977 abzugeben, der seit 1990 in der Garage so langsam vor sich hinaltert. Gruß Günter

Das konnte bei mir zunächst noch keinen erhöhten Adrenalinausstoß hervorrufen. Da will bestimmt wieder, sein völlig vergammeltes Zwischenmodell zu einem Liebhaberpreis an den Mann bringen. Nachdem ich dann rausbekommen hatte, das er auch nicht gerade um die Ecke steht, war erst Mal Funktstille. Günter fragte dann nach zwei Wochen noch mal nach ob Interesse vorhanden ist. Auf meine erneute Nachfrage wurde es dann, etwas interessanter:
Hallo Olaf, wenn ich mich recht entsinne hat er die Chromstoßstangen mit den Kunststoffkappen auf den Ecken. Evtl. komm ich nächste Woche dazu den Wagen mal freizuräumen, mal schauen wie er aussieht. Ich weiß nur noch nicht wie ich das Ding rauskriegen soll.
Im Vorwege konnte ich schon klären, daß er schwarz ist, eine große Heckklappe, ein Sonnendach hat und vorne durch einen Unfall lediert ist. Alles wirklich nicht so der Kracher.

In der ersten Augustwoche habe ich dann mal zwei Bilder bekommen.

Achtung! Ihr müßt jetzt ganz stark sein!

Passat-b1

Halleluja! Was ist das denn? Nee, das ist nichts für mich. Das tue ich mir nicht an. Dafür mit einem Trailer von Hamburg bis ins Münsterland. Niemals!

Dann das zweite Bild geöffnet. Upps, was ist das?

Passat-321

Ich sehe da keinen Riß im Armaturenbrett! Dann noch ein Sportlenkrad, Cockpit mit großem Drehzahlmesser und eine Mittelkonsole mit Zusatzinstrumenten.

Grübel, grübel, grübel… Ein neuer Plan mußte her!

Und genau diesen Plan habe ich am Dienstag abgearbeitet. Es ging morgens um 7:00 Uhr in Hamburg los. Nicht meine Zeit, aber anders wäre das an einem Tag nicht zu schaffen. Es ging zunächst in den östlichen Teil von Münster. Hier hatte ich mir um 10:00 Uhr einen Trailer reserviert.

Trailervermietung

So gerüstet gings weiter in einen Ortsteil von Everswinkel. Knappe 20 Kilometer weiter, hier stand das Objekt der Begierde. Günter erwartete mich schon, obwohl ich gut eine halbe Stunde zu früh vor Ort war. Mit eingeplante Zeitreserven habe ich nicht benötigt. Alles lief glatt.

Bewegen ließ der Passat sich zunächst kein Stück. Bremsen fest. Mit Günters Caddy und einer Art Fleischerhaken haben wir ihn dann ins Freie gezogen.

Passat-Bergung

Ich hatte echt Angst, daß der Haken abrutscht und genau im Scheinwerfer vom Caddy landet. Nach einigen Versuchen war er dann aber an der frischen Luft. Jetzt kam man auch vernüftigt an die Räder. Mit einer großen Axt und ein paar gezielten Schlägen auf die Felgen, ließ er sich im Anschluß dann auch per Hand schieben.

Passat-aufladen

Günter kurbelte und ich lenkte. Geteiltes Leid, ist halbes Leid. So schlimm war es aber auch nicht. Der Passat rollte jetzt schon ganz vernüftig. Obwohl der Kofferraum noch voll mit allen möglichen Zeugs war. Günter wollte das erst alles rausräumen. „Laß mal alles drin, das nehme so ungesehen alles mit“, war meine Antwort.

Passat-schwarz

Was für eine Grotte. Unfallschaden, überall kleine Bleche eingeschweisst, Schweller übergebraten, Endspitze übergebraten. Das lohnt sich wirklich nur noch zum Schlachten. Insgeheim hatte ich noch gehofft, daß die Scheibendichtungen und die Dachzierleisten noch brauchbar wären. Pustekuchen. Das konnte ich vergessen. Aber das war jetzt auch egal und eh nicht mehr zu ändern.

Günter bekam noch den vereinbarten Kaufpreis und ich machte mich vom Acker. Er war aber richtig froh, daß ich wirklich vorbeigekommen bin und ihn von dieser Last befreit habe. Nach über 20 Jahren kann die Garage jetzt wieder sinnvoll genutzt werden. Nebenbei sagte er mir noch, daß er bis zum Schluß nicht daran geglaubt hat, daß ich wirklich vorbeikomme. Er kennt mich halt nicht näher… 😉

Danach ging es nahtlos über in den einzigen ungeplanten Teil des Tages. Ich brauchte einen geeigneten Platz zum Schlachten. Denn, daß ich das Teil nicht mit nach Hamburg schleppe ist ja wohl klar.
Besondere Ansprüche an den Platz hatte ich nicht. Ich wollte nur meine Ruhe haben.

Schlachtfeld

Nach wenigen Kilometern war so ein Ort gefunden. Einmal von der Hauptstraße runter und rein in die Feldmark. Das war sozusagen mein Schlachtfeld. Völlige Abgeschiedenheit und der Baum spendete noch Schatten. Erst mal den Stuhl ausgepackt und den Laptop angeworfen. Herrlich!

Jetzt konnte ich auch mal in Ruhe gucken, was ich mir denn da an Land gezogen habe. Als erstes interressierte ich mich natürlich fürs Armaturenbrett.

Armaturenbrett-Passat-32

Das war wirklich komplett riß- und beulenfrei! Alleine dafür hat sich die ganze Aktion also schon gelohnt. Alles was jetzt noch folgte war sozuaagen Bonusmaterial.

Ein merkwürdiger Passat war das aber schon. Die Fahrgestellnummer war 3272004924. Also ein ganz früher aus dem 77er Modelljahr. Ursrünglich ausgeliefert wurde er irgendwo im Ausland. Einen deutschen Brief gab es erst im März 1978. Daher habe ich leider keinerlei Infos zu der Ausstattung. Das paßt aber alles irgendwie nicht zusammen. Alleine schon die schwarze Lackierung ist selten. Man konnte zwar immer schwarzen Lack bekommen, in den Listen wurde es aber nie aufgeführt. Dann war da ein 85 PS-Motor drin, Doppelscheinwerfer, Radlaufchrom. Deutet also eigentlich alles auf GLS hin. Dazu passen aber weder die flachen Türverkleidungen, noch der schwarze Filzteppich. Auch die Verglasung in klar und der Stoff der Sitze sprechen gegen GLS. Merkwürdig. Und warum haben weder das Armaturenbrett noch das Cockpit ein Holzdekor? Die Türen haben übrigens noch die kleinen Schlößer, dafür aber Innenöffner aus Chrom. Mist die habe ich übrigens vergessen abzuschrauben….

Ich hatte aber keine Zeit mich näher damit auseinanderzusetzen. Es wartet ja schließlich noch so einiges an Arbeit auf mich.

Die Schlachtung des Passat beginnt. Los ging es im Innenraum.

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Lenkrad, Lenkstockschalter, Mittelkonsole und die unteren Verkleidungen mußten weichen. Dann noch die beiden Muttern vom Wasserkasten aus und raus war das Brett.

Armaturenbrett-Passat-B1

Daß der Passat zu meiner Überraschung mit einem 85PS-Motor ausgestattet war, hatte ich ja eben schon erwähnt. Damit war klar, auch der Vergsaer samt Ansaugbrücke muß mit. Das Ding erforderte dann meinen vollen Körpereinsatz. Die Brücke rührte sich einfach nicht.

Vergaserausbau

Aber selbst das brachte nicht den gewünschten Erfolg. Verfluchte Kiste!
Nachdem ich dann die restlichen zwei Schrauben auch noch rausgedreht hatte gings aber ganz einfach. 😉 Manchmal hat man halt ein Brett vorm Kopf.

Aus dem Motorraum habe ich dann nur noch den Verteiler und das Heizungsventil ausgebaut.

Weiter im Innenraum. Die Sitze waren in überraschend guten Zustand. Ich habe zwar selber keinen Passat mit schwarzer Ausstattung, aber die mußten einfach mit.

Passat-Sitze

An die Rückbank kam ich allerdings zunächst noch nicht ran. Die war umgelegt und der Kofferaum war voller Müll.

Passat-Kofferraum

Obwohl Müll eigentlich wohl dooch nicht der ganz richtige Ausdruck für den Inhalt war. Denn es fanden sich auch noch recht brauchbare Sachen darin. Noch ein Sportlenkrad. Diesmal aber von Hella und mit Nabe fürs Zwischenmodell, dann noch Doppelscheinwerfer und ein ganzer Haufen Chromleisten.

Und dann lag da noch ein frisch lackierter Kotflügel.

Passat-32-Kotfluegel

Habe ich eben „einer“ geschrieben. Halt! Der für die Fahrerseite lag auch noch in dem Müll.

Passat-b1-Kotfluegel

Irre! Das habe ich vorher nicht gewußt! Welche eine Überraschung.

Jetzt kam ich aber wenigstens an die Rückbank. Die hatte einen ähnliche guten Zustand wie die beiden vorderen Sitze. Noch ein bisschen Kleinkram ausgebaut und dann war die Schlachtung auch schon durch.

Zeit für eine kleine Pause, eine kleine Erfrischung und ein kleines Sonnenbad.

OST-relaxt

Ich finde ich habe das schönste Hobby der Welt.

Nun mußte das ganze Zeug nur noch bei mir in den Volvo. Durch die ganzen sperrigen Teile wurde es zum Schluß ganz schon eng.

Beute-verstauen

Irgendwie ging aber alles rein. Meine Werkzeugkiste mußte ich zum Schluß allerdings auf dem Beifahresitz plazieren. Hinten war alles voll. Als letztes schnappte ich mir meinen Stuhl und konnte diesen Punkt erfolgreich abhaken.

Passat-Schlachtung

Bisher alles im Lot.

Auf gings zum nächsten Punkt der Tagesordnung.

Abfahrt

Der war jetzt wieder geplant. Irgendwo mußte ich mit dem Passat jetzt ja bleiben. Also im Vorwege mal geguckt was es denn da so für Möglichkeiten gibt. Ich habe mich dann für eine Autoverwertung in Freckenhorst entschieden.

Autoverwertung-freckenhorst

Der Chef machte am Telefon einen sehr netten Eindruck. Er hatte auf dem Display meine Hamburger Vorwahl erkannt und war dann doch etwas neugierig. Ich habe ihn in mein Vorhaben eingeweiht und er gab grünes Licht: „Kein Problem, kommen Sie vorbei. Zahlen müssen Sie nichts, eventuell springt sogar noch etwas für Sie dabei heraus.“

Gesagt, getan. Von meinem Schlachtplatz waren es nur gut 15 Minuten Fahrzeit und ich stand bei ihm auf dem Hof. Er konnte sich sofort an unser Telefonat erinnern. Kein Wunder einen 77er Passat kriegt er bestimmt nicht mehr alle Tage auf den Hof gestellt.

Passat-Schrottplatz

Ich habe ihn dann einfach vom Trailer rollen lassen. Kurze und schmerzlose Geschichte. Herrlich unkompliziert. Genau wie ich es mag.

Was bleibt ist der Blick zurück. Junge, Du wirst mir sicher noch eine ganze Zeit in Erinnerung bleiben.

Passat-abgeladen

Zum Schluß fragt mich der Chef noch ob ich irgendeinen Nachweis bräuchte. „Nein Danke, ich habe genug Fotos als Beweis.“ Dann kam meine abschließende Frage, „Und, kriege ich noch was?“

Es gab was. Mehr als ich erwartet hatte. Der halbe Kaufpreis war damit schon wieder drin. 😉 Ihm hat gefallen, daß die Sitze nicht mehr drin waren. Die hätte er teuer entsorgen müßen.

So, vor der Heimfahrt nach Hamburg standen jetzt aber noch zwei Punkte auf dem Zettel. Ein geplanter und ein dringend notwendiger.

Der geplante ist klar, der Trailer mußte wieder zurück nach Münster. Der notwendige folgte gleich im Anschluß. Ich hatte nach dem Tag jetzt mörderischen Kohldampf!

Zwiebelschnitzel

Frisch gestärkt gings dann wieder Richtung Norden. Was bleibt ist ein Tag voller Eindrücke und Erlebnisse die ich wahrscheinlich nicht so schnell wieder vergessen werde. Das schlimme daran, mir macht das auch noch einen tierischen Spaß. Malediven, Costa Brava, Adria.. Kannst Du mir schenken. Mir reicht ein Acker im Münsterland!

Natürlich bleibt auch noch ein ganzer Berg an Teilen. Sicher hat mich der Spaß auch etwas gekostet. Kaufpreis, anderthalb Tankfüllungen, Trailermiete und ein Schnitzel stehen auf der Sollseite.
Die Habenseite läßt sich schlecht beziffern. Gelohnt hat es sich durch die Kotflügel und das Armaturenbrett in meinen Augen auf jeden Fall.

Obwohl ein wenig trauer ich ja noch den beiden verchromten Türöffnern hinterher. Soll ich da noch mal hinfahren…
Ich habe ja kein Geheimnis daraus gemacht, wo der Passat jetzt steht. Vielleicht braucht der eine oder andere ja noch was. Die Stahlfelgen sind noch sehr zu empfehlen. Die sahen noch richtig gut aus. Die vier Chromkappen liegen auch noch im Wagen. Im Kofferaum liegen noch die beiden Stoßstangen. Die sind zwar nicht mehr ganz so schön, aber vielleicht sucht ja jemand genau solche Teile noch.

Jetzt gibt es noch Bilder, Bilder und nochmals Bilder.

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