Blogparade: Mein erster Führerschein

Als Blogger schaut man natürlich auch mal über den Tellerrand und guckt was Gleichgesinnte so publizieren. Im ersten Moment etwas skurril, dann aber irgendwie doch interessant, fand ich Idee von Marc Höttemann. Er hat eingeladen zu einer Blogparade: Mein erster Führerschein.

Führerschein? Hab´ich! Da mach ich doch einfach mal mit.

Obwohl, wo im Portemonnaie steckt der überhaupt? Aber irgendwo muss er sein, ich muss den nämlich vergleichsweise häufig hervorkramen und vorzeigen. Aber nicht was Ihr jetzt wieder denkt. Nein, natürlich nicht, weil mich mal wieder irgendwelche Ordnungshüter auf dem Schirm haben. Die Sache ist viel banaler. Ich muss ihn praktisch bei jeder Oldtimer-Rallye, zur Dokumentenabnahme vorzeigen.

Hier ist also mein Lappen:

Lappen

Lappen ist wohl mittlerweile wirklich der richtige Ausdruck.

Das ist mein erster, einziger und immer noch aktueller Führerschein.

Ist schon ganz schön zäh so ein Stück Papier. Was hat der nicht alles schon mitgemacht. Mindestens zweimal, war er schon auf Tauchstation. Gemeinsam mit mir! Ich erinnere mich zum Beispiel noch an eine Szene, da war er noch gar nicht so alt. Da habe ich eine kleine Wette verloren. Wetteinsatz: So wie man ist, von der Seebrücke in Pelzerhaken in die Ostsee zu springen.
Die Rostansätze an den beiden Lochnieten sind mitterlweile wieder verschwunden…

Auch bei mindestens einer Kanutour durfte mein rosaner Freund ebenfalls gemeinsam mit mir baden gehen. Bis heute hat er das alles klaglos mitgemacht.

Immerhin kann ich für ihn bald das H-Kennzeichen beantragen.

pappe

Seit dem 21.Mai 1986 ist er nun schon mein ständiger Begleiter. Ich kann mich allerdings nicht mehr daran erinnern, warum ich ihn erst gut zwei Wochen nach meinem 18.Geburtstag bekommen habe. Durchgefallen bin ich weder bei der theoretischen, noch bei der praktischen Prüfung. Obwohl ich noch die Worte meines Fahrlehres im Ohr habe: „Wenn Du in der Prüfung auch so schnell fährst, fällst Du durch!“ Er sah das aber eigentlich ganz locker, war auch noch ein ziemlich junger Typ. Vor der Prüfung kamen nur zwei Worte von ihm: „Denk dran…“ Wir grinsten uns an und er wusste, ich hatte verstanden.

Den vorherigen Absatz muss ich noch mal ein kleines bisschen richtigstellen. „Ständiger Begleiter“ stimmt nicht so ganz. Zweimal in jetzt bald 29 Jahren, befand sich mein Führerschein nicht bei mir im Portemonnaie. Das aus zwei ganz unterschiedlichen Gründen. Klar, den einen Grund könnt Ihr Euch schon denken. Aber da durfte ich sowieso kein Auto fahren, also konnte ich den Führerschein auch auf dem örtlichen Polizeirevier abgeben…

Das zweite Mal habe ich den Verlust überhaupt nicht bemerkt. Das wurde mir erst bewusst, als eines Tages einen Briefumschlag zu mir ins Haus flatterte. Ich staunte nicht schlecht. Inhalt: Mein Führerschein, meine Zulassung vom Volvo und das rote Zulassungsheft für die 07er-Nummer.

Das war ein wirklich komisches Gefühl, du öffnest einen Briefumschlag und darin sind deine ganz persönlichen Dokumente. Bis dato hatte ich nichts von diesen Sachen vermisst. Wie ich dem netten Anschreiben entnehmen konnte, habe ich sie bei einem HSV-Spiel im Stadion verloren. Das nette Mädel vom Brezel-Stand, wo mir die Sachen wohl rausgerutscht sein müssen, hat sie kurzerhand an die Adresse geschickt, die sie auf der Zulassung fand. Sehr netter Zug.

So, nun habt Ihr solange durchgehalten. Dafür gibt es zur Belohnung auch das, worauf Ihr sicher am sehnsüchtigsten gewartet habt. Ich kenn Euch doch.

Mein Führerscheinfoto.

foto-klasse-3

Eine gewisse Ähnlichkeit muss noch bestehen. Zumindest hat mich noch jeder darauf wiedererkannt.

Zu mehr als Klasse 3 hat es bei mir nie gereicht. Allerdings Motorrad hat mich nie gereizt, einzig den LKW-Führerschein hätte ich beim Bund damals gerne noch mitgenommen. Warum ausgerechnet mein damaliger Stubenkollege und ich, die einzigen waren, die nach 18 Montane ohne Klasse 2 die Kaserne verlassen mussten, habe ich bis heute nicht verstanden.

Aber wenn ich ehrlich bin, ging es bis heute auch ohne. Immerhin haben wir alten Herren ja noch das Privilleg wenigstens 7,5-Tonner mit unseren Lappen bewegen zu dürfen. Das war mitunter schon recht hilfreich.

7 Kommentare

  1. Kuddl

    1986 wurde schon der in Rosa ausgegeben?? Ich dachte der kam irgendwann in den 90ern!?
    1983 gab es jedenfalls noch den Grauen. Und der sieht in meinem Fall ähnlich verlebt aus wie Deiner…

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    1. KLE

      Der rosane kam am 01.05.1986. Knapp daneben ist eben auch vorbei – ging mir genauso.

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      1. OST (Beitrag Autor)

        In der Tat und ich glaube wir waren nicht gerade stolz drauf, jetzt als „richtige Männer“ einen Führerschein in Mädchenfarben erhalten zu haben.

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  2. MainzMichel

    Ehrlich gesagt – ich kann keine Ähnlichkeiten zwischen diesem Bild und dir erkennen. Gut, die hohe Stirn war schon damals erkennbar, aber sonst sehe ich da nicht viel Gleichheiten. Stelle doch mal dieses und ein aktuelles direkt nebeneinander, das wird interessant!

    Adios
    Michael

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  3. Stefan200

    Moin.
    Jaja. So ändern sich die Gefühle. Vom ungeliebten Mädchenführerschein zum Charakter- Lappen mit 100 Erinnerungen. Mein erster war auch so einer, wenn auch 6 Jahre später. Leider, leider hab ich den nicht mehr sondern muß mit so einem öden Stück Plastik leben.

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  4. Julian

    Ich hab ja diesen verkackten Scheckkarten-Führerschein… darf damit nicht mal Anhänger oder nen Transporter fahren..

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  5. Pingback: Auswertung der Blogparade Mein erster Führerschein > Blogparade > Auswertung, Foto, Führerschein, Lappen, Nostalgie

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