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Saisonbilanz 2016 – ´76er VW Passat L

Die Arbeiten am Rallye-Passat begann ausgesprochen zeitig. Irgendwie war ich an den Feiertagen in 2015 wohl nicht ausgelastet genug. Ich hatte beschlossen Anfang März bei der Clupsport-GLP auf dem Heidbergring zu starten.

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Dafür wollte ich ein wenig aufrüsten. Ein gebrauchter Recaro-Sitz wurde dann Mitte Januar in der Nachbarschaft geborgen. (mehr …)

Keine Atempause

Sonntag ist Arbeitstag. Leider nix mit fröhlichen umhergondeln bei schönem Frühlingswetter. Die Werkstatt rief.

Es ging weiter mit dem Schweller und der Frage wie viel ich davon jetzt letztendlich ersetze.

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Das Originalteil ist knapp einen Meter lang und geht bis kurz vor das Türende. Nur soll ich wirklich dieses ganze Stück ersetzen? (mehr …)

Den Rest besorgt die Phosphorsäure

Ich war artig und bin gestern nicht auf irgendwelche Oldtimertreffen, Messen oder Teilemärkte gefahren. Nein, ich war endlich mal wieder in der Werkstatt. Es muss ja langsam mal weiter gehen.
Schließlich habe ich bereits für zwei Oldtimerallyes im Mai genannt. Wobei die Aussage „im Mai“ noch nicht ganz den Ernst der Lage widerspiegelt. Genauer gesagt wäre es nämlich der 1. und der 7. Mai. Eher im Mai geht also nicht.

Bevor es mit der eigentlichen A-Säule losgehen kann, muss der Unterbau erst mal stehen.

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Ein Stück fehlte da ja noch. Diesmal aber ein Blech welches keine großen Anforderungen an meine Blechkunst stellte. Einfach nur rechteckig mit einem leichten Knick. Das war ja einfach. (mehr …)

Bestandsaufnahme

Eine A-Säule aufzutreiben gestaltet sich erwartungsgemäß recht schwierig. Leider habe ich nicht viel Zeit und bald muss eine Entscheidung her. Ein paar Tage gebe ich mir aber noch.

Um den wirklichen Reparaturablauf besser einschätzen zu können, habe ich jetzt mal eine gründliche Bestandsaufnahme gemacht. Es wäre fast ein Wunder, wenn da nicht noch mehr Baustellen zum Vorschein kommen würden.

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Für die nötige Klarheit sorgte zunächst der Drahtbürstenaufsatz auf der Flex. Hier erwartete mich aber ziemlich schnell völlig intaktes Blech. Die große Schweißorgie bis weit ins Radhaus hinein bleibt mir damit erspart. (mehr …)

Die 14 Schrauben der Wahrheit

Genau vierzehn Schrauben muss man herausdrehen um an den Punkt zu gelangen, der für viele VW Passat und Audi 80 der ersten Baureihe schon vor Jahren über Leben und Tod entschied.

Mit vierzehn Schrauben ist der Kotflügel an der Karosserie befestigt. Hat man die alle raus, kann man den alten Kotflügel abnehmen und den neuen Kotflügel draufstecken.

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Wenn man dann noch einen marinogelben Ersatzkotflügel am Lager hat, ist das Ganze echt ein Kinderspiel. (mehr …)

Wer tauscht denn nur einen Stoßdämpfer?

War ja eigentlich klar, daß mir wieder einige Dinge einfallen, die ich viel lieber mache als Aufräumen. Jetzt wo die Werkbank so schön frei ist…

Es besteht Handlungsbedarf an den vorderen Stoßdämpfer von meinem Passat TS. Die sind doch beide recht ordentlich am Ölen und die Dämpfungseigenschaften haben seit meiner Jungerfernfahrt merklich nachgelassen. Somit ist derZeitpunkt gekommen, an dem jetzt auch die ersten Fahrwerksteile etwas frisches Schwarz bekommen. Ich werde mir zwei Federbeine vorbereiten und die dann einfach nur kurz durchtauschen. So bleibt der TS bis dahin fahrfähig.

Federbein-Passat

„Vorbereiten“ heißt zunächst einmal zwei Federbeingehäuse strippen und anschließend zum Strahlen und Pulverbeschichten bringen. (mehr …)

Die ganze Geschichte der Passat-Schlachtung auf der Wiese

Angefangen hatte die Story bereits Ende Juni. Über den OST-Blog bekam ich folgende Nachricht:
Hallo, ich hätte noch einen Passat von 1977 abzugeben, der seit 1990 in der Garage so langsam vor sich hinaltert. Gruß Günter

Das konnte bei mir zunächst noch keinen erhöhten Adrenalinausstoß hervorrufen. Da will bestimmt wieder, sein völlig vergammeltes Zwischenmodell zu einem Liebhaberpreis an den Mann bringen. Nachdem ich dann rausbekommen hatte, das er auch nicht gerade um die Ecke steht, war erst Mal Funktstille. Günter fragte dann nach zwei Wochen noch mal nach ob Interesse vorhanden ist. Auf meine erneute Nachfrage wurde es dann, etwas interessanter:
Hallo Olaf, wenn ich mich recht entsinne hat er die Chromstoßstangen mit den Kunststoffkappen auf den Ecken. Evtl. komm ich nächste Woche dazu den Wagen mal freizuräumen, mal schauen wie er aussieht. Ich weiß nur noch nicht wie ich das Ding rauskriegen soll.
Im Vorwege konnte ich schon klären, daß er schwarz ist, eine große Heckklappe, ein Sonnendach hat und vorne durch einen Unfall lediert ist. Alles wirklich nicht so der Kracher.

In der ersten Augustwoche habe ich dann mal zwei Bilder bekommen.

Achtung! Ihr müßt jetzt ganz stark sein!

Passat-b1

Halleluja! Was ist das denn? Nee, das ist nichts für mich. Das tue ich mir nicht an. Dafür mit einem Trailer von Hamburg bis ins Münsterland. Niemals!

Dann das zweite Bild geöffnet. Upps, was ist das?

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Ich sehe da keinen Riß im Armaturenbrett! Dann noch ein Sportlenkrad, Cockpit mit großem Drehzahlmesser und eine Mittelkonsole mit Zusatzinstrumenten.

Grübel, grübel, grübel… Ein neuer Plan mußte her!

Und genau diesen Plan habe ich am Dienstag abgearbeitet. Es ging morgens um 7:00 Uhr in Hamburg los. Nicht meine Zeit, aber anders wäre das an einem Tag nicht zu schaffen. Es ging zunächst in den östlichen Teil von Münster. Hier hatte ich mir um 10:00 Uhr einen Trailer reserviert.

Trailervermietung

So gerüstet gings weiter in einen Ortsteil von Everswinkel. Knappe 20 Kilometer weiter, hier stand das Objekt der Begierde. Günter erwartete mich schon, obwohl ich gut eine halbe Stunde zu früh vor Ort war. Mit eingeplante Zeitreserven habe ich nicht benötigt. Alles lief glatt.

Bewegen ließ der Passat sich zunächst kein Stück. Bremsen fest. Mit Günters Caddy und einer Art Fleischerhaken haben wir ihn dann ins Freie gezogen.

Passat-Bergung

Ich hatte echt Angst, daß der Haken abrutscht und genau im Scheinwerfer vom Caddy landet. Nach einigen Versuchen war er dann aber an der frischen Luft. Jetzt kam man auch vernüftigt an die Räder. Mit einer großen Axt und ein paar gezielten Schlägen auf die Felgen, ließ er sich im Anschluß dann auch per Hand schieben.

Passat-aufladen

Günter kurbelte und ich lenkte. Geteiltes Leid, ist halbes Leid. So schlimm war es aber auch nicht. Der Passat rollte jetzt schon ganz vernüftig. Obwohl der Kofferraum noch voll mit allen möglichen Zeugs war. Günter wollte das erst alles rausräumen. „Laß mal alles drin, das nehme so ungesehen alles mit“, war meine Antwort.

Passat-schwarz

Was für eine Grotte. Unfallschaden, überall kleine Bleche eingeschweisst, Schweller übergebraten, Endspitze übergebraten. Das lohnt sich wirklich nur noch zum Schlachten. Insgeheim hatte ich noch gehofft, daß die Scheibendichtungen und die Dachzierleisten noch brauchbar wären. Pustekuchen. Das konnte ich vergessen. Aber das war jetzt auch egal und eh nicht mehr zu ändern.

Günter bekam noch den vereinbarten Kaufpreis und ich machte mich vom Acker. Er war aber richtig froh, daß ich wirklich vorbeigekommen bin und ihn von dieser Last befreit habe. Nach über 20 Jahren kann die Garage jetzt wieder sinnvoll genutzt werden. Nebenbei sagte er mir noch, daß er bis zum Schluß nicht daran geglaubt hat, daß ich wirklich vorbeikomme. Er kennt mich halt nicht näher… 😉

Danach ging es nahtlos über in den einzigen ungeplanten Teil des Tages. Ich brauchte einen geeigneten Platz zum Schlachten. Denn, daß ich das Teil nicht mit nach Hamburg schleppe ist ja wohl klar.
Besondere Ansprüche an den Platz hatte ich nicht. Ich wollte nur meine Ruhe haben.

Schlachtfeld

Nach wenigen Kilometern war so ein Ort gefunden. Einmal von der Hauptstraße runter und rein in die Feldmark. Das war sozusagen mein Schlachtfeld. Völlige Abgeschiedenheit und der Baum spendete noch Schatten. Erst mal den Stuhl ausgepackt und den Laptop angeworfen. Herrlich!

Jetzt konnte ich auch mal in Ruhe gucken, was ich mir denn da an Land gezogen habe. Als erstes interressierte ich mich natürlich fürs Armaturenbrett.

Armaturenbrett-Passat-32

Das war wirklich komplett riß- und beulenfrei! Alleine dafür hat sich die ganze Aktion also schon gelohnt. Alles was jetzt noch folgte war sozuaagen Bonusmaterial.

Ein merkwürdiger Passat war das aber schon. Die Fahrgestellnummer war 3272004924. Also ein ganz früher aus dem 77er Modelljahr. Ursrünglich ausgeliefert wurde er irgendwo im Ausland. Einen deutschen Brief gab es erst im März 1978. Daher habe ich leider keinerlei Infos zu der Ausstattung. Das paßt aber alles irgendwie nicht zusammen. Alleine schon die schwarze Lackierung ist selten. Man konnte zwar immer schwarzen Lack bekommen, in den Listen wurde es aber nie aufgeführt. Dann war da ein 85 PS-Motor drin, Doppelscheinwerfer, Radlaufchrom. Deutet also eigentlich alles auf GLS hin. Dazu passen aber weder die flachen Türverkleidungen, noch der schwarze Filzteppich. Auch die Verglasung in klar und der Stoff der Sitze sprechen gegen GLS. Merkwürdig. Und warum haben weder das Armaturenbrett noch das Cockpit ein Holzdekor? Die Türen haben übrigens noch die kleinen Schlößer, dafür aber Innenöffner aus Chrom. Mist die habe ich übrigens vergessen abzuschrauben….

Ich hatte aber keine Zeit mich näher damit auseinanderzusetzen. Es wartet ja schließlich noch so einiges an Arbeit auf mich.

Die Schlachtung des Passat beginnt. Los ging es im Innenraum.

Schlachtung-Passat-b1

Lenkrad, Lenkstockschalter, Mittelkonsole und die unteren Verkleidungen mußten weichen. Dann noch die beiden Muttern vom Wasserkasten aus und raus war das Brett.

Armaturenbrett-Passat-B1

Daß der Passat zu meiner Überraschung mit einem 85PS-Motor ausgestattet war, hatte ich ja eben schon erwähnt. Damit war klar, auch der Vergsaer samt Ansaugbrücke muß mit. Das Ding erforderte dann meinen vollen Körpereinsatz. Die Brücke rührte sich einfach nicht.

Vergaserausbau

Aber selbst das brachte nicht den gewünschten Erfolg. Verfluchte Kiste!
Nachdem ich dann die restlichen zwei Schrauben auch noch rausgedreht hatte gings aber ganz einfach. 😉 Manchmal hat man halt ein Brett vorm Kopf.

Aus dem Motorraum habe ich dann nur noch den Verteiler und das Heizungsventil ausgebaut.

Weiter im Innenraum. Die Sitze waren in überraschend guten Zustand. Ich habe zwar selber keinen Passat mit schwarzer Ausstattung, aber die mußten einfach mit.

Passat-Sitze

An die Rückbank kam ich allerdings zunächst noch nicht ran. Die war umgelegt und der Kofferaum war voller Müll.

Passat-Kofferraum

Obwohl Müll eigentlich wohl dooch nicht der ganz richtige Ausdruck für den Inhalt war. Denn es fanden sich auch noch recht brauchbare Sachen darin. Noch ein Sportlenkrad. Diesmal aber von Hella und mit Nabe fürs Zwischenmodell, dann noch Doppelscheinwerfer und ein ganzer Haufen Chromleisten.

Und dann lag da noch ein frisch lackierter Kotflügel.

Passat-32-Kotfluegel

Habe ich eben „einer“ geschrieben. Halt! Der für die Fahrerseite lag auch noch in dem Müll.

Passat-b1-Kotfluegel

Irre! Das habe ich vorher nicht gewußt! Welche eine Überraschung.

Jetzt kam ich aber wenigstens an die Rückbank. Die hatte einen ähnliche guten Zustand wie die beiden vorderen Sitze. Noch ein bisschen Kleinkram ausgebaut und dann war die Schlachtung auch schon durch.

Zeit für eine kleine Pause, eine kleine Erfrischung und ein kleines Sonnenbad.

OST-relaxt

Ich finde ich habe das schönste Hobby der Welt.

Nun mußte das ganze Zeug nur noch bei mir in den Volvo. Durch die ganzen sperrigen Teile wurde es zum Schluß ganz schon eng.

Beute-verstauen

Irgendwie ging aber alles rein. Meine Werkzeugkiste mußte ich zum Schluß allerdings auf dem Beifahresitz plazieren. Hinten war alles voll. Als letztes schnappte ich mir meinen Stuhl und konnte diesen Punkt erfolgreich abhaken.

Passat-Schlachtung

Bisher alles im Lot.

Auf gings zum nächsten Punkt der Tagesordnung.

Abfahrt

Der war jetzt wieder geplant. Irgendwo mußte ich mit dem Passat jetzt ja bleiben. Also im Vorwege mal geguckt was es denn da so für Möglichkeiten gibt. Ich habe mich dann für eine Autoverwertung in Freckenhorst entschieden.

Autoverwertung-freckenhorst

Der Chef machte am Telefon einen sehr netten Eindruck. Er hatte auf dem Display meine Hamburger Vorwahl erkannt und war dann doch etwas neugierig. Ich habe ihn in mein Vorhaben eingeweiht und er gab grünes Licht: „Kein Problem, kommen Sie vorbei. Zahlen müssen Sie nichts, eventuell springt sogar noch etwas für Sie dabei heraus.“

Gesagt, getan. Von meinem Schlachtplatz waren es nur gut 15 Minuten Fahrzeit und ich stand bei ihm auf dem Hof. Er konnte sich sofort an unser Telefonat erinnern. Kein Wunder einen 77er Passat kriegt er bestimmt nicht mehr alle Tage auf den Hof gestellt.

Passat-Schrottplatz

Ich habe ihn dann einfach vom Trailer rollen lassen. Kurze und schmerzlose Geschichte. Herrlich unkompliziert. Genau wie ich es mag.

Was bleibt ist der Blick zurück. Junge, Du wirst mir sicher noch eine ganze Zeit in Erinnerung bleiben.

Passat-abgeladen

Zum Schluß fragt mich der Chef noch ob ich irgendeinen Nachweis bräuchte. „Nein Danke, ich habe genug Fotos als Beweis.“ Dann kam meine abschließende Frage, „Und, kriege ich noch was?“

Es gab was. Mehr als ich erwartet hatte. Der halbe Kaufpreis war damit schon wieder drin. 😉 Ihm hat gefallen, daß die Sitze nicht mehr drin waren. Die hätte er teuer entsorgen müßen.

So, vor der Heimfahrt nach Hamburg standen jetzt aber noch zwei Punkte auf dem Zettel. Ein geplanter und ein dringend notwendiger.

Der geplante ist klar, der Trailer mußte wieder zurück nach Münster. Der notwendige folgte gleich im Anschluß. Ich hatte nach dem Tag jetzt mörderischen Kohldampf!

Zwiebelschnitzel

Frisch gestärkt gings dann wieder Richtung Norden. Was bleibt ist ein Tag voller Eindrücke und Erlebnisse die ich wahrscheinlich nicht so schnell wieder vergessen werde. Das schlimme daran, mir macht das auch noch einen tierischen Spaß. Malediven, Costa Brava, Adria.. Kannst Du mir schenken. Mir reicht ein Acker im Münsterland!

Natürlich bleibt auch noch ein ganzer Berg an Teilen. Sicher hat mich der Spaß auch etwas gekostet. Kaufpreis, anderthalb Tankfüllungen, Trailermiete und ein Schnitzel stehen auf der Sollseite.
Die Habenseite läßt sich schlecht beziffern. Gelohnt hat es sich durch die Kotflügel und das Armaturenbrett in meinen Augen auf jeden Fall.

Obwohl ein wenig trauer ich ja noch den beiden verchromten Türöffnern hinterher. Soll ich da noch mal hinfahren…
Ich habe ja kein Geheimnis daraus gemacht, wo der Passat jetzt steht. Vielleicht braucht der eine oder andere ja noch was. Die Stahlfelgen sind noch sehr zu empfehlen. Die sahen noch richtig gut aus. Die vier Chromkappen liegen auch noch im Wagen. Im Kofferaum liegen noch die beiden Stoßstangen. Die sind zwar nicht mehr ganz so schön, aber vielleicht sucht ja jemand genau solche Teile noch.

Jetzt gibt es noch Bilder, Bilder und nochmals Bilder.

Rein, rauf – Pfusch – runter, raus

Zwangsreparaturen sind immer nervig. Besonders wenn sie keinen langen Aufschub dulden. Mich hat es gestern mit meinem Volvo erwischt. Die Bremse vorne rechts wollte nicht mehr so recht zurückgehen.
Gemerkt hatte ich das schon Dienstag Abend im Stop-and-go-Verkehr. Mein Volvo bremste von ganz alleine. Zu Hause hab ich mal die Hand an die Felge gehalten. Die kochte!

Da mußte ganz schnell was passieren. Also gestern kurz in die Werkstatt. Da sollte ich eigentlich noch einen Satz Führungsstifte für die Bremssättel liegen haben. Die gehen bei der Girling-Bremse gerne mal fest. Noch bevor ich auf die Bühne bin, hab ich mal nach dem Satz Ausschau gehalten.

Rep-satz-Bremse

Tatsächlich. Ein Satz hatte ich noch im Lager.

Also rauf auf die Bühne und runter mit dem Rad.

Bremse-volvo-940

War schon wieder ganz schön heiß. Eine leicht bläuliche Verfärbung der Bremsscheibe ist schon zu erkennen.

Leider konnte ich mich dann ganz schnell davon verabschieden nur die beiden Führungsstifte zu erneuern.

Bremssattel-Volvo

Ich hatte die Halteschraube noch nicht mal ganz rausgedreht, da konnte ich den Stift schon hin- und herbewegen. An der unteren Schraube war es nicht anders. Damit war klar: Der Kolben im Bremssattel ist fest!

Den hatte ich nicht auf Lager. So weiterfahren, wäre aber auch nicht unbedingt vorteilhaft.

Also den Kolben etwas herausgepumpt und die Membrane angelupft. Sieht nicht sehr berrauschend aus.

Volvo-Bremssattel

Unter die Membrane kamen jetzt einfach ein paar ordentliche Spitzer Rostlöser. War jetzt die einzige Chance.

Der Kolben ließ sich danach zumindest auch ganz wieder zurückdrücken.

Bremsenrückstellwerkzeug

Alles wieder zusammen und für den Rest des Tages war dann auch Ruhe. Ich hab noch so einige Kilometer abgespult; heiß wurde die Bremse jetzt nicht mehr. Ich hoffe das bleibt bis zum Wochenende so. Einen neuen Bremssattel werde ich mir heute auf jeden Fall schon mal besorgen. Günstige Volvo-Teile in Hamburg zu bekommen ist zum Glück ein Kinderspiel.

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