Schluß mit Original – TS goes GLS

Mal eben die Türen vervollständigen, Zierleisten ran und dann die Scheiben rein. Mal eben, war gut. Mit Ach und Krach habe ich jetzt die Beifahrertür soweit. Ich bin dabei in einige Fettnäpchen getreten und auch die ganzen Reinigungarbeiten erforderten viel mehr Zeit als gedacht.

edelstahlleisten-Passat-b1

Die drei oberen Chromleisten für den Fensterrahmen, die in Wahrheit Edelstahlleisten sind, konnte ich nach einer kleinen Auffrischung alle wieder verwenden. Da habe ich viel schlechtere im Lager rumliegen.

In den Leisten befinden sich kleine Stahlklammern. Ohne die hätten die Leisten keinen richtigen Halt. Leider haben diese Klammer aber auch die blöde Angewohnheit den Lack bei der Montage der Leisten richtig schön einzuritzen. Um hier vor späteren Rostschäden gewappnet zu sein, erhielt jede Klammer ein Bett aus Fett.

Rostschutz-klammer

Falls die Klammer also irgendwo bis zum Blech vordringt, ist dem Rost wirkungsvoll Einhalt geboten.

Und das ist dann, der Saukram den ich gestern schon angekündigt hatte.

zierleiste-passat-ts

Aber besser als später irgendwo braune Flecken, die unter den Leisten hervorkriechen.

Damit war der Grundstock zum Einbau der Scheiben gelegt.

zierrahmen-Passat-b1

Das ist dann jetzt der Zeitpunkt, wo ich von dem Originalzustand des Passat TS abweichen werde. Und nicht nur das. Denn was ich jetzt zusammenstecke, kann es so nie gegeben haben. Das hier müßte ein Teil von den Fremdkörpern sein.

fensterscheiben-Passat-b1

Überbleibsel von der Restauration meines Passat GLS Automatic.

Ob sie es allerdings wirklich sind, mußte ich erst noch herausfinden. Beschriftet waren die Teile nicht und leider auch so eingestaubt, daß ich selber nicht so richtig was erkennen konnte.

Dreiecksfenster-Passat-GLS

Im Waschbecken verschaffte ich mir dann Klarheit. Obwohl ich in Wahrheit genau das Gegenteil von Klar gesucht und dann auch gefunden habe.
Ich war nämlich auf der Suche nach den bronze getönte Scheiben, die ursprünglich in meinen GLS verbaut waren.

bronzecolor

Endgültige Gewißheit brachte dann der weiße Zettel. Bronzecolor!

Noch mal eine kleine Aufklärung warum es nie einen Passat TS mit solchen Scheiben hätte geben können. Bronzecolor gab es erst ab dem Modelljahr ´77. Da gab es aber schon keinen TS mehr. Diese Verglasung war einzig und alleine den GLS-Modellen vorbehalten. Die hatten sie dann aber alle. Bis zum Produktionsende hin, war es nicht möglich diese Tönung separat zu orden. In der Aufpreisliste gab es immer nur Grüncolor als Extra. Vereinfacht ausgedrückt: Bronzecolor = GLS, GLS = Bronzecolor.

Wie auch schon beim Dreicksfenster zu sehen, hinterlassen die Gummidichtungen immer diese unschönen schwarzen Ränder auf dem Glas.

Passat-TS-seitenscheibe

Dagegen hilft die Mattierungspaste von RotWeiss. Eigenlich zum Mattieren von Lacken für nachfolgende Beilackierungen gedacht, war es auch hier äußerst effektiv. Die Flasche kommt zur Zeit überhaupt nicht zur Ruhe. Auch die ganzen Zierleisten habe damit wieder auf Vordermann gebracht.

Jetzt konnte ich endlich mit dem Zusammenbau beginnen. Bis hierhin waren bestimmt schon zwei Stunden vergangen.

Und wieder stand ich mal wieder vor der Frage, in welcher Reihefolge müßen die ganzen Sachen jetzt wieder in die Tür. Das ist so ein Arbeitsablauf, den man einfach zu selten macht.

Passat-Ts-fensterheber

Ich hab einfach mal mit dem Fensterheber angefangen. Direkt danach folgte die hintere Fensterführung und dann die Scheibe.

Passat-B1-seitenscheibe

Schon das erwies sich kurz danach als falsch. Die hintere Fensterführung mußte zwar schon die Tür, durfte aber noch nicht endgültig festgschraubt werden. Das war das erste Teil was ich wieder loschrauben durfte.

Kurbelfenster-Passat-TS

Um die Gleistücke unten in die Schiene zu bekommen, mußte die Scheibe etwas schrägestellt und leicht nach hinten geschoben werden. Das ging erst mit wieder demontierter Führung.

Nächster Schritt war dann die lange vordere Führung. Die hatte ich ja schon vor langer Zeit beim Pulverbeschichter gehabt. Um die nicht gleich wieder zu verkratzen, gab´s einen Schutz mit Klebeband.

Passat-TS-Dreiecksfenster

Damit ich anschließend das Dreickecksfenster einbauen konnte, mußte die vordere Führung im 45°-Winkel zur Seite gelegt werden. Spätenstens hier erwies sich das Klebeband als sehr nützlich.

Das Dreieckecksfenster saß somit, die vordere Führung ist fest, fehlt nur noch die Dichtung im Türrahmen.

Fensterdichtung-passat-TS

Puh, das ging ja dann doch noch relativ gut. Die unvermeidbaren Fettspuren habe ich erwartet.

Fenstersteg-Passat

Aber alles saß sauber und passend im Rahmen. Das große Fenster ließ sich einwadfrei rauf- und runterkurbeln.

Jetzt fehlten nur noch die Schachleisten.

Scheiße geht nicht! Die kriege ich da jetzt gar nicht mehr rein.

Schachtleiste-passat

Die gehört unter die Dichtung vom Dreiecksfesnter. Alle Versuche die da irgendwie von der Seite reinzuschieben oder von oben reinzudrehen, scheiterten kläglich. Es half nichts. Das Dreickecksfenster mußte wieder raus.

Fenster-passat

Nicht ganz aber eben soweit nach oben, daß ich die Leiste von oben über die Kante stecken konnte. Wieder wertvolle Zeit verplempert.

Die innere Schachtleiste saß damit. Jetzt fehlte nur noch die aüßere Schachtleiste und die untere Chromleiste. Damit bin ich dann auch gleich die den Teilen, die wohl jeder VW Passat und Audi 80-Besitzer haßt wie die Pest. Nicht die Leisten selber, sondern diese filigranen Zierleistenclips. Wer einmal die Chromleiste abgenommen hat wird sie kennen. Denn ich habe noch keine Leiste abbekommen, ohne dabei nicht mindestens die Hälfte dieser Clipse zu zerstören. Es geht einfach nicht!

Erschwerend kommt hinzu, daß die Clipse nicht nur die leichte Chromleiste halten, sondern fünf Clips halten gleichzeitig auch noch die Schachtleiste.

Passat-TS-schachtleiste

Dazu befinden sich sowohl in der Tür, als auch in der metallverstärkten Gummileiste fünf ovale Löcher.

zierleistenklammer-passat

In diese Löcher kommen diese Kunstwerke der frühen Kunststoffspritztechnik. Zierlicher geht es kaum. Der Fuß dieser Clipse hat eben diese ovale Form und paßt somit nur in dieser Stellung durch die Löcher. Um die Schachtleitse jetzt zu fixieren ist eine 90° Drehung erforderlich. Gleichzeitig muß man sehen, daß die Leiste vernüftig am Blech anliegt. Sonst hat man nämlich die Klammern schon bei der Montage zerstört.

Wenn dann alles gutgegangen ist, soll das so aussehen.

schachtleiste-passat-ts

Im vorderen Bereich sind es andere Klammern, da hier die Schachtleiste nicht mit gehalten werden muß. Die sind dann weiß.

Puh, die Clipse sitzen jetzt. Mit den Dingern ist es echt ein Krampf. Zumal sie nur noch sehr schwer zu bekommen sind. Die schwarzen gibt es noch beim CPC, die weißen sind dort aber mittlerweile schon nicht mehr verfügbar.

Damit fehlte jetzt nur noch die unter Zierleiste. Der Originalen habe ich beim Ausbau wohl einen mitgegben.

Chromleiste-Passat-b1

Ersatz, der nur einmal leicht überpoliert werden mußte, fand sich im Lager.

Womit wir schon wieder bei den tollen Zierleistenclips wären. Es ist ja nicht nur so, daß man sie bei der Demontage der Leiste leicht zerbricht. Nein, natürlich auch beim Anbringen der Leiste.

clip-kaputt

Knack! Hinüber das Ding. Man hatte ich einen Hals. Selbst bei nagelneuen Clipsen passiert das. Zum Glück hatte ich noch eine in Reserve.

Den Feierabend hatte ich mir verdient. Zum Abschluß noch einmal die Scheiben übergeputzt und die Fettfinger von den Leisten gewischt. Fertig! Fix und fertig!

Passat-TS-1975

Der Anblick entschädigt etwas. Das Bronzecolor gefällt mir besser als ich gedacht hätte. Ein schöner, dunkler Kontrast zu dem knalligen Viperngrün.

9 Kommentare

  1. Ralf

    Hi Olaf,

    lege die Clipse in warmes Spülewasser(2-3h), ich weiss zwar nicht warum genau, aber sie werden wieder etwas elastischer ( Modellbauerfahrung).

    Gruss Ralf

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  2. pizza

    Moin’sen.
    Immer wieder köstlich zu lesen. Die Spannung wird aufgebaut um dann in einen Aaaaarg zu enden. Wie im Krimi. Nur hier mit Schadenfreude. 😀 Aber das ist ja von dir wohlwollend beabsichtigt und deine Leser nehmen es dankend an 😉

    @Ralf: cooler tipp (Y) Bei mir bleibt meistens keiner der clipse heile 🙁

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  3. MainzMichel

    Meine immer noch aktuelle Meinung: Du hättest die grünen Scheiben aus Deinem GLS nehmen sollen. Ich glaube, das würde noch besser kommen als mit den braunen. Und es hätte so vom Band rollen können.

    Adios
    Michael

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    1. Dirk Marks

      Nö, grün mit Grünglas sieht nicht so prickelnd aus, lediglich bei onyx wirkt das ganz gut. Ich habe in meinem 76er in cliffgrün auch Bronze-Color verbaut und finde dass das wirklich gut wirkt bei hellem, bzw. knalligem Grün.

      Gruß,
      Dirk.

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  4. Stan

    funktioniert die rot/weiß Mattierungspaste gut auf der Scheibe? ich habe noch zwei Seitenscheiben, die ewig bei einem Lackierer gestanden haben und voll Sprühnebel sind. aber wusste bisher nicht so recht mit was ich da ran gehen soll…

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    1. OST

      Ich war positiv überrascht wie gut das ging. Bei mir waren es aber auch nur kleine Bereiche. Ob man damit eine ganze Scheibe hinbekommt, will ich nicht garantieren.

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      1. Stan

        aber wenn es keine Kratzer hinterlässt werde ich es auch mal probieren, scheint ja eine recht grobe Schleifpaste zu sein

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  5. Christian

    @stan: probiers mit nitroverdünnung, eine stufe heftiger wäre aceton, das geht sogar auf den rauhen randbereichen garantiert.

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    1. Stan

      selbst waschverdünnung hat nichts gebracht, daher wollte ich zum abrasiven übergehen 😀

      Antworten

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