Läuft!

Ich will ja nicht lange um den heißen Brei herum reden. Der Motor im TS hat seine ersten Zündungen hinter sich. Es ist noch in der Probierphase, aber er läuft.

Bis zum ersten Dreh am Zündschlüssel brauchte es aber noch so einiges an Vorarbeit. Vor allen Dingen brauche ich für den Testlauf einen Auspuff.

Vorschalldaempfer-Passat

Den Hosenrohr folgt jetzt ein Vorschalldämpfer. Ebenfalls ein vielfach verbautes Standardteil bei Passat 32B und Audi 80. Eigentlich bei allen Motoren über 90 PS und ohne Kat.

Das war noch einfach. Interessanter wird es dann beim Hauptschalldämpfer. Da gibt es nichts was für den Typ 32 vorgesehen ist. Eine halbwegs brauchbare Lösung wäre ein GLI-Mittelschalldämpfer. Der ist, wenn überhaupt irgendwo zu bekommen, sehr teuer und hat auch nur einen Rohrquerschnitt von 45mm.
Passat 32B scheidet komplett aus, da die Hinterachse anders konstruiert ist. Da federt das Achsrohr nicht mit. Bleibt also nur mit den Audi 80-Teilen weiter zu bauen.

mittelschalldaempfer-Passat

Da passt Eingangsseitig alles auch wunderbar.

Der Rest fordert Anpassungsarbeiten und Ideenreichtum.

auspuffhalterung

Zunächst hängt der Topf einmal komplett an Kabelbindern. Die Aufhängungen am Topf haben zwar die richtige Position, aber die Höhen stimmen bei beiden Haken nicht. Die muss ich definitiv anders anschweißen. Aber das ist noch der einfacher Part.

Das Ausgangsrohr des Topfes hat nämlich eine komplett andere Form als beim Passat und ist auch wesentlich länger. Die Töpfe waren nicht sehr teuer, so das sich es einfach gewagt habe, ihn mit zu bestellen. Mal gucken wo das Rohr endet.

schalldaempfer-audi-passat

Ich war angenehm überrascht. Das ist doch nahezu optimal. Der Bogen geht schön über die Achse und macht vor der Reserveradmulde einen Knick nach unten. Und das obwohl der Audi gar keine Reserveradmulde hat.

Spätestens jetzt ist aber auch Schluss mit Teilen von Typ 81/85. Da sie eben keine Reserveradmulde haben, sitzt hier immer ein fetter Endtopf. Für einen Topf ist hier beim Passat nur sehr begrenzt Platz. ich versuche es erst einmal nur mit einem Rohr. Ich hoffe das wird nicht zu aufdringlich. Das ist nämlich überhaupt nicht mein Ziel.

Ich brauche jetzt also ein 50er Rohr mit einem Flansch und einem Knick von ungefähr 45° ziemlich dicht hinter der Verbindungstelle. Doch woher nehmen?
Für die Suche habe ich mir einen alten, 1200 Seiten starken, Bosal-Katalog geschnappt. Ich habe mir alle Fahrzeuge herausgesucht bei denen der gleiche Brennring verbaut ist, wie am Audi-Topf. Ich bin dann sogar fündig geworden und es sogar ein VW der jetzt die Basis für das Endrohr liefert.

Endrohr-vw-lt

Schon mal gesehen? Oft sicher nicht, denn das ist ein Endrohr für einen VW LT 35/45 wie er bitte Mitte der 90er Jahre gebaut wurde. Also noch der eigenständige VW, nicht diese Mercedes-Kopie.

Diese Rohr hatte den gesuchten Flansch und einen Knick, damit ich wieder in die Waagerechte komme.

Endrohr-topf

Sieht bis hierhin eigentlich aus, als ob da nie was anderes drin gewesen wäre.

Aber das ändert sich im weiteren Verlauf.

Endrohr-passat-ts

Hier darf ich noch etwas künstlerische Freiheit walten lassen. Der dann folgende Knick nach unten muss da irgendwie raus. Ich hatte mich schon auf die Suche nach Rohrbiegemöglichkeiten gemacht, werde es in der mir zur Verfügung stehenden Zeit aber nicht schaffen. Hier wird also die Flex und das Schweißgerät in Aktion treten. Immerhin stimmt die grobe Richtung schon mal und so kann ich den Motor auch schon mal laufen lassen.

Daher war meine erste Tat nach dem Auspuffbau, das Anklemmen des Ladegerätes.

ctek-ladegeraet

Gleich im Anschluss gab es frische Öl.

oel-auffuellen-passat-ts

Direkt danach habe ich dann auch schon den Zündschlüssel herumgedreht. Jetzt wo noch keine Kerzen drin sind, ist das der optimale Zeitpunkt schon mal Öldruck aufzubauen. Der war dann auch relativ flott da. Das hat keine zehn Sekunden gebraucht. Sehr schön.

Und jetzt? Jetzt habe ich einfach mal die Kompression gemessen. Bevor ich jetzt alles zusammenbaue, ist es doch schon interessant ob alles so läuft wie geplant.

Kompression-messen

So hätte ich noch frühzeitig die Gelegenheit eventuellen Ungereimtheiten auf die Schliche zu kommen.

Allerdings ist der Test wenig Aussagekräftig geworden.

Kompressionsbild

Alle vier Zylinder sind am Anschlag. Leider ist der Kompressionsschreiber ein etwas älteres Modell und da geht die Skala eben nur bis 12 bar. Zumindest das haben alle vier Zylinder locker gemacht.
Ob nun 12, 13 oder gar 14 bar und ob es oben heraus Ungleichmäßigkeiten gibt, bleibt mir allerdings verborgen.

Bei diesen Werten hatte ich allerdings dann doch schon ein leicht mulmiges Gefühl. Das ist doch schon ein ganz schöne Schub nach oben. Mein GLS kommt gerade über 10 bar, der Rallye-Passat kratzt die 11 bar an. Hoffentlich gibt das keine Probleme.

Zeit es auszuprobieren. Ansaugbrücke samt Vergaser wieder zurück. Auch wenn es total gegen alle Regeln ist, werde ich hier nichts verändern. Die mir fehlenden PS muss auch der 35PDSIT hergeben.
Etwas Kummer machte mir der Schlauch von der Ansaugbrücke zum Bremskraftverstärker.

Schlauch-poroes

Der war jetzt nicht mehr sehr geschmeidig. Stumpf ein Stück heraus gebrochen. Kürzen ist leider nicht, da er an der Ansaugbrücke einen größeren Durchmesser hat.

Zu guter Letzt gab es dann noch frische Kerzen.

Kerzenwechsel

Ich bin mit dem Wärmewert jetzt ein Stufe weiter nach unten gegangen.

Den Ventildeckel habe ich vorerst noch unten gelassen. Wenn der Motor einmal gelaufen hat, muss ich noch die Ventile einstellen.

abdeckung-nockenwelle

Als Spitzschutz gab es vorerst nur die Kunststoffeinlage.

Nach ein paar anfänglichen Mucken sprang der Motor dann an. Schön lief er aber nicht und ging auch immer wieder sofort aus. Nun gut ich habe weder das Ventilspiel noch die Zündung überprüft. Da kann das schon mal sein. Mit etwas Gas konnte ich ihn dann aber am Laufen halten.

Alles klar. Das ist doch schon mal was. Dann gehe ich mal eine Stufe weiter. Alle Kühlerschlauch wieder ran und Kühlwasser rauf.

Kuehlwasser-passat

Jetzt konnte ich ihn auch mal etwas länger laufen lassen. Und er wäre vorher auch nicht sofort wieder ausgegangen, wenn ich mal daran gedacht hätte die Bohrung im Ansaugkrümmer zu verschließen.

Bohrung-ansaugkruemmer

Habe ich vor lauter Aufregung ganz vergessen.

Jetzt blieb der Motor auch an, ohne dass sich am Gashebel spielen musste. Herrlich! So habe ich mir das vorgestellt.

Allerdings klapperte er so komisch. Ganz komisches Geräusch, welches ich zunächst überhaupt nicht einordnen konnte. Schuld war die neue Nockenwelle. Die Nocken schlugen jetzt gegen den Kunststoffspritzschutz.

nockenkontakt

Sowas hab ich auch noch nicht gehabt. Eventuell liegt es daran, dass es sich nicht um eine original VW-Teil handelt. Beim Rallye-Passat habe ich diese Phänomen nicht und die Nockenwelle hat noch mehr Hub.

Ich habe dann noch einen Versuch mit dem lose aufgelegten Ventildeckel gemacht.

Motor-laeuft

Das Öl kam aber nur so aus dem Kopf heraus gelaufen und ich habe den Testlauf schnell wieder beendet.

Mein Wochenendziel ist aber erreicht. Der Motor läuft, jetzt kommen die Feinheiten.

Ein paar bewegte Bilder habe ich auch noch mitgebracht.

1 Kommentar

  1. Duke GT

    Der Audi 80 Typ 80 bis `76 hatte da in einigen Versionen auch nur ein gerades Rohr ab Hauptschalldämpfer, sollte also eigentlich passen mit der Lautstärke. Es gibt übrigens je nach Motorisierung zwei verschiedene Aufhängungsarten, bei denen die Krümmung des hinteren Rohres und die Befestigungspunkte der Halter anders sind.

    Vergiß nicht, Super Plus zu tanken, sonst klopfts.

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