Dienstag hatte ich schon mal den ersten Versuch unternommen, meinen TS zum Laufen zu bringen. Wenig erfolgreich. Batterie war vollends leer und auch nach zwei Stunden am Ladegerät zeigte sich der Anlasser wenig drehfreudig.
Gestern ging es dann mit einem besseren Energiespender ans Werk.

Nach der üblichen Orgelei sprang der Motor dann an und blieb sogar auch an. Ganz rund lief er aber nicht. Man merkte schon, dass da irgendwas nicht stimmt.
Aus eigener Kraft ging es dann in der Werkstatt in mein Hinterstübchen, dass jetzt nach dem Winter wieder etwas Platz bietet.

Ich bin jetzt einfach mal davon ausgegangen, dass ich den Zylinderkopf auch ohne Bühne runter bekomme.
Einziger Problemfall könnten die beiden unteren Mutter vom Hosenrohr werden und die wurden es dann auch.

Dafür musste ich mich dann auch tatsächlich mal unters Auto begeben. Von oben hab die beiden Muttern nicht gelöst bekommen. Der Winkel war einfach zu schlecht.
Die Gefahr, dass mir beim Abnehmen des Kopfes Kühlwasser in die Bohrungen läuft, bestand auf jeden Fall schon mal nicht.

Es war schlechtweg kein Wasser mehr da.
Ein Teil davon befand sich definitiv auch im Motoröl.

Das hatte schon einen leicht emulsionsartigen Touch.
Damit war auch schon fast der große Moment gekommen. Noch eben den Zahnriemen runter und die Kopfschrauben raus und dann konnte ich den Kopf abnehmen.

Motorseitig sah das alles unspektakulär aus.
Dafür war kopfseitig dann sofort ersichtlich, wo der Hund begraben ist.

An Zylinder 3 sieht man deutlich den Kühlwassereintritt im oberen Bereich.
Also neue Kopfdichtung und alles ist gut? Nein, ganz so einfach wird es leider nicht. Nach der Reinigung des Kopfes zeigte sich das wahre Ausmaß des Schadens.

An allen Zylindern, besonders stark aber an Zylinder 3 fehlt deutlich Material am Brennringrand der Kopfdichtung. Das ist jetzt also die Strafe für Vollgasfahrten mit lediglich 95 Oktan. Das sind ganz eindeutig Schäden einer klopfenden Verbrennung mit einhergehender Überhitzung in den kritischen Zonen.
Der Kopf muss also geplant werden. Ein wenig sollte da noch gehen. Bisher fehlen ihm nur 0,5 Millimeter von der letzten Bearbeitung.

Mit der Messuhr konnte ich Vertiefungen im Bereich von 3-4 Zehnteln ausmachen. Mit einem weiteren halben Millimeter Materialabnahme sollte das also zu Handhaben sein.
Wenn es weniger wird, würde ich das sogar sehr begrüßen. Hintergrund ist natürlich die damit einhergehende Verdichtungserhöhung. Von der dünnen Zylinderkopfdichtung vom Diesel muss ich mich damit zwangsläufig verabschieden. Die war 1,4mm dick. Die normale Dichtung für den Motor ist 1,75mm dick.
Das würde also nur einen Unterschied von 0,35mm wieder gutmachen. Damit würde die Verdichtung also theoretisch leicht ansteigen und das wäre überhaupt nicht mein Ziel.
Allerdings kann ich von Glück reden, dass 1/10mm weniger am Kopf, nicht soviel Verdichtungsraumverlust ausmachen wie eine 1/10mm dünnere Dichtung. Die Dichtung verändert das Volumen über den gesamten Zylinderdurchmesser, Materialabnahme am Kopf wirkt nur auf der Fläche des Brennraums, die nur gut 75% des gesamten Zylinderdurchmessers beträgt.
