Nur noch 5 cm vom 1. in den 2.Gang

Ausnahmsweise beginnt der heutige Beitrag mal mit dem letzten Foto was ich gestern aufgenommen habe. So groß der Eindruck gewesen ist, den der gestrige Tag hinterlassen hat, so klein ist jetzt der Weg vom 1. in den 2. Gang.

Schalthebel-passat-b1

Der beträgt jetzt nur noch 5 Zentimeter.

Auf dem Bild ist jetzt der zweite Gang eingelegt, vorne am Anfang des Zollstocks steht der Schalthebel wenn der erste Gang drin ist. Irgendwo dazwischen gibt es dann aber tatsächlich auch noch eine Leerlaufstellung. Eine so knackige Schaltung hätte ich nie und nimmer erwartet.

Aber der Reihe nach.

Es fehlte ja noch die Verbindung zwischen Schaltwelle und Schaltstange. Dafür fehlte mir am Mittwoch leider das geeignete Material.

4mm-blech

Eine simple 4mm-Blechplatte dient hier als Ausgangsmaterial und die war schnell organisiert.

Schnell war das passende Stück ausgemessen und herausgetrennt. Eine Ecke musste auch schon weichen und noch etwas ist passiert.

schaltungsgelenk-passat-b1

Ich habe das Gelenkstück noch einmal abgetrennt und andersherum wieder angeschweißt. Warum, das wird in den folgenden Schritten klar.

Das Blech erfuhr noch eine weitere Bearbeitung.

bau-schaltwegverkuerzung

Eine weitere Ecke verschwand. Diesmal mit einem diagonalen Schnitt. Wenn ich das Gelenk nicht noch einmal gedreht hätte, hätte ich den Schnitt flacher ausführen müssen und damit oben rechts eine kürzere waagerechte Kante erhalten. Diese Kante wollte ich aber so lang wie möglich gestalten, da hier die Verbindung zum Gelenkstück hergestellt wird.

Im folgenden Bild wird das deutlicher.

schaltwegverkuerzung-passat-b1

Hier folgten jetzt nämlich zwei Schweißpunkte. Von jeder Seite einer. Hätte ich das Gelenk nicht umgedreht, wäre der Schweißbereich wesentlich kleiner. Ich hätte dann nämlich nur das kurze Stück, welches sich 90° verdreht auf der anderen Gelenkseite befindet zur Verfügung. Der erste Drehpunkt des Gelenks von der Schaltstange aus gesehen, muss sich nämlich in vertikaler Richtung befinden.

Zu viel technische Details? Sorry, aber ich will Euch einfach nur an meinen Gedanken teilhaben lassen. Ihr glaubt gar nicht, was einem bei dieser scheinbar simplem Konstruktion so alles durch den Kopf geht.

Mit diesem Teil ging es jetzt zum Fahrzeug. Bewaffnet mit einem Edding galt es jetzt die richtige Position auf der Hülse der Schaltwelle zu markieren.

schaltwelle-getriebe

Hier gilt es den originalen Achsversatz, den auch die originale Schaltbetätigung hat, wieder hinzubekommen. Schaltwelle und Schaltstange laufen nämlich parallel in einem Abstand von gut drei Zentimetern. Die gilt es wieder zu erreichen um später in die einzelnen Gassen zu kommen.

Im Schraubstock gab es dann die vorerst letzten beiden Schweißpunkte.

Schaltwegverkuerzung-audi-80

Ich befinde mich schließlich immer noch im Status des Prototypenbaus. Jetzt schon alles komplett zu verschweißen macht keinen Sinn.

Mit diesem Gebilde ging es jetzt zurück unters Auto. Zuerst oben das Schiebestück zur Schaltstange einfädeln und dann unten die Hülse auf die Schaltwelle.

passat-32-schaltwegverkuerzung

Die Madenschraube unten habe ich dann auch gleich festgezogen. Hier gibt es ja eine vorgegebene Position. Oben die Schelle an der Schaltstange bleibt vorerst noch lose.

Denn jetzt muss der Schalthebel in die richtige Position gebracht werden. Die Schaltwelle vom Getriebe steht in Neutralstellung ja in der Gasse vom drittem und vierten Gang. Das kennt Ihr sicher alle selber. Um in den ersten Gang zu gelangen, muss der Schalthebel nach links gedrückt werden. Lässt man den Hebel wieder los, springt er zurück nach rechts.

Also muss der Schalthebel auch in dieser Position stehen, bevor unten die Schelle festgezogen werden kann.

schalthebellehre-audi 80

Das geht mit Hilfe der Schalthebellehre völlig easy. Zunächst löst man die vordere Klemmschraube, bringt das Schiebestück samt Schalthebel links in Anschlag, fixiert dann das Schiebestück mit der Schraube und bringt den Schalthebel in die rechte Endposition. Hier wird er durch einen Federmechanismus in der Lehre festgehalten. Total simpel und vor allen Dingen auch wirklich die richtige Position.

Ein letztes Mal unters Auto und die Schelle festgezogen.

schaltbetätigung-passat-b1

Fertig!

Und da ich schlecht unten gucken und oben schalten kann, übergab ich die Sache mit dem Gucken mal an meine kleine Actioncam.

schaltung-video

Die kann jetzt eventuelle Fehlfunktion oder Schwachstellen entlarven.

Aber seht selbst:

Jetzt kann man auch verstehen warum der gestrige Tag so einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat. Es funktioniert! Gleich beim ersten Mal und selbst der erste und der Rückwärtsgang bei stehendem Motor rein. Ich bin echt angetan.

Alle Gänge lassen sich schalten und der Schaltweg oben am Hebel hat sich wirklich enorm verkürzt. Wie schon am Anfang beschrieben liegt der jetzt nur noch bei 5 Zentimetern. Ich habe es vorher nicht gemessen, aber ich schätze die Wege haben sich damit fast halbiert.

Wo Licht ist, da ist aber natürlich auch etwas Schatten. Ist halt alles nur Physik. Wenn ich das gleiche Ziel mit weniger Weg erreichen will, muss ich mehr Leistung bringen. Will heißen, der Kraftaufwand um die Gänge zu schalten ist gestiegen. Man könnte das jetzt auch als sehr knackige Schaltung bezeichnen. Sicher gewöhnungsbedürftig. Weiterhin ist der Weg von der linken in die rechte Gasse jetzt lange nicht mehr so schwammig. Da die Schaltung jetzt nahezu spielfrei ist, muss man schon sehr exakt schalten. So ein „rüberrutschen“ vom 2. in den 3. Gang wird es wohl nicht mehr geben.

Ich bin mal gespannt ob das auf der Straße überhaupt fahrbar ist. Bis jetzt war das ja alles nur Trockenschwimmen. Die Lösung mit den Knarrengelenk ist sicher noch nicht das Optimum. Hier schwebt mir eine Verbindung mit einem Uniball-Gelenk vor. Aber das sind dann alles Feinheiten, sollte sich der Umbau als wirklich praxistauglich erweisen.

3 Kommentare

  1. pizza

    Gratulation ?

    Antworten
  2. Julian

    Sieht auf jeden Fall äusserst interessant aus!
    Bin mal gespannt obs auch nicht eventuell zum klappern neigt.

    Antworten
  3. Ingo Mols

    Super-geile Idee!
    Wenn Du damit in Serie gehst, bin ich dabei! 😉
    Wahrscheinlich kann man sich damit auch den Tausch des Schaltdoms sparen, wenn man auf 5-Gang umbaut.

    Nun mal warten, ob da nicht zu viele Vibrationen entstehen…

    Viel Glück!

    Ingo

    Antworten

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