Nacht der langen Messer 2017 – Rückblick

Als Abschlussveranstaltung für dieses Jahr waren wir am Samstag bei der zweiten Auflage der „Nacht der langen Messer“ am Start. Im Vergleich zur ersten Auflage im letzen Jahr, waren dieses Mal mehr als doppelt soviel Teams am Start. Es ging diesmal bis zur Startnummer 40.

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Da es keinerlei Einschränkung bei der Wahl Fahrzeugs gab, war dann auch wieder ein buntes Sammelsurium am Start. Von Baujahr 1969 bis Baujahr 2015; vom Subaru Justy bis zum Porsche Panamera.

Lars, mein letztjähriger Beifahrer, hatte anscheinend so viel Spaß an der Sache, dass er in diesem Jahr gleich mal selber genannt hatte.

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Er war mit seiner Frau und seinem weißen Golf 2 am Start.

Los ging es wieder am Krug Dreikronen bei Walsrode. Irgendwo draußen, ziemlich einsam an der Landesstraße 161 nach Visselhövede. Um so beachtlicher die große Anzahl der dänischen Teilnehmer.
Sieben Teams aus unserem nördlichen Nachbarland waren am Start. Aber auch Teilenehmer aus Kassel, Göttingen oder Berlin.

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Hat sich wohl herum gesprochen, dass es sich lohnt hier teilzunehmen.

Die Startnummer 1 ging um 15:01 Uhr auf die über 200 Kilometer lange Strecke. Wir folgten um 15:14 Uhr.

Es wurde fast ausschließlich nach Kartenausschnitten im Bordbuch gefahren. Vielfach liefen die Streckenabschnitte nach folgendem Schema ab: Zeitkontrolle – Oriaufabe – Gleimäßigkeitsprüfung.
Enorm wichtig war es immer rechtzeitig am der ZK zu erscheinen und die darauffolgende Oriaufgabe innerhalb der vorgegebenen Zeit zu absolvieren, da sie direkt ohne erneute Zeitnahme in die GLP´s übergingen. Zu spätes erscheinen an der ZK wurde mit 10 Strafpunkte pro Minute geahndet. Die Startzeit der GLP´s wurde im Bordbuch nach dem Muster „25 Minuten nach Abfahrt an der ZK1“ angegeben. Man war also selbst verantwortlich rechtzeitig am Start der GLP zu sein. Langes rumeiern bei den Ori-Aufaben war also nicht drin. Am Start der GLP gab es nur eine Starttafel, die den genaue Startpunkt markierte und man startet selbstständig zur vorgegebenen Zeit nach eigener Funkuhr.
Warst Du hier zu spät, war die ganze GLP versaut. Es wurde nur nach Durchschnittsgeschwindigkeit gefahren und die Lichtschranken waren geheim. Keine Meter- und Zeitangaben für die einzelnen Abschnitte.

ZK

Dementsprechend rasant ging es an der einen oder anderen ZK dann auch zu. Noch eben schnell ranrauschen um die richtige Zeit noch zu erwischen. Bloß nicht hier schon Strafpunkte einkassieren.

Nicht anders das Bild an am Selbstartpunkt der GLP.

Start-GLP

Bist Du hier zu spät am Start, ist es fast unmöglich den geforderten Schnitt zu fahren. Die Zeit zählte einfach gnadenlos runter, egal ob man am Start war oder nicht.

Und noch war es hell. Wie sollte das bloß werden wenn man nichts mehr sieht?

Jetzt konnte man ja noch halbwegs erahnen wo die Lichtschranken standen.

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Wenn es später dunkel ist, siehst Du das Auto hinterm Wald auf jeden Fall nicht mehr. Dann kannst Du nur noch noch hoffen, dass die Dreibeine der Lichtschranken etwas Licht reflektieren.

Und dann waren da natürlich auch noch die kleinen Gemeinheiten in den Ori-Aufgaben.

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Hier mal ein Auszug aus dem Bordbuch, in dem ich die entscheidende Stelle noch einmal herausgezogen und vergrößert habe. Der rote Punkt bei der 18 liegt ganz klar nicht auf der Hauptstraße.
Also einmal kurz links runter, das Dreieck um fahren und dann links weiter Richtung 19. Das ist eindeutig der kürzeste Weg.

Eigentlich völlig easy.

OK39_LR

Natürlich stand dann da links auf der Grünfläche dann auch eine OK. Aber warum links? Und warum kann man die Nummer nur von der anderen Seite lesen?

Wir hatten vor Ort keine Erklärung und haben sie deshalb nicht aufgeschrieben. Als ich mir die Szene später im Video angeguckt hatte wurde mir klar, warum sie verkehrtherum stand. Man achte auf das taufrische Verkehrsschild an der Eiche: Durchfahrt verboten.
Von der anderen Seite gab es dieses Schild nicht. Reingefallen!

Etwa zur Hälfte der Zeit war es dann auch langsam vorbei mit dem eh schon spärlichen Sonnenlicht.

zk-pause

Die ZK vor unser dreißigminütigen Pause auf der Tankstelle in Visselhövede.

Die Pause habe ich dann gleich genutzt um den Tank voll zu machen und es war auch noch Zeit für einen kleinen Snack.

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Jetzt war es dann endgültig Zeit die Schutzkappen von den Scheinwerfern abzunehmen. Ganz optimal war die Einstellung der Scheinwerfer ja nicht, aber trotzdem sind wir damit ganz gut durch die Dunkelheit gekommen.

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Sehr hilfreich beim Aufspüren der OK-Tafeln erwiesen sich übrigens die Nebelscheinwerfer. Das hatte ich denen jetzt gar nicht so zugetraut. Aber gerade sie waren es, die den Straßenrand richtig schön ausleuchteten.

Und gerade sie waren es auch die mich mehrfach auf umher streunendes Wild aufmerksam machten.

Reh

Diese Begegnungen hatten wir mehrfach. Zum Glück sind sie immer rechtzeitig verschwunden. Wir wurden vorm Start extra nochmal auf den starken Wildwechsel zu dieser Jahreszeit hingewiesen.

Und schon die nächste ZK.

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Die waren ja immer noch gut zu finden. Meistens standen hier eh schon ein paar Teilnehmer um die Zeit abzuwarten.

Nach der ZK folgt natürlich wieder eine Oriaufgabe und im Anschluss wieder eine GLP.

warten-glp

Diesmal sogar mit ausreichend Zeit um mal ein Foto in die Dunkelheit hinein zu machen. Ich weiß jetzt gar nicht ganz genau warum wir hier soviel Zeit hatten. In der Regel waren die Zeiten doch sehr eng gesteckt. Zweimal haben wir uns Strafpunkte eingefangen. Einmal eine und einmal gleich sieben Minuten. Hier hatten wir reichlich Zeit. Vielleicht war das nach der GLP auf dem Parkplatz am Bullensee. Das war die einzige GLP die nach Chinesenzeichen gefahren werden musste. Es war grandios. Grandios, was sich da auf dem Parkplatz abspielte. Rein rechnerisch hätten auf dem Parkplatz immer sechs Teams gleichzeitig unterwegs sein müssen und dabei die versteckten Lichtschranken finden müssen. Das alles dann mit einem vorgegebenen Schnitt von 20 km/h.

Ich habe nach dem dritten oder vierten Chinesenzeichen kapituliert. Gesehen hat man so gut wie nichts, überall kurvten die Autos rum. Absolut irre. Ich habe dann beschlossen hier abzubrechen, einfach noch ein paar Lichtschranken zu durchfahren und dann nix wie runter hier. Später stellte sich heraus, dass da irgendwo noch ein oder zwei weitere Lichtschranken gestanden haben.

Zum Glück wurde diese komplette Aufgabe später neutralisiert. Die Zeitnehmer in den Autos kamen wohl gar nicht mehr hinterher die Zeiten von den vorbeifahrenden Teams zu protokollieren. Zumal die dann auch teilweise noch aus zwei Richtungen kamen. Insofern, alles richtig gemacht.

Aber es gab ja noch weiter GLP´s und damit weitere Lichtschranken die zur richtigen Zeit zu durchfahren werden mussten. Die Schnitte der GLP´s lagen dann aber auch mal bei 42 und 49 km/h. Da bleibt nicht viel Zeit zum trödeln. Einmal irgendwo abgebogen und der Schnitt rauscht in den Keller. Also wieder etwas mehr Gas um das wieder rauszuholen um dann genau zu richtigen Zeit an der Lichtschranke zu sein.

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Die taucht dann plötzlich aus dem Nichts auf und die Zeitspanne jetzt noch etwas zu korrigieren ist sehr gering. Stehen bleiben ist verboten, also mit schleifender Kupplung in Schleichfahrt herangetastet oder eben mit Vollgas durch. Je nachdem wie man in der Zeit lag.

Vom Gefühl her sind wir ganz gut durch die Veranstaltung gekommen. Eine GLP haben wir etwas versemmelt, da waren wir nicht rechtzeitig am Start. Aber sonst lief alles echt rund.
Bis auf so Dinger wo Du sicher bist alles richtig gemacht zuhaben und dann im Ziel große Augen machst und alles irgendwie ganz anders war.

So ein Ding hatten wir noch kurz vor Schluss. Das war wirklich auf den letzten Kilometern und man hatte wohl schon das Ziel im Hinterkopf.

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Unsere Fahrtweg habe ich mal in rot eingezeichnet. Richtig wäre die grüne Route gewesen.

Weil´s vielleicht etwa schlecht zu erkennen ist, noch ein paar Worte von meiner Seite. Wir kamen von rechts oben und sollten über die Punkte 11 und 12 zum Ziel.

Auf unserer Bordkarte befand sich später weder die OK 58, obwohl wir direkt davor gestanden haben, noch die OK 22.

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Hier im Bild kann man die OK 58 rechts am Rand erahnen. Hier sind wir aber nicht vorbeigefahren, denn der Punkt bei der 11 lag nicht auf dem Hauptweg. Martina hatte mir extra nochmal das Bordbuch und die Lupe rüber gereicht. Ich sollte noch mal kontrollieren ob der Punkt wirklich auf dem Parkplatz liegt. Das konnte ich nur bestätigen. Wir sind also über den Parkplatz gefahren um den Punkt mitzunehmen und dann untenrum zur Hauptstraße und zum Punkz 12. Das waren gleich zwei Fehler!

Den Punkt bei der 11 hätte man nämlich von hinten anfahren müssen, da dies der kürzeste Weg zum Punkt ist. Ist zwar nur minimal kürzer, aber eben kürzer. Daraus resultiert dann dann auch der folgende Fahrweg zum Punkt 12. Der kürzere Weg nach Kartenausschnitt von Punkt 11 zu Punkt 12 ist nach Befahren des Parkplatzes in Gegenrichtung zurück zur K129, dann zur L161 und zum Punkt 12.

Gegenläufiges Fahren und Kreuzen war während der gesamten Veranstaltung erlaubt. Das war uns zwar bewusst, aber nicht den kürzesten Weg zum Punkt 11 genommen zu haben hat uns dann noch mal locker 20 Punkte gekostet.

Fünf Minuten später waren wir dann auch schon im Ziel.

Trotz Regens und und aufkommenden Sturms war es eine recht entspannte Fahrt. Ich war lange nicht so fertig wie im letzten Jahr.
Hunger hatte ich trotzdem und dagegen konnte etwas getan werden werden. Im Krug Dreikronen angekommen stand ein leckeres kaltes Buffet bereit. Dafür habe ich mich gleich am Start angemeldet. Nach sechs Stunden durch Nacht, Wind und Wetter kam man sowas gut vertragen.

Draußen wurde das Wetter auch nicht wirklich mehr besser.

wind- und-wetter

Es pfiff mächtig durch die angrenzenden Wälder.

Bis zur Siegerehrung gab es noch genug Klönschnack. Ist schließlich für die meisten die letzte Veranstaltung in diesem Jahr und es gab somit reichlich Gesprächstoff. Kurz nach Mitternacht gab es dann den Aushang mit den Ergebnissen.

siegerehrung

Viele waren da schon auf dem Heimweg und so einige davon konnte ihre Pokale gar nicht mehr in Empfang nehmen. Wir schon!

Es hat immerhin zum 3.Platz in unserer Klasse gereicht. Und das mit sagenhaften 181 Punkten. Das sind Spähren da würde man bei anderen Veranstaltungen aber ganz hinten rangieren. Da geht es teilweise um Zehntelpunkte, hier wird fast nur in 10er-Schritten gerechnet.

Die Ergebnisse sind mittlerweile auf schon auf den Seiten des VfM einsehbar: Ergebnisse „Nacht der langen Messer 2017“

So ganz kann ich die Fehlerpunkte zwar nicht nachvollziehen, aber das ist jetzt auch egal. Eigentlich bin ich der Meinung wir hatten vier OK-Fehler, hier stehen jetzt nur drei. Merkwürdig. Auch die den Zeitüberschreitungen ging ich davon aus, dass wir einmal eine und einmal sieben Minuten hatten. Hier sind es jetzt eine und fünf.

Ich denke dass, passt schon.

Und überhaupt. Es ging um nichts, es sollte Spaß machen und es hat Spaß gemacht. Die Karre hat klaglos durchgehalten, kein Kabelbrand nach meiner kurzfristigen Scheinwerferinstallation. Alles ist gut!

Ach ja, ein hätte ich fast ganz vergessen.

Unser Lohn für den vergurkten Sprit.

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Und natürlich noch ein paar Bilder für die Galerie. Ein Video wird auch noch wieder folgen.

1 Kommentar

  1. Santana-Klaus

    Klingt nach einer nicht ganz „alltäglichen“ Rallye !
    Auf die Geschichte mit 11/12 und der je kürzesten Anfahrt bin ich letztes Mal bei der Münchhausen Classic auch reingefallen – habe im Hinterkopf den insgesamt kürzestens Weg gehabt und nicht immer über den kürztesten Weg zum nächsten Punkt – 6 OK nicht/falsch gehabt …. das hat reingehauen

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