3. ADAC NAMC Clubsport-GLP 2016 Heidbergring – Rückblick

Zunächst einmal vielen Dank für die größtenteils doch aufmunternden Kommentare zum gestrigen Beitrag. Natürlich lasse ich mich davon nicht unterkriegen und werde es sehr wahrscheinlich irgendwann noch mal wiederholen. Dann vielleicht etwas langsamer.

Beim gestrigen kurzen Rückblick kam die Betrachtung der eigentlichen Clubsport-GLP natürlich viel zu kurz. Wie versprochen werde ich hiermit noch ein paar Zeilen nachliefern.

Aus meinem Wunsch am Samstag eine trockene Piste vorzufinden wurde ja leider nichts. Aber immerhin lag kein Schnee und die Temperaturen lagen auch über dem Gefrierpunkt. Nicht viel, aber immerhin. Trotzdem alles andere als optimale Bedingungen für solche eine Veranstaltung.

Fahrerlager-Heidbergring

Clubsport-GLP, was ist das jetzt eigentlich genau?

Nun ich will es mal mit meinen eigenen Worten versuchen zu erklären. Alles was in Deutschland mit dem schnellem Bewegen von Fahrzeugen, außerhalb des öffentlichen Straßenverkehrs, zu tun hat, ist komplett reglementiert. Verantwortlich dafür ist der DMSB, der Deutsche Motorsport Bund e.V.
Clubsport-GLP´s sind nun eine relativ gering regelmentierte Einstiegsmöglichkeit, mit seinem Fahrzeug an solchen Rennen teilzunehmen. Moment, das Wort „Rennen“ vergessen wir lieber gleich mal wieder ganz schnell. Das ist natürlich kein Rennen, sondern eine Gleichmäßigkeitsprüfung. Dabei gibt der ausrichtende Club eine Sollzeit bzw. einen Schnitt vor, der möglichst exakt gefahren werden muss.
Einzige Voraussetzungen am Fahrzeug sind ein Dreipunktgurt, also das was eigentlich jedes Auto serienmäßig besitzt und ein 2kg-Feuerlöscher. Die Insassen müssen köperbedeckende Kleidung, festes Schuhwerk und einen Helm tragen. Zusätzlich benötigt wird eine DMSB-Fahrerlizenz. Darin enthalten ist dann eine Unfallversicherung.
Lizenz? Hab ich nicht! Aber die konnte man sich bei der Nennung gleich mit bestellen und bezahlen. Hab ich natürlich gemacht. Wenn das so einfach ist, dann ist ja gut.

Bistro-Heidbergring

Die gab es dann bei der Ausgabe der Veranstaltungsunterlagen. Somit bin ich jetzt im Besitz Nationalen-Bewerber-Fahrer Lizenz Stufe C. Ganz ehrlich, was das jetzt genau bedeutet erschließt sich mir noch nicht so ganz. Alleine das Thema Lizenzen beim DMSB würde für einen eigenen Studiengang ausreichen.

Im Bistro fand dann auch die Fahrerbesprechung statt. Für einen absoluten Neuling wie mich, war es schwer wirklich alles zu behalten. Zumal ja parallel auch noch der Rallye-Sprint, ohne Schnittvorgabe, stattfand. Diese Kandidaten fuhren also auf Bestzeit. Aber auch beim Clubsport-GLP gab es noch die Klassen 1-4. Diese wurden dann noch nach Leistungsgewicht in a,b und c unterteilt.
Klasse 4 war die Old- und Yountimerklasse für die ich ursprünglich auch genannt hatte. In der Klasse wäre ich am Samstag alleine gewesen, bzw es hätte dann wohl eine Klassenzusammemlegung gegeben.
In der Klasse 3 konnte eine Schnittvorgabe zwischen 60 und 80 km/h vorgegeben werden. In dieser Klasse ist dann aber bereits ein Überrollkäfig vorgeschrieben.
Ich war in der Klasse 2a und hier gab es einen Schnitt von 50km/h. Also die Runde auf dem Ring, welcher 850m lang ist, in 1 Minute und 1 Sekunde.

rallyesprint-heidbergring

cup-polo

Für solche Experten die das schon länger machen, stellt das in der Regel überhaupt kein Problem dar. Bei trockenen Bedingungen sind durchaus Zeiten zwischen 45 und 50 Sekunden möglich.

Mir war schon im Vorwege klar, dass ich den 50er-Schnitt bei diesen Bedingungen wohl schaffen kann, aber da nicht mehr viel Luft drin sein wird.

passat-heidbergring

Ich kenne meine Reifen und weiß, dass die bei Nässe nicht das gelbe vom Ei sind.

Bevor es jetzt los ging folgte noch die technische Abnahme und ich musste eine Reifenkarte ausfüllen, die von außen gut sichtbar, ins Fenster gehängt werden musste. Wie gesagt, es ist wirklich alles reglementiert.

clubsport-glp-heidbergring

Dann ging es aber endlich los. Helm auf und der gesamten Pulk ging zur Einführungsrunde auf den Ring.

einfuehrungsrunde-heidbergring

Die Jungs von der Feuerwehr hatte dabei wohl den besten Aussichtspunkt erwischt. Die Runde diente nicht nur zum Kennenlernen der Ringverhältnisse, sondern wurde dann bei der Einfahrt ins Fahrerlager gleich dazu genutzt die Starter zu sortieren.

Es begannen die Teams die im Rallye-Sprint unterwegs waren. Also noch etwas Zeit mal ein paar Blicke auf die Strecke zu werfen. Schon hier wurde deutlich, dass die Bedingungen eher als schwierig einzustufen sind. Durchdrehende Räder und schwänzelnde Ärsche wohin man auch guckt.

Ich hatte dann die Ehre das Feld der GLP-Fahrer an den Start zu führen. Gestartet wurde in Gruppen zwischen drei und fünf Fahrzeugen, die in einen Abstand von fünf Sekunden losgelassen wurden.

start-heidbergring

Schnell merkte ich, dass das keine Wohlfahrtsveranstaltung wird. Ich hatte wirklich mächtig zu kämpfen den Grad zwischen Abschmieren und Durchkommen zu erwischen. Praktisch in der jeder Kurve schob mein Rallye-Passt extrem über die Vorderräder. Beim Rausbeschleunigen fehlte mir ebenfalls der Grip und die Räder drehten ein ums andere Mal durch.

So kämpfte ich mich dann durch die erste Runde. Die nach mir gestarten Fahrer hatten wohl ähnliche Probleme denn zumindest auf der langen Geraden schien der Abstand noch nicht kleiner geworden zu sein.
Eingangs der Geraden hat Peter mich dann ein erstes mal erwischt. Er wollte mal vorbeischauen und gucken was ich hier so treibe.

heidbergring-passat

Es sollte dann aber schon das letzte Foto gewesen sein, wo ich mich noch aus eigener Kraft über den Ring bewegt habe. Nach gut 57 Sekunden hatte ich die Ziellinie überquert und weitere 5 Sekunden später fand ich mich dann schon im Hang wieder.

passat-in-hang

Feierabend! Nach etwas über einer Runde. Das kann man wohl nicht gerade als sehr effektiv bezeichnen. Immerhin hatte ich für 6 x 4 Runden gebucht und bezahlt.

Da war ich einfach zu schnell. Keine Chance mehr da noch irgendwie um die Kurve zu kommen. Die Räder haben beim Anbremsen sehr schnell blockiert. Auch ein lösen der Bremse und Kupplungstreten, ließen trotz fast volleingeschlagener Lenkung, nur noch eine minimale Richtungsänderung zu. Viel zu wenig um dem Hang noch zu entkommen. Sch….!

Na klar fragt man sich hinterher: „Hätte ich das nicht irgendwie verhindern können?“ Die Frage habe ich mir mehr als einmal gestellt. Aber selbst jetzt wo man Zeit hat sich das alles noch mal ganz in Ruhe durch den Kopf gehen zu lassen, habe ich nur eine Antwort gefunden: Ich hätte viel eher bremsen müssen! Viel eher!

Das ist mir später, als Zuschauer erst so richtig bewusst geworden. Na klar guckt man sich da die anderen Fahrer noch etwas an. Die haben teilweise schon an der Ziellinie angefangen zu bremsen. Kurz vorher habe ich noch in den dritten Gang geschaltet, weiter beschleunigt und die Tachonadel stand direkt vorm Bremsen auf über 100 km/h.

Was mir jetzt noch blieb, war meine Teile einzusammeln und auf ein Schleppfahrzeug zu warten.

Teile-einsammeln

Auf jeden Fall habe ich den Preis für den „Hillclimber der Woche“ gewonnen. Soweit oben war wohl schon lange keiner mehr. Zumindest am Samstag nicht. Einige sind meiner Fahrtroute zwar noch gefolgt, konnten dann aber nach leichter Hangfahrt, ihre Runde aus eigener Kraft fortsetzen.

abschleppen

Nachdem der Lauf dann beendet war, ich meine Teile soweit zusammen hatte kam mein Schleppwagen.

Mein Motor lief zwar noch, spritze aber irgendwo vorne am Ölkühler das Öl ins Freie.

passat-am-haken

Dann doch lieber so den Ring verlassen und nicht noch die ganze Strecke mit Öl einsauen.

Den ADAC habe ich dann erst etwas später angerufen. Gemeinsam mit Peter haben ich dann noch ein Zeitlang die Läufe von den Zuschauerplätzen aus verfolgt.

heidbergring

So könnt Ihr Euch noch einmal ein Bild von dem gesamten Heidbergring machen. Unten im Bild ist jeweils die lange Start- und Zielgerade.

einschlagstelle

Meinen Einschlagpunkt habe ich hier mal mit einem kleinen Pfeil markiert. Wird mir sicher in bleibender Erinnerung bleiben.

Mein Aufenthalt am Heidbergring war dann mit der Ankunft des ADAC-Abschleppers beendet.

abschleppwagen

Huckepack gings zurück zur Werkstatt.

Einen hab ich aber noch. Ich habe Euch ja noch ein Video versprochen.

Der erste Kommentar zum gestrigen Artikel von Kai, trifft es wohl am Besten: „No risk, no fun“ Ich hatte meinen Spaß, wenn auch nur sehr kurz.

5 Kommentare

  1. Peter

    Ganz schöner Einschlag, aber konntest ja doch noch lachen….. Der Bremspunkt war tatsächlich ein Tick zu spät. Aber ich fahr trotzdem weiter mit Dir!

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  2. Kuddl

    Dich bringt wohl wirklich nichts aus der Ruhe! Respekt!

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  3. Astra26

    Gab es keine interessante Aufnahmen von der Bumper-Cam? Hat die überhaupt überlebt?

    Antworten
    1. OST (Beitrag Autor)

      Überlebt hat sie. Leider hat die Aufnahme nach 56 Sekunden einfach gestoppt. Da stand ich noch im Fahrerlager.

      Antworten
      1. Astra26

        Das ist ja sehr schade, wäre wahrscheinlich eine späcktakuläre Aufnahme geworden, aber schön zu hören, dass selbst sie überlebt hat!
        Da hast du im großen und ganzen in jeglicher Form echt nochmal glück gehabt!!! Ich bin echt froh, dass sowohl dir als auch dem Passat nicht viel passiert ist, vom denen gib`s ja nun wirklich nicht mehr soooo viele und ich finde diese Wagen einfach schön!!!

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