Schlagwort Archiv: Heizungsventil

Die ganze Geschichte der Passat-Schlachtung auf der Wiese

Angefangen hatte die Story bereits Ende Juni. Über den OST-Blog bekam ich folgende Nachricht:
Hallo, ich hätte noch einen Passat von 1977 abzugeben, der seit 1990 in der Garage so langsam vor sich hinaltert. Gruß Günter

Das konnte bei mir zunächst noch keinen erhöhten Adrenalinausstoß hervorrufen. Da will bestimmt wieder, sein völlig vergammeltes Zwischenmodell zu einem Liebhaberpreis an den Mann bringen. Nachdem ich dann rausbekommen hatte, das er auch nicht gerade um die Ecke steht, war erst Mal Funktstille. Günter fragte dann nach zwei Wochen noch mal nach ob Interesse vorhanden ist. Auf meine erneute Nachfrage wurde es dann, etwas interessanter:
Hallo Olaf, wenn ich mich recht entsinne hat er die Chromstoßstangen mit den Kunststoffkappen auf den Ecken. Evtl. komm ich nächste Woche dazu den Wagen mal freizuräumen, mal schauen wie er aussieht. Ich weiß nur noch nicht wie ich das Ding rauskriegen soll.
Im Vorwege konnte ich schon klären, daß er schwarz ist, eine große Heckklappe, ein Sonnendach hat und vorne durch einen Unfall lediert ist. Alles wirklich nicht so der Kracher.

In der ersten Augustwoche habe ich dann mal zwei Bilder bekommen.

Achtung! Ihr müßt jetzt ganz stark sein!

Passat-b1

Halleluja! Was ist das denn? Nee, das ist nichts für mich. Das tue ich mir nicht an. Dafür mit einem Trailer von Hamburg bis ins Münsterland. Niemals!

Dann das zweite Bild geöffnet. Upps, was ist das?

Passat-321

Ich sehe da keinen Riß im Armaturenbrett! Dann noch ein Sportlenkrad, Cockpit mit großem Drehzahlmesser und eine Mittelkonsole mit Zusatzinstrumenten.

Grübel, grübel, grübel… Ein neuer Plan mußte her!

Und genau diesen Plan habe ich am Dienstag abgearbeitet. Es ging morgens um 7:00 Uhr in Hamburg los. Nicht meine Zeit, aber anders wäre das an einem Tag nicht zu schaffen. Es ging zunächst in den östlichen Teil von Münster. Hier hatte ich mir um 10:00 Uhr einen Trailer reserviert.

Trailervermietung

So gerüstet gings weiter in einen Ortsteil von Everswinkel. Knappe 20 Kilometer weiter, hier stand das Objekt der Begierde. Günter erwartete mich schon, obwohl ich gut eine halbe Stunde zu früh vor Ort war. Mit eingeplante Zeitreserven habe ich nicht benötigt. Alles lief glatt.

Bewegen ließ der Passat sich zunächst kein Stück. Bremsen fest. Mit Günters Caddy und einer Art Fleischerhaken haben wir ihn dann ins Freie gezogen.

Passat-Bergung

Ich hatte echt Angst, daß der Haken abrutscht und genau im Scheinwerfer vom Caddy landet. Nach einigen Versuchen war er dann aber an der frischen Luft. Jetzt kam man auch vernüftigt an die Räder. Mit einer großen Axt und ein paar gezielten Schlägen auf die Felgen, ließ er sich im Anschluß dann auch per Hand schieben.

Passat-aufladen

Günter kurbelte und ich lenkte. Geteiltes Leid, ist halbes Leid. So schlimm war es aber auch nicht. Der Passat rollte jetzt schon ganz vernüftig. Obwohl der Kofferraum noch voll mit allen möglichen Zeugs war. Günter wollte das erst alles rausräumen. „Laß mal alles drin, das nehme so ungesehen alles mit“, war meine Antwort.

Passat-schwarz

Was für eine Grotte. Unfallschaden, überall kleine Bleche eingeschweisst, Schweller übergebraten, Endspitze übergebraten. Das lohnt sich wirklich nur noch zum Schlachten. Insgeheim hatte ich noch gehofft, daß die Scheibendichtungen und die Dachzierleisten noch brauchbar wären. Pustekuchen. Das konnte ich vergessen. Aber das war jetzt auch egal und eh nicht mehr zu ändern.

Günter bekam noch den vereinbarten Kaufpreis und ich machte mich vom Acker. Er war aber richtig froh, daß ich wirklich vorbeigekommen bin und ihn von dieser Last befreit habe. Nach über 20 Jahren kann die Garage jetzt wieder sinnvoll genutzt werden. Nebenbei sagte er mir noch, daß er bis zum Schluß nicht daran geglaubt hat, daß ich wirklich vorbeikomme. Er kennt mich halt nicht näher… 😉

Danach ging es nahtlos über in den einzigen ungeplanten Teil des Tages. Ich brauchte einen geeigneten Platz zum Schlachten. Denn, daß ich das Teil nicht mit nach Hamburg schleppe ist ja wohl klar.
Besondere Ansprüche an den Platz hatte ich nicht. Ich wollte nur meine Ruhe haben.

Schlachtfeld

Nach wenigen Kilometern war so ein Ort gefunden. Einmal von der Hauptstraße runter und rein in die Feldmark. Das war sozusagen mein Schlachtfeld. Völlige Abgeschiedenheit und der Baum spendete noch Schatten. Erst mal den Stuhl ausgepackt und den Laptop angeworfen. Herrlich!

Jetzt konnte ich auch mal in Ruhe gucken, was ich mir denn da an Land gezogen habe. Als erstes interressierte ich mich natürlich fürs Armaturenbrett.

Armaturenbrett-Passat-32

Das war wirklich komplett riß- und beulenfrei! Alleine dafür hat sich die ganze Aktion also schon gelohnt. Alles was jetzt noch folgte war sozuaagen Bonusmaterial.

Ein merkwürdiger Passat war das aber schon. Die Fahrgestellnummer war 3272004924. Also ein ganz früher aus dem 77er Modelljahr. Ursrünglich ausgeliefert wurde er irgendwo im Ausland. Einen deutschen Brief gab es erst im März 1978. Daher habe ich leider keinerlei Infos zu der Ausstattung. Das paßt aber alles irgendwie nicht zusammen. Alleine schon die schwarze Lackierung ist selten. Man konnte zwar immer schwarzen Lack bekommen, in den Listen wurde es aber nie aufgeführt. Dann war da ein 85 PS-Motor drin, Doppelscheinwerfer, Radlaufchrom. Deutet also eigentlich alles auf GLS hin. Dazu passen aber weder die flachen Türverkleidungen, noch der schwarze Filzteppich. Auch die Verglasung in klar und der Stoff der Sitze sprechen gegen GLS. Merkwürdig. Und warum haben weder das Armaturenbrett noch das Cockpit ein Holzdekor? Die Türen haben übrigens noch die kleinen Schlößer, dafür aber Innenöffner aus Chrom. Mist die habe ich übrigens vergessen abzuschrauben….

Ich hatte aber keine Zeit mich näher damit auseinanderzusetzen. Es wartet ja schließlich noch so einiges an Arbeit auf mich.

Die Schlachtung des Passat beginnt. Los ging es im Innenraum.

Schlachtung-Passat-b1

Lenkrad, Lenkstockschalter, Mittelkonsole und die unteren Verkleidungen mußten weichen. Dann noch die beiden Muttern vom Wasserkasten aus und raus war das Brett.

Armaturenbrett-Passat-B1

Daß der Passat zu meiner Überraschung mit einem 85PS-Motor ausgestattet war, hatte ich ja eben schon erwähnt. Damit war klar, auch der Vergsaer samt Ansaugbrücke muß mit. Das Ding erforderte dann meinen vollen Körpereinsatz. Die Brücke rührte sich einfach nicht.

Vergaserausbau

Aber selbst das brachte nicht den gewünschten Erfolg. Verfluchte Kiste!
Nachdem ich dann die restlichen zwei Schrauben auch noch rausgedreht hatte gings aber ganz einfach. 😉 Manchmal hat man halt ein Brett vorm Kopf.

Aus dem Motorraum habe ich dann nur noch den Verteiler und das Heizungsventil ausgebaut.

Weiter im Innenraum. Die Sitze waren in überraschend guten Zustand. Ich habe zwar selber keinen Passat mit schwarzer Ausstattung, aber die mußten einfach mit.

Passat-Sitze

An die Rückbank kam ich allerdings zunächst noch nicht ran. Die war umgelegt und der Kofferaum war voller Müll.

Passat-Kofferraum

Obwohl Müll eigentlich wohl dooch nicht der ganz richtige Ausdruck für den Inhalt war. Denn es fanden sich auch noch recht brauchbare Sachen darin. Noch ein Sportlenkrad. Diesmal aber von Hella und mit Nabe fürs Zwischenmodell, dann noch Doppelscheinwerfer und ein ganzer Haufen Chromleisten.

Und dann lag da noch ein frisch lackierter Kotflügel.

Passat-32-Kotfluegel

Habe ich eben „einer“ geschrieben. Halt! Der für die Fahrerseite lag auch noch in dem Müll.

Passat-b1-Kotfluegel

Irre! Das habe ich vorher nicht gewußt! Welche eine Überraschung.

Jetzt kam ich aber wenigstens an die Rückbank. Die hatte einen ähnliche guten Zustand wie die beiden vorderen Sitze. Noch ein bisschen Kleinkram ausgebaut und dann war die Schlachtung auch schon durch.

Zeit für eine kleine Pause, eine kleine Erfrischung und ein kleines Sonnenbad.

OST-relaxt

Ich finde ich habe das schönste Hobby der Welt.

Nun mußte das ganze Zeug nur noch bei mir in den Volvo. Durch die ganzen sperrigen Teile wurde es zum Schluß ganz schon eng.

Beute-verstauen

Irgendwie ging aber alles rein. Meine Werkzeugkiste mußte ich zum Schluß allerdings auf dem Beifahresitz plazieren. Hinten war alles voll. Als letztes schnappte ich mir meinen Stuhl und konnte diesen Punkt erfolgreich abhaken.

Passat-Schlachtung

Bisher alles im Lot.

Auf gings zum nächsten Punkt der Tagesordnung.

Abfahrt

Der war jetzt wieder geplant. Irgendwo mußte ich mit dem Passat jetzt ja bleiben. Also im Vorwege mal geguckt was es denn da so für Möglichkeiten gibt. Ich habe mich dann für eine Autoverwertung in Freckenhorst entschieden.

Autoverwertung-freckenhorst

Der Chef machte am Telefon einen sehr netten Eindruck. Er hatte auf dem Display meine Hamburger Vorwahl erkannt und war dann doch etwas neugierig. Ich habe ihn in mein Vorhaben eingeweiht und er gab grünes Licht: „Kein Problem, kommen Sie vorbei. Zahlen müssen Sie nichts, eventuell springt sogar noch etwas für Sie dabei heraus.“

Gesagt, getan. Von meinem Schlachtplatz waren es nur gut 15 Minuten Fahrzeit und ich stand bei ihm auf dem Hof. Er konnte sich sofort an unser Telefonat erinnern. Kein Wunder einen 77er Passat kriegt er bestimmt nicht mehr alle Tage auf den Hof gestellt.

Passat-Schrottplatz

Ich habe ihn dann einfach vom Trailer rollen lassen. Kurze und schmerzlose Geschichte. Herrlich unkompliziert. Genau wie ich es mag.

Was bleibt ist der Blick zurück. Junge, Du wirst mir sicher noch eine ganze Zeit in Erinnerung bleiben.

Passat-abgeladen

Zum Schluß fragt mich der Chef noch ob ich irgendeinen Nachweis bräuchte. „Nein Danke, ich habe genug Fotos als Beweis.“ Dann kam meine abschließende Frage, „Und, kriege ich noch was?“

Es gab was. Mehr als ich erwartet hatte. Der halbe Kaufpreis war damit schon wieder drin. 😉 Ihm hat gefallen, daß die Sitze nicht mehr drin waren. Die hätte er teuer entsorgen müßen.

So, vor der Heimfahrt nach Hamburg standen jetzt aber noch zwei Punkte auf dem Zettel. Ein geplanter und ein dringend notwendiger.

Der geplante ist klar, der Trailer mußte wieder zurück nach Münster. Der notwendige folgte gleich im Anschluß. Ich hatte nach dem Tag jetzt mörderischen Kohldampf!

Zwiebelschnitzel

Frisch gestärkt gings dann wieder Richtung Norden. Was bleibt ist ein Tag voller Eindrücke und Erlebnisse die ich wahrscheinlich nicht so schnell wieder vergessen werde. Das schlimme daran, mir macht das auch noch einen tierischen Spaß. Malediven, Costa Brava, Adria.. Kannst Du mir schenken. Mir reicht ein Acker im Münsterland!

Natürlich bleibt auch noch ein ganzer Berg an Teilen. Sicher hat mich der Spaß auch etwas gekostet. Kaufpreis, anderthalb Tankfüllungen, Trailermiete und ein Schnitzel stehen auf der Sollseite.
Die Habenseite läßt sich schlecht beziffern. Gelohnt hat es sich durch die Kotflügel und das Armaturenbrett in meinen Augen auf jeden Fall.

Obwohl ein wenig trauer ich ja noch den beiden verchromten Türöffnern hinterher. Soll ich da noch mal hinfahren…
Ich habe ja kein Geheimnis daraus gemacht, wo der Passat jetzt steht. Vielleicht braucht der eine oder andere ja noch was. Die Stahlfelgen sind noch sehr zu empfehlen. Die sahen noch richtig gut aus. Die vier Chromkappen liegen auch noch im Wagen. Im Kofferaum liegen noch die beiden Stoßstangen. Die sind zwar nicht mehr ganz so schön, aber vielleicht sucht ja jemand genau solche Teile noch.

Jetzt gibt es noch Bilder, Bilder und nochmals Bilder.

FreshUp für die Elektrik

passat_32_1976_elektrik_motorraum

Noch warte ich auf das Lüfterblech für den Kühler. Das gibt mir dann aber die Zeit sich mit anderen Sachen zu beschäftigen, die sonst gerne mal auf der Strecke bleiben.
Es gab noch so einiges an der Elektrik im Motorraum zu tun.

passat_32_1976_elektrik_motorraum

Besonders die Verkabelung des Verteilers war mir noch ein Dorn im Auge. Das grüne Kabel von Klemme 1 war ja schon immer so vorhanden. Im Zuge der Montage der AccuSpark-Zündanlage ist dann aber noch ein rotes Kabel dazugekommen. Irgendwie beißt sich das ganz gewaltig.

passat_1976_32_elektrik_motorraum

Die Kabellängen waren auch nicht optimal. Hier gab es dringenden Handlungsbedarf. Also alles raus und einen kleinen Kabelbaum konfektioniert.

passat_32_1976_elektrik

Wie Sie sehen, sehen Sie nichts. Und warum sie nichts sehen, das werden Sie gleich sehen.

passat_1976_32_motorraum

Der angefertigte Kabelbaum verläuft jetzt unterhalb des Wasserschlauchs zur Zündspule und zum Thermoschalter vorm Vergaser. Von hier habe ich ja die 12 Volt für die AccuSpark abgenommen.

Dieser Kleinkram hält ganz schön auf. Aber irgendwie hasse ich diese bunten Wäscheleinen im Motorraum.

Den nächsten Punkt in der Elektrik habe ich auch schon mal in Angriff genommen. Früher oder später werde ich eine Öltemeratur- und eine Öldruckanzeige nachrüsten. Der Geber für die Temperatur ist schon im Ölfilterhalter eingeschraubt gewesen, als ich ihn bekam. Der Drucksensor suche ich noch. Dafür wollen die mir alle noch viel zu viel Geld haben.
Um für diesen Fall aber schon mal vorbereitet zu sein, habe ich mir noch einen zweiten Kabelbaum angefertigt.

passat_1976_32_kabelbaum

Ich brauche dafür ja lediglich zwei Kabel. Die habe ich in eine Isolierhülle eingezogen und schon mal auf der Motorseite mit den entsprechenden Kabelschuhen ausgestattet.

passat_1976_32_öltemperatursensor

Den Stecker für die Öltemperatur konnte ich schon gleich aufstecken, die Ringöse für den Öldrucksensor wartet noch auf ihren Einsatz.

Da ich gerade in dem Bereich zugange war, habe ich zur Entlastung des Heizungsventil, den Schlauch noch mit einer zusätzlichen Schelle fixiert. Wäre ja nicht das erste Heizungsventil das bricht.
Rechts im Bild ist auch noch die zweipolige Steckverbindung der Verteilerzuleitung zu sehen. Ob dieser Verteiler nämlich am Ende im Motor bleibt ist noch nicht sicher. Durch diese Steckverbindung kann ich ihn jederzeit schnell ausbauen.

Motor läuft !

Anlasser_passat_32_1976

Eigentlich müßte die heutige Überschrift allerdings wie folgt lauten:
„Wie blöd bin ich eigentlich?“

Los gings natürlich mit dem Tausch des Anlassers. Der alte wollte sich ja am Donnerstag absolut nicht mehr zur Arbeitsaufnahme überreden lassen.

Anlasser_passat_32_1976

Anlasser hatte ich im Lager. Der war dann auch in windeseile getauscht.

Jetzt konnte es endlich losgehen. Zündung, Start…. Klack !

Kein Witz, es war wirklich so. Auch der neue Anlasser drehte sich nicht.

Und nu? Batteriespannung gemessen: 12,4 Volt. Das ist in Ordnung. Das darf doch alles nicht wahr sein. Tagelang funktioniert der Anlasser und jetzt will sich selbst der neue nicht rühren.

Viel blieb jetzt nicht mehr. Am naheliegensten war eine mangelhafte Masseverbindung. Und tatsächlich. Ich hatte die Schraube zwischen Motor und Getriebe, unter der das Massekabel befestigt wird, noch gar nicht richtig angezogen. Die war nur handfest, das Kabel hatte nur sporadisch mal Kontakt. Ganz toll, Olaf ! Das hast Du ja wieder richtig gut hingekriegt.

Schraube festgezogen und siehe da: Der Anlasser dreht. Und auch viel kräftiger als zuvor.

Den Anlasser tausche ich später noch wieder zurück. Jetzt wollte ich erstmal was hören. Der erste Versuch brachte noch nicht den gewünschten Erfolg. Stichflammen schoßen mir aus dem Vergaser entgegen.

Ganz klare Sache. Hier stimmt was mit der Zündung noch nicht.

Also Verteilerkappe runter und noch mal die Markierung überprüft. Das sah eigentlich ganz gut aus. Der Finger zeigte auf die Markierung am Verteilerrand. Da müßte sich dann allerdings auch das Zündkabel vom 1. Zylinder befinden.

zündfolge_passat_32_1976

Tat es aber nicht. Hier saß das Kabel für den 3. Zylinder. Also alle Kabel raus und 90° versetzt wieder rein.
Damit funktionierte es schon besser. Er läuft !

Zwar noch sehr zögerlich und ohne am Gashebel zu spielen, ging er auch sofort wieder aus. Allerdings war die Starterklappe zu diesem Zeitpunkt auch schon voll geöffnet, da ich die Zündung die ganze Zeit an hatte. Nachdem ich die wieder etwas zugehalten hatte, lief er dann erstmals wieder aus eigener Kraft. Bingo!

Ich habe ihn dann aber nicht lange laufen lassen, schließlich war noch kein Kühlwasser im Motor.

Ich warte leider noch auf das Lüfterblech für den Kühler. Das ist noch beim Pulverbeschichten.
Es gab aber noch genug andere Sachen zu erledigen. Die ganzen Anbauteile lagen noch auf der Seite. Stück für Stück nahmen die nun wieder ihren Platz ein.

wasserpumpe_passat_32_1976

Los gings mit der Wasserpumpe. Hier ist dann auch die vergoldete Schraube vom Freitag zum Einsatz gekommen. Die wird aber erst später noch weiter in Aktion treten.
Es folgten die Lichtmaschine, der Keilrimen und die vordere Drehmomentstütze.

drehmomentstütze_passat_32_1976

Dann gings weiter mit den Wasserschläuchen für die Heizung. Da mußte ich eine kleine Änderung einfließen lassen. Der geänderte Ölfilterhalter mit den Thermostat, war dem Schlauch vom Heizungsventil runter zur Wasserpumpe nun im Weg. Ich mußte das Heizungsventil etwas höher positionieren. Dazu habe ich die Haltestange überarbeitet und etwas verlängert.

Heizungsventil_passat_32_1976

So hat der Schlauch ausreichend Luft zum Ölfilterhalter. Um die gewünschte Position des Heizungsventil zu erzielen, mußte ich allerdings zuvor noch einen längeren Schlauch zwischen der Ansaugbrücke und dem Ventil einbauen. Das war zum Glück kein Formschlauch, sodaß ich mir einen Schlauch von meinen Standheizungsteilen in der richtigen Länge zuschneiden konnte.

Probehalber habe ich auch schon mal einen Kühler den Motorraum verfrachtet. Ich wollte sehen ob ich später mit den Ölkühlerschläuchen nirgends ein Problem bekomme.

ölkühlerschläuche_passat_32_1976

Durch diese hohle Gasse müssen sie später durch. Oben im Bild sind die beiden Schlauchanschlüße zu erkennen.

Damit war das Pensum für gestern auch mehr als erreicht. Natürlich konnte ich nicht nach Hause ohne mich noch einmal am Geräusch des laufenden Motors zu ergötzen. Leichte Veränderungen am Zündzeitpunkt und an der Leerlaufschraube ließen ihn dann ganz ohne mein zutun brummen. Zündung an und dann von vorne gestartet. Auf Schlag da.

Zum Schluß gabs noch ein Abschlußfoto und der Tag konnte unter der Rubrik „Erfolgreich“ abgelegt werden.

motorraum_passat_32_1976

So langsam nähere ich mich dem Ziel.

Saisonbilanz 2011 – ´77er VW Passat GLS Automatic

Das Jahr begann mit kleinen Spielereien, wie Ventildeckel lackieren und Kraftstoffleitungen erneuern.

passat 1977 ventildeckel

Beim anschließenden Probelauf fiel aber plötzlich der Öldruck in den Keller und der Motor gab böse Geräusche von sich. (mehr …)

Dichtheitsprüfung für instandgesetztes Heizungsventil

heizungsventil julian druckprüfung

Das in der letzten Woche geschweisste Heizungsventil mußte natürlich noch mal zeigen ob es auch wirklich dicht ist.
Dazu habe ich kurzerhand einen nicht mehr benötigten Kühlwasserschlauch durchgeschnitten und etwas entfremdet.

heizungsventil julian druckprüfung

Der Gardena-Aufsatz am Wasserhahn im Keller war wie dafür gemacht. Der hatte den selben Durchmesser wie die Schlauchstutzen am Ventil. Bevor ich die „Prüfvorrichtung“ endgültig am Wasserhahn befestigt habe, ließ ich das Gebilde erstmal komplett voll Wasser laufen, damit die Luft entweichen konnte. Als die restlos entwichen war, habe ich das Schlauchende mit einer Schelle am Hahn befestigt und diesen dann vorsichtig geöffnet. Hab den Hahn nur ganz wenig geöffnet, denn ich glaube nicht, daß der so ohne weiteres die 3 bar Wasserdruck aus der Leitung mitmacht. Es war aber auf jeden Fall so viel Druck drauf, daß ich die Schläche nur noch sehr schwer zusammendrücken konnte.
So hing das Ventil nun einige Stunden am Tropf, aber tropfte nicht. Alles dicht.

heizungsventil julian dicht

Hausaufgaben

heizungsventil julian gerissen

Beim Passat-Treffen hatte ich noch ein paar Hausaufgaben mit nach Hause bekommen. Julian hatte mich gebeten, ob ich nicht versuchen könnte sein, ebenfalls gerissenes, Heizungsventil wieder flott zu machen. Ich nahm sein Ventil in Dormagen in Empfang und habe mich gestern mal daran gemacht, den Riss verschwinden zu lassen.

heizungsventil julian gerissen

Der Riss an dem Ventil ist fast eine 100%ige Kopie, von dem meines ´77er GLS. Das ist mir ja Anfang des Jahres um die Ohren geflogen. Die Dinger sind beim Passat in den Modelljahren ´77-´79 eine echte Schwachstelle. Danach hat VW die Bauform geändert.
Da die Dinger neu so gut wie nicht zu bekommen sind, habe ich meins damals auch zunächst instandgesetzt. Mittlerweile konnte ich zum Glück auf ein Neuteil zurückgreifen.

Also habe ich gestern mal wieder die Lötkolben angeschmissen und mich etwas dem Kunststoffschweißen hingegeben.

heizungsventil julian 1.Schritt

Zunächst habe ich das Material entlang des Risses so tief wie möglich wieder verschweisst. Dabei ensteht zunächst eine Vertiefung, da der Kunststoff nach innen verschwindet.

heizungsventil julian 2.Schritt

Diese habe ich dann unter Hinzufügen von zusätzlichem Material hinterher aufgefüllt. Spender für das Material war ein Relaisgehäuse.

heizungsventil julian 3.Schritt

Das Endergebnis sieht recht vielversprehend aus.

Zur Kontrolle, ob auch alle Bereiche ordentlich miteinander verschmolzen sind und fürs natürlich auch fürs Auge gab es dann noch eine Nachbearbeitung.

heizungsventil julian verchliffen

Mit einem kleinen Schleifer habe ich die Oberfläche geglättet. Das verringert auch die Gefahr eines neuen Risses durch die sogenannte Kerbwirkung. Ein Einfluß dem auch beim normalen Schweissen durch Glätten der Oberfläche entgegengewirkt wird. Das hat also nicht nur optische Gründe.

Nun fehlte nur noch das Kupferrohr zur Verstärkung.

heizungsventil julian kupferrohr

Hier hatte ich noch noch genug auf Vorrat. Es gab damals als kleinste Menge nur Meterstücken zu kaufen.

heizungsventil julian kupferrohr einführen

Das Rohr paßt genau über einen meiner Lötkolben und nach einer gewissen Aufheizzeit konnte ich das Stück langsam in die richtige Position schieben.

heizungsventil julian kupferrohr plaziert

Zum Schluß habe ich das Rohrstück regelgerecht eingebacken. So sollte es auf der ganzen Länge komplett mit dem Ventilstutzen verschweisst sein.

Jetzt war erst mal Schluß, denn das Ventil war nun zu heiß um noch weiter zu machen. Das jetzt kann erst mal in aller Ruhe abkühlen.

Das richtige Heizungsventil ist angekommen

heizungsventil richtig

Gestern ist nun endlich auch das richtige Heizungsventil aus den USA angekommen.

heizungsventil richtig

Stammleser haben ja mitbekommen, daß der Verkäufer mir leider ein falsches Ventil geschickt hatte. Er versprach mir, das Richtige umgehend auf den Weg zu bringen. Er hat sein Versprechen gehalten. Sehr fair. Obwohl ich wohl kaum eine Handhabe gegen ihn gehabt hätte, wenn er es nicht getan hätte. Das nenne ich gute alte Hamburger Kaufmannsart.

Der Einbau war ein Kinderspiel. Vorher die Schläuche mit Klemmzangen zusammengedrückt, damit das ganze Wasser nicht ausläuft.

heizungsventil klemmzangen

Dann das alte, instandgesetzte Ventil raus, neue Schellen auf die drei Schläuche und das neue Ventil rein. Dann noch den Bowdenzug wieder festgeclipst. Fertig.

heizungsventil richtig eingebaut

Probelauf habe ich jetzt noch nicht gemacht. Aber was soll hierbei schon schieflaufen.

Das Kapitel hat jetzt also auch ein glückliches Ende gefunden. Jetzt heißt es: Und freuen, und freuen…. 😉

Paket aus den USA ist angekommen

priority mail

Am Mittwoch hatte ich ja bereits angekündigt, daß ich noch auf eine Sendung aus den USA warte. Heute konnte ich das Paket dann auch schon in Empfang nehmen. Damit hat es gerade mal 1 Woche für die Reise über den Teich gebraucht.

priority mail

Das hat ja alles wunderbar geklappt. Es waren nicht mal Steuern oder Zollabgaben fällig. Ich hatte eigentlich damit gerechnet, daß ich das Paket beim Hauptzollamt abholen müßte. War aber nicht so, es kam direkt bei mir an.

Jetzt will ich Euch aber natürlich auch nicht vorenthalten, was denn da so spannendes drin war.

Ein Heizungsventil

heizungsventil falsch

Stammleser meines Blogs haben sicher mitbekommen, daß mir beim GLS das Ventil gerissen ist und ich einen Ersatz benötige. Ein neues Ventil war allerdings hier in Deutschland auf die Schnelle nicht zu bekommen. Also Griff ich zu der internationalen Variante. War insgesamt nicht ganz günstig, aber immer noch im Rahmen.

Schön und gut, aber aufmerksame Leser oder Kenner der Materie haben jetzt sicher schon etwas bemerkt: Was ist das für ein komisches Ventil? Das im GLS sieht doch ganz anders aus.
Richtig bemerkt!!! Ich habe ein völlig falsches Ventil bekommen. Ich wollte hier im Blog ja eigentlich keine Kraftausdrücke verwenden, aber dafür gibt es nur ein Wort: Scheiße.
Und das dann ausgerechnet bei einem Verkäufer, der auf der anderen Erdhablkugel wohnt. Bei einem so billigen Stück, wo der Versand teurer war, als das Teil an sich. Echt Super.

Ich habe die Hoffnung aber noch nicht aufgegeben und es könnte sich noch alles zum Guten wenden. Ich habe den Verkäufer natürlich sofort kontaktiert und er hat sich für seinen Fehler entschuldigt. Er hat mir versprochen, daß richtige Ventil sofort hinterher zu schicken. Nach seinen Worten, ging es gestern noch in den Versand. In einer Woche weiß ich mehr.

Im Gegenzug habe ich ihm versprochen, daß Ventil auf günstigem Wege zurückzuschicken. Das würde in der langsamsten Variante, als internationaler Brief, nur etwas über 3,- Euro kosten.
Oder ich bringe das Ventil hier gut an den Mann und wir teilen uns den Erlös. Es kann nämlich sein, daß es sich hierbei ebenfalls um ein recht seltenes Stück handelt. Leider finde ich keine genaue Zuordnung zu einem Fahrzeug. Es sieht eigentlich so aus, wie die Dinger vom Porsche 924. Aber davon finde ich nur Fotos, die das Ventil genau spiegelverkehrt zeigen. Der Nummer nach muß es vom Golf 1 stammen, aber auch beim ClassicPartsCenter ist dieses Ventil nicht verfügbar.

Vielleicht sucht ja gerade einer von Euch so ein Teil oder weiß wo es verbaut wurde. Ich würde mich freuen wenn sich jemand meldet. Danke

Zylinderkopfdichtungspoker

teile

Die letzten Tage gab es mal wieder Teilenachschub. Meine Freunde, die Paketboten, haben mal wieder meinen Klingelknopf maltretiert. Ich brauchte mal wieder ein paar Kleinteile und wenn dann noch ein paar Schnäppchen darauf warten, erlöst zu werden, sage ich bekanntlich nicht Nein. Eigentlich wollte ich mir nur mal wieder eine 1,6er-Zylinderkopfdichtung ins Lager legen. Ist dann aber wieder etwas mehr geworden. Zündkabel, eine Hupe, ein paar Auspuffgummis, ein Antriebsritzel für die Tachowelle, ein Heizungsventil, zwei Türschließbolzen , zwei Hosenrohrdichtungen und ein Paar Bremsschläuche standen am Ende noch zusätzlich auf der Bestellung. Aus anderen Quellen gesellten sich dann noch ein neues VW-Zeichen und neue Schlauchschellen dazu.

teile

Vielleicht hat sich der eine oder andere schon gewundert, warum ich das „eine“ vor der Zylinderkopfdichtung in Fettschrift geschrieben habe. Die Erklärung dazu erkennt man wohl auf dem Bild ganz deutlich.
Aus der einen Dichtung, sind nun fünf geworden. Kennen die mich etwa? Egal. Bestellt und bezahlt habe ich nur eine Dichtung.
Mir kam die Umverpackung mit der Dichtung gleich schon so schwer vor. Kann ich auch nichts für wenn die nicht lesen können. Da steht ganz klar drauf: „Inhalt: 5 Stück
Flush, würde man beim Poker wohl jetzt sagen.

Ich hoffe der Verkäufer liest meinen Blog nicht mit. Seine Marge für die Sendung dürfte damit leicht in den roten Bereich gerutscht sein.

Eine Sendung erwarte ich jetzt aber noch. Lange kann es wohl nicht mehr dauern, zumindest ist sie heute in Deutschland gelandet.

USPS

Wer jetzt auf dumme Ideen kommt, versucht es gar nicht erst.. 😉

Probelauf für Zylinderkopfdichtung und Heizungsventil

heizungsventil eingebaut

Nach dem Desaster am Wochenende, konnte ich gestern endlich den Probelauf des GLS-Motors fortsetzen. Zunächst hielt das instandgesetzte Heinzungsventil wieder Einzug in den Wasserkreislauf. Dann noch neues Kühlwasser rauf und es konnte losgehen. Mit Argusaugen beobachtete ich dabei natürlich immer wieder das Ventil. Alles dicht. Also weiter den Motor warmlaufen lassen und nachdem die letzte Luft aus dem Kühlsystem entwichen war, habe ich den Kühlmittelstand aus seine Soll gebracht. Am Ventil war weiterhin alles trocken. Zum dem Zeitpunkt war der Kühler aber noch offen, also noch kein Druck auf dem System. Also Deckel drauf und erst noch mal die Zündung eingestellt. Die mußte ich noch ein paar Grad nachjustieren, war aber nicht weiter der Rede wert. Dann noch einen leichten Dreh an der CO-Schraube. Fertig. Schnurrt wie ein Kätzchen. Der Motor lief zu diesem Zeitpunkt bestimmt schon über eine halbe Stunde. Alles gut. Dachte ich. Leider wohl doch nicht ganz. Das Heizungsventil war jetzt leider leicht feucht. Auch nach mehrmaligen abpusten mit Druckluft wurde es immer wieder etwas feucht. Wirklich kaum zu sehen, ich mußte selber mehrfach ganz genau hinschauen.

heizungsventil eingebaut

Genau im Knick scheint nun leider doch noch etwas Wasser auszutreten. Es ist so wenig, daß sich nicht einmal ein richtiger Tropfen bildet. Als Übergangslösung für den Probelauf ist das in Ordnung, aber auf Dauer würde mir das keine Ruhe lassen. Da muß ich wohl noch mal ran…. Wenn es in diesem Zustand bleibt und sich nicht verschlimmert, mache ich das aber erst, wenn das neue Ventil das ist. Die Saison ist ja noch ein wenig hin. Dann kann ich auch gleich die angerosteten Schlauchschellen austauschen. So Nahaufnahmen sind immer so gnadenlos ehrlich.

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