Kopfarbeit

Gestern bekam ich die Info von meinem Motoreninstandsetzer, daß Block und Kolben wohlauf sind. Einer Weiterverwendung spricht nichts entgegen. Das Kolbenspiel beträgt im Mittel 0,035mm. Das ist also voll im Rahmen. Der Block ist auch schon um 1 mm geplant und in der nächsten Woche will er die Zylinder noch einmal durchhonen. Super, läuft alles wie geplant.
Dann konnte es also mit dem Kopf weitergehen. Zuerst versuchte ich mal rauszubekommen um wieviel der Kopf eigentlich schon geplant ist. Ich konnte mich da beim besten Willen nicht mehr dran erinnern.

Zylinderkopf Passat 32 1976

Dabei war es sehr hilfreich, daß ich noch einen neuen Kopf im Lager liegen hatte. Denn das Normalmaß für den Kopf konnte ich nirgendwo in Erfahrung bringen. Also einfach mittels Meßschiebers die beiden Köpfe verglichen. Das Resultat: neuer Kopf 133,2 mm, alter Kopf 132,7 mm. Das klingt auch logisch, denn zwischen den beiden Maßen liegen genau 0,5mm. Ein plausibles Maß. Viel darf vom Kopf jetzt also nicht mehr runter. Mein Ziel sind 0,8 mm weniger als im Originalzustand. Fehlen also nur noch 0,3 mm.
Im Zusammenspiel mit dem geplanten Block und einer dünneren Kopfdichtung fehlen nachher also 2,25 mm. Die Verdichtung steigt dabei von 8,5 auf 10,25. Super Plus wird dann wohl Pflicht.
Wahrscheinlich wird der Motor danach auch kein Freiläufer mehr sein. Die Nockenwelle wird die Ventile den Kolben ja auch noch ein Stückchen näher bringen. Das wäre aber zu verschmerzen. Ein Zahnriemen ist mir zumindest bisher noch nie gerissen.

Dann gings an den Ausbau der Ventile. 8 Muttern unter die Ventile, damit die sich nicht herunterdrücken und den Kopf mit einer großen Schraubzwinge auf der Werkbank fixiert.

Zylinderkopf ventildemontage Passat 32 1976

Dann den Ventilniederdrücker auf die Stehbolzen der Nockenwellenlagerschalenstehbolzen (geiles Wort) aufgedreht und los gings. Im Anschluß dann noch eben die Ventilschaftdichtung herausgezogen.

Zylinderkopf Ventilschaftdichtung Passat 32 1976

Ich mach das nun auch nicht jeden Tag, aber trotzdem ist das keine große Sache. Da ich den ganzen Arbeitschritt aufgenommen hatte, wußte ich hinterher auch die Zeit: 7 Minuten.

Keine Angst das Video habe ich auf knapp 4 Minuten eingekürzt.

Die Ventile kamen in ein vorbereitetes Holzbrett. Um die werde ich mich später noch mal kümmern.

Zylinderkopf Ventile Passat 32 1976

Zunächst wollte ich mich jetzt erst mal mit der Schrick-Nockenwelle beschäftigen. Die hat ja etwas mehr Ventilhub als die Serienwellen und da besteht dann leicht mal die Gefahr, daß die Nocken nicht mehr freigängig sind.

Schrick Nockenwelle Passat 32 1976

Die Welle legte ich einfach lose im den Kopf und nahm nur die hintere Lagerschale, die die Axiallagerung der Welle herstellt, zur Fixierung.

Schrick Nocke Passat 32 1976

Viel Platz ist da nicht mehr. Mehr Hub geht ohne Bearbeitung des Kopfes wohl nicht. Zur Sicherheit habe ich mal ein Stück Papier genommen und das Spiel an allen Stößelführungen überprüft.

Das Ergebnis fiel positiv aus. Das Stück Papier wurde nirgends eingeklemmt. Den Punkt kann ich also auch ad acta legen.

Viel mehr habe ich dann gestern auch nicht mehr gemacht. Nur noch die Dichtflächen für die Wasserstutzen von den Dichtungsresten befreit und dann noch ein bisschen aufgeräumt.

Das Ergebnis nach 40 Sekunden harter Arbeit.

Zylinderkopf Dichtfläche Passat 32 1976

Habe ich schon gesagt, daß dieses Teil einfach nur genial ist. 😉

5 Kommentare

  1. Julian

    Mal eine Frage wegen der Nockenwelle.
    Du hast doch geprüft ob die genügend Spiel hat um nicht an den Block anzustoßen (sieht auf dem Foto extrem knapp aus).
    Selbst wenn die jetzt passt,besteht dann nicht die Gefahr dass wenn der Motor warm ist und sich die Teile ausdehnen dass die Welle dann anschlägt?Oder versteh ich jetzt irgendwie was nicht?

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    1. OST (Beitrag Autor)

      Der Kopf wird sich bei Wärme mehr ausdehnen als die Nockenwelle. Zum einen weil die Nockenwelle nicht so warm wird und zum anderen weil der Ausdehnungskoeffizient von dem Aluguß höher ist, als der des Gußes der Nockenwelle. Somit „wandert“ die Nockenwelle eher noch ein Stück nach oben und die Stößelaufnahmebohrungen werden im Durchmesser größer. Das spielt sich alles natürlich nur im 1/100mm-Bereich ab. Und so ein Blatt Papier wird bestimmt 1/10 mm stark sein. Ist also genug Luft zwischen den Bauteilen.

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      1. Julian

        Ah..okay.Wieder was gelernt!

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  2. Pizza

    Junge Junge.
    Sone ausführlichen Beschreibungen kenn ich eigentlich nur von den „Lach- und Sachgeschichten“ oder „Hobbythek“ 🙂
    Wenn ich aber bitten dürfte, Olaf, dann nimm sicherhaeitshalber doch etwas Material am Kopf wegen der Nockenfreigangs wech. Falls ich später mal ne andere Welle verbauen möchte, muss ich nich wieder alles auseinanderbauen 😉
    *gefääääällllt mir*

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    1. OST (Beitrag Autor)

      Ich hab´da mal was vorbereitet… 😉

      Antworten

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