Das Making-of vom VW CLASSIC-Fotoshooting

Es gibt tatsächlich noch Sachen, da verschlägt es sogar mir die Sprache. Ich habe ja schon einige Photoshootings mitgemacht, aber was gestern passierte habe ich in dieser Form noch nicht gesehen. Was Andreas Lindlahr gestern für das VW CLASSIC-Shooting angeschleppt hatte, war doch schon sehr umfangreich. Um es mal milde auszudrücken.

Ich hatte ja bereits angekündigt, daß er versucht sein Rig mitzubringen. Und er hat es mitgebracht! Allerdings bin anfangs noch von zwei Saugnäpfen und einem langen Rohr, ähnlich einem Surfsegelmast, ausgegangen.

Das Rig gestaltete sich dann aber etwas umfangreicher. Mehrere Gittermaststücke aus Aluminium und ein gut 2 Meter langer Trägerrahmen. Der liegt hier schon lose unterm Auto.

Rig-Kamera

Das erklärt auch warum Andreas mit einem Transporter gekommen ist.

Selbst Auffahrrampen hatte Andreas dabei. Die brauchten wir auch um den Trägerrahmen unterm Auto mit Spanngurten zu befestigen.

rig-platte

Zugegebenerweise war das Wetter echt mies. Aber das störte aber weder Andreas, noch seinen Assistenten Jan. So schwangen die beiden sich dann auf Isomatten unter meinem Passat und verzurten das riesige Teil.

Danach konnte ich meinen Passat wieder von dem Rampen fahren und der Trägerrahmen wurde um ein Gelenkstück erweitert.

Rig-gelenk

Das war aber erst der Anfang. Jetzt kamen die Gittermaststücke zum Einsatz. So langsam glich mein Passat einem Fahrzeug vom einem anderen Stern.

passat-rig

Sowas habe ich echt noch nicht gesehen. Postiver Nebeneffekt: Das Heck wird durch die Konstruktion ein ganzes Stück angehoben. So verschwindet gleich schon mal ein alte Passat-Krankheit.

Achso, ich habe ja noch gar nicht geschrieben, welchen Sinn diese abenteurliche Konstruktion überhaupt hat. Sie dient einzig und alleine dazu, daß man am Ende die Kamera montieren kann.

Passat-fotoshooting

Die Leiter verschwindet dann natürlich auch noch und dann werden während der Fahrt die Fotos gemacht. Das ganze mit Belichtungszeiten von 10 – 15 Sekunden. Was ich bei diesen Belichtungszeiten anfangs gar nicht glauben konnte, auf den Fotos ist der Wagen gestochen scharf. Der Hintergrund ist natürlich verwischt, aber das ist je gewollt.

Ich muß allerdings dazu sagen, daß „während der Fahrt“ etwas übertrieben ist. In Wahrheit war der Motor aus und der arme Jan mußte mich samt Passat mit einem Seil ziehen. Waren zwar immer nur so zehn Meter, aber wer Fotoshootings kennt, weiß wie viele Durchgänge man von einer Szene macht.

Letzte Justage und dann gings los.

Passat-VW-Classic

Ich habe die Bilder natürlich schon gesehen, darf sie aber verständlicherweise noch nicht veröffentlichen. Ich fand sie rattenscharf und selbst Andreas, der sonst auch gerne mal Porsche, Maseratis und AMG´s vor die Linse nimmt, war begeistert. War ein wirkich sehr entspanntes Arbeiten mit ihm. Keine Spur von „ach, so´n oller Passat“.

Er war sogar so von den Fotos angetan, daß er mich fragte ob wir das Rig nicht auch noch mal hinten montieren wollen. Das konnte ich ja schlecht ablehnen.

Also vorne wieder auf die Rampen, Rig zerlegt und Trägerrahmen unterm Auto raus, mit den Hinterrädern auf die Rampen und alles wieder unterschnallt.

Passat-kamerarig

So hing er natürlich hinten noch stärker als normal in den Federn, aber der elektronischen Bildbearbeitung sei Dank, kann Andreas das später ausgleichen. Ohne Bildbarbeitung läuft bei dieser Variante ja sowieso nichts. Das Rig soll ja schließlich auf den Bildern nicht mehr zu sehen sein.

Passat-Hamburg

Das stellt aber anscheinend für den Profi überhaupt kein Problem dar. Ich würde wahrscheinlich daran verzweifeln.

Was auch überhaupt keine Problem darstellt ist die Fahrtrichtung. Jan, der Zieher, mußte natürlich immer hinter der Kamera stehen. So wurde die nächsten Aufnahmen also in Rückwärtsbewegung gemacht.

Leider etwas unscharf, war halt nur so ein Blindschuß über die Schulter, aber so kann ich Euch Jan auch noch einmal in Aktion zeigen.

Passat-1974

Wir haben uns um 10:00 Uhr getroffen, jetzt war es 14:00 Uhr. Zeit sich mal etwas aufzuwärmen, die Location zu wechseln und auch mal ein Mittagessen einzuplanen. Und da gibt es ja in Hamurg einen Ort, der für alle drei Sachen auf einmal geeignet ist. Die Oldtimer-Tankstelle.
Andreas hatte leichte Bedenken, da das Budget bereits erschöft war. Als Profifotograf gelten ja etwas andere Spielreglen, als wenn du als Privatmann irgendwo ein paar Bilder von deinem Auto machen willst. Irgendwo auch verständlich, schließlich verdienen die damit ihr täglich Brot und werden vom Auftraggeber ja auch dementsprechend entlohnt. Klar, daß viele Locations davon ewtas abhaben möchten. Schließlich behindert man mit einer solchen Aktion ja schon ein wenig den normalen Betriebsablauf.

Da ich ja doch regelmäßig zu Gast auf der Tankstelle bin und Alex und Jann, die beiden Betreiber, ja schon kenne als die Tankstelle noch im Rohbau steckte, wagten wir einfach ein Versuch. Alex war dann zum Glück auch vor Ort und gab uns ausnahmsweise grünes Licht. In der Regel läuft das auch hier genauso ab, wie Andreas befürchtet hatte. Auch auf diesem Wege, noch einmal herzlichen Dank dafür. Im Gegenzug habe ich versprochen, daß sie in dem geplanten Artikel mit erwähnt werden. Ich denke, das sollte ich hinkriegen und es wäre auch nur mehr als fair!

Zuerst gab es jetzt aber erst mal was zu futtern. Unter anderem auf der Karte: Hamburger Labskaus mit Rollmops, Spiegelei und saurer Gurke. Damit stand die Entscheidung fest: Dreimal Bitte.

Frisch gestärkt gings dann in die zweite Runde.

Passat-Oldtimer-tankstelle

Ein paar Außenaufnahmen und dann natürlich auch noch etwas vom frisch geputzen Innenraum.

Der Kofferraum war Andreas viel zu aufgeräumt. Rike, die Stammbedienung an der Tanke, war so nett und hat uns schnell einen alten Getränkekasten raus gebracht.

Passat-Kofferraum

Zum Abschluß noch ein paar Details. Unter anderem das Typenschild. War ja klar. Ich weiß schon, warum ich das noch schnell wieder angeklebt habe. Natürlich durfte auch der Tacho nicht fehlen.

Passat-tacho

Das sind halt so die Standardfotos, die bei jedem Shooting einfach dazugehören.

Gegen 16:00 Uhr waren wir dann soweit durch. Zum Abschluß noch einen heißen Kaffee und alle waren zufrieden.

Ein wirklich interessanter Tag neigt sich dem Ende entgegen. Ich könnte sowas öfter machen. Hat wirklich irre viel Spaß gemacht. Ich bin echt mal gespannt wie sich die Fotos später machen. Wenn Andreas schon so begeistert war, dann sie ja schon recht gut geworden sein. Daß das Wetter nicht so ganz mitgespielt hat, war für die Fotos übrigens nur gut. Für diese langzeitbelichteten Fahraufnahmen hätte es, laut Andreas, überhaupt nicht heller sein dürfen. Ich bin gespannt.

7 Comments

  1. Dirk

    Gelungener Tag! Ich bin schon gespannt wie das fertige Print dazu aussieht!

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  2. SantanaKlaus

    Weißt Du schon wanns kommt ?
    In der Q2-Ausgabe 2014 ?

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  3. schotte

    wirklich interessant, da bin ich mal auf die Ausgabe gespannt

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  4. Jürgen Herwig

    Gratulation aus GÖ. Wann kommt das Heft? Schick die Jungs mal zu mir. Ich hätte da einen Santana in mindestens dem gleichen Zustand.
    Gruß Jürgen

    Reply
  5. OST

    Habe noch keine Info, in welcher Ausgabe der Artikel erscheint. Wenn ich etwas weiß, werdet Ihr es hier lesen können.

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  6. Nils

    Hab mir entsprechende Fotos immer schon interessiert in der AutoBild angesehen. Dass da aber solch eine aufwändige Konstruktion hinter steckt, hätte ich nicht vermutet.

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  7. Pingback: Saisonbilanz 2014 – ´74er Passat L | OST-Blog

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