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Dunkelbraun ist out!

Wenn ich den Zahlen der Kiesow-Werbung glauben schenken darf und man weiß, daß ich gestern danach noch auf zwei weiteren Schrottplätzen unterwegs war, kann man wohl zurecht behaupten: Dunkelbraun ist out!. Aber sowas von out!

Kiesow

Der Start in den Tag begann bei Kiesow in Norderstedt. Eigenlich war es der Start in ein schwarzen, vielleicht noch grauen Tag.

Auch wenn ich hier wahrlich kein Stammgast mehr bin, habe ich eigentlich immer meinen festen Weg übers Gelände. Wo die Passat stehen weiß ich ja und daran hat sich auch seit 20 Jahren nichts geändert. Gestern wich ich von dieser bekannten Route allerdings komplett ab. Ich habe mir alle Autos angeguckt! Wirklich alle, egal welche Marke, egal welches Baujahr. Egal ob Kombi oder Limousine. Der Werbung nach müßen es am Ende des Besuchs also knapp 2500 Autos gewesen sein.

Ich hätte nicht gedacht, daß es der Beginn eines wirklich schrecklich erfolglosen Tages werden sollte. Dabei war ich doch einfach nur auf der Suche nach einem dunkelbraunen Stück Teppich für die Hutablage meines Passat TS.

Klar, dunkelbraun ist nun nicht mehr so angesagt, aber es ist ja nun auch keine so seltene Farbe gewesen. Ich hatte die Reihen eigentlich schon fast durch. Zig mal Tür auf, Blick rikiert und Tür wieder zu. 75 % haten schwarzen Teppich, bei 15% war er grau, 5% hatten irgendetwas in Richtung beige. 4,96% verteilten sich dann auch bunte Teppiche, wie rot oder blau.

Ganz bewußt habe ich eben 4,96% geschrieben. Denn auch meine gesuchte Farbe war dabei. Sage und schreibe 1 Fahrzeug hatte einen dunkelbraunen Teppich! Das sind dann die fehlenden 0,04%.

Nissan-Primera

Der Teppich dieses Nissan Primera genau die gesuchte Farbe. Das würde wie die Faust aufs Auge passen. Das ich mit einem Teppich aus dem Inneraum nicht viel anfangen könnte war mir natürlich klar. Zuviele Löcher für Sitzbefestigung und Kabldurchführungen machen einen solchen Teppich für die Hutablage leider unbrauchbar. Aber ich hatte es auch mehr auf die Kofferräume abgesehen.
Die Heckklappe war zu und der wagen auch bisher recht wenig zerfleddert. Es kam der große Moment der Wahrheit. Klappe auf und siehe da:

Kofferraum-Nissan-Primera

Nein! Nicht schon wieder schwarz! Das darf doch nicht wahr sein! Ein ganz ordinärer schwarzer Filzteppich. Die Hoffnung war verfolgen.

Nach dieser Enttäuschung habe mich dann doch noch mal ganz gezielt in die Passat-Reihen begeben. Und hier stand immerhin noch ein 32er rum. Allerdings ein alter Bekannter und sogar mit einer gewissen Berühmtheit.

Passat-B1

Der Passat steht nämlich schon seit 2010 bei Kiesow. Damals wurde dort auf dem Gelände ein kleiner Bericht für die „Gute Fahrt“ mit genau diesem Passat erstellt. Mit von der Partie war der damalige Presschef von Volkswagen, der in disem Passat ein paar Runden gedreht hat und sich danach zu mehr oder minder qualifizierten Aussagen hat hinreißen lassen.

Passat-LS-Kiesow

Übrigens steht er nicht seit 2010 hier bei dem Schlachtwagen. Er war lange Zeit sichergstellt, da der damailge Verfasser des Artikels sich den Passat eigentlich selber wieder fahrfähig erhalten wollte. Daraus ist dann aber nichts geworden und seit gut einem Jahr steht er nun hier zur Auschlachtung bereit.

Passat-Innenraum

Dementsprechend geplündert steht er nun auch da. Ich habe nichts gefunden, was noch interressant sein dürfte. Wenn ich mich recht erinnere, müßte ich irgendwann mal die vordere Stoßstange vorbeigebracht kriegen. Die soll ich dann noch mal Zwischenlagern, bevor sie in den Süden der Republik verschwindet.

Dann standen da noch drei 32B in den Reihen. Nichts dolles, außer vielleicht der hier.

Klimakompressor-Passat-32B

Ein Vergasermodell mit Automatik und Klimaanlage. Bis auf die Bedieneinheit schienen mir noch alle wichtigen Komponeten der Klimaanlage vorhanden gewesen zu sein.

Kennt Ihr eigentlich schon einen Smart in dem man aufrecht stehen kann?

Smart-highline-CTA

Bitte schön! Da standen zwei Stück von rum. Das Papamobil vom Container Terminal Altenwerder. Damit wurden Container direkt auf den Güterzügen kontrolliert. Sie wurden auf Schäden und Sicherheitszertifikate überprüft und die Siegel auf den Türen kontrolliert. Der Job nennt sich übrigens Checker.

Ich schweife ab. Aber was soll ich sonst groß schreiben. Ich war noch auf zwei weiteren Schrottplätzen, dasselbe Spiel. Keine Chance. Nur weiß ich jetzt schon mal das der Teppich der Hutablage eine Jetta II zu schmal ist. Hätte ich jetzt nicht gedacht. Auch der Kofferraumteppich der alten S-Klasse (W126) eignet sich für mein Vorhaben nicht. Ebenfalls zu schmal.

Ich brauche ein Teppichstück in der Größe von 140x55cm. Wahrscheinlich ein hoffnungsloses Unterfangen. Als ich die Preise gehört habe die Sattler für diese knapp 0,75 m² haben wollen, bin ich fast hinten übergefallen…

Wenn das alles schon nicht geworden ist, wollte ich wenigstens noch mal nach dem Gummiprofil für den oberen Heckklappenabschluß gucken. Wir haben hier eigentlich einen gut sortierten Gummiwarenladen in Hamburg. Richtig alteingessen und auch mit richtig guten alten Katalogen ausgestattet. Natürlich wurde das auch nichts… So ein Profil hatte er noch nie gesehen.

Na gut. Um wenigstens nicht ganz mit leeren Händen nach Hause zu kommen, habe ich zum Schluß bei meinem Teilelieferanten völlig hemmungslos zu geschlagen.

Blechmutter-verzinkt

Dafür schlägt man sich den ganzen Tag um die Ohren…

Die ganze Geschichte der Passat-Schlachtung auf der Wiese

Angefangen hatte die Story bereits Ende Juni. Über den OST-Blog bekam ich folgende Nachricht:
Hallo, ich hätte noch einen Passat von 1977 abzugeben, der seit 1990 in der Garage so langsam vor sich hinaltert. Gruß Günter

Das konnte bei mir zunächst noch keinen erhöhten Adrenalinausstoß hervorrufen. Da will bestimmt wieder, sein völlig vergammeltes Zwischenmodell zu einem Liebhaberpreis an den Mann bringen. Nachdem ich dann rausbekommen hatte, das er auch nicht gerade um die Ecke steht, war erst Mal Funktstille. Günter fragte dann nach zwei Wochen noch mal nach ob Interesse vorhanden ist. Auf meine erneute Nachfrage wurde es dann, etwas interessanter:
Hallo Olaf, wenn ich mich recht entsinne hat er die Chromstoßstangen mit den Kunststoffkappen auf den Ecken. Evtl. komm ich nächste Woche dazu den Wagen mal freizuräumen, mal schauen wie er aussieht. Ich weiß nur noch nicht wie ich das Ding rauskriegen soll.
Im Vorwege konnte ich schon klären, daß er schwarz ist, eine große Heckklappe, ein Sonnendach hat und vorne durch einen Unfall lediert ist. Alles wirklich nicht so der Kracher.

In der ersten Augustwoche habe ich dann mal zwei Bilder bekommen.

Achtung! Ihr müßt jetzt ganz stark sein!

Passat-b1

Halleluja! Was ist das denn? Nee, das ist nichts für mich. Das tue ich mir nicht an. Dafür mit einem Trailer von Hamburg bis ins Münsterland. Niemals!

Dann das zweite Bild geöffnet. Upps, was ist das?

Passat-321

Ich sehe da keinen Riß im Armaturenbrett! Dann noch ein Sportlenkrad, Cockpit mit großem Drehzahlmesser und eine Mittelkonsole mit Zusatzinstrumenten.

Grübel, grübel, grübel… Ein neuer Plan mußte her!

Und genau diesen Plan habe ich am Dienstag abgearbeitet. Es ging morgens um 7:00 Uhr in Hamburg los. Nicht meine Zeit, aber anders wäre das an einem Tag nicht zu schaffen. Es ging zunächst in den östlichen Teil von Münster. Hier hatte ich mir um 10:00 Uhr einen Trailer reserviert.

Trailervermietung

So gerüstet gings weiter in einen Ortsteil von Everswinkel. Knappe 20 Kilometer weiter, hier stand das Objekt der Begierde. Günter erwartete mich schon, obwohl ich gut eine halbe Stunde zu früh vor Ort war. Mit eingeplante Zeitreserven habe ich nicht benötigt. Alles lief glatt.

Bewegen ließ der Passat sich zunächst kein Stück. Bremsen fest. Mit Günters Caddy und einer Art Fleischerhaken haben wir ihn dann ins Freie gezogen.

Passat-Bergung

Ich hatte echt Angst, daß der Haken abrutscht und genau im Scheinwerfer vom Caddy landet. Nach einigen Versuchen war er dann aber an der frischen Luft. Jetzt kam man auch vernüftigt an die Räder. Mit einer großen Axt und ein paar gezielten Schlägen auf die Felgen, ließ er sich im Anschluß dann auch per Hand schieben.

Passat-aufladen

Günter kurbelte und ich lenkte. Geteiltes Leid, ist halbes Leid. So schlimm war es aber auch nicht. Der Passat rollte jetzt schon ganz vernüftig. Obwohl der Kofferraum noch voll mit allen möglichen Zeugs war. Günter wollte das erst alles rausräumen. „Laß mal alles drin, das nehme so ungesehen alles mit“, war meine Antwort.

Passat-schwarz

Was für eine Grotte. Unfallschaden, überall kleine Bleche eingeschweisst, Schweller übergebraten, Endspitze übergebraten. Das lohnt sich wirklich nur noch zum Schlachten. Insgeheim hatte ich noch gehofft, daß die Scheibendichtungen und die Dachzierleisten noch brauchbar wären. Pustekuchen. Das konnte ich vergessen. Aber das war jetzt auch egal und eh nicht mehr zu ändern.

Günter bekam noch den vereinbarten Kaufpreis und ich machte mich vom Acker. Er war aber richtig froh, daß ich wirklich vorbeigekommen bin und ihn von dieser Last befreit habe. Nach über 20 Jahren kann die Garage jetzt wieder sinnvoll genutzt werden. Nebenbei sagte er mir noch, daß er bis zum Schluß nicht daran geglaubt hat, daß ich wirklich vorbeikomme. Er kennt mich halt nicht näher… 😉

Danach ging es nahtlos über in den einzigen ungeplanten Teil des Tages. Ich brauchte einen geeigneten Platz zum Schlachten. Denn, daß ich das Teil nicht mit nach Hamburg schleppe ist ja wohl klar.
Besondere Ansprüche an den Platz hatte ich nicht. Ich wollte nur meine Ruhe haben.

Schlachtfeld

Nach wenigen Kilometern war so ein Ort gefunden. Einmal von der Hauptstraße runter und rein in die Feldmark. Das war sozusagen mein Schlachtfeld. Völlige Abgeschiedenheit und der Baum spendete noch Schatten. Erst mal den Stuhl ausgepackt und den Laptop angeworfen. Herrlich!

Jetzt konnte ich auch mal in Ruhe gucken, was ich mir denn da an Land gezogen habe. Als erstes interressierte ich mich natürlich fürs Armaturenbrett.

Armaturenbrett-Passat-32

Das war wirklich komplett riß- und beulenfrei! Alleine dafür hat sich die ganze Aktion also schon gelohnt. Alles was jetzt noch folgte war sozuaagen Bonusmaterial.

Ein merkwürdiger Passat war das aber schon. Die Fahrgestellnummer war 3272004924. Also ein ganz früher aus dem 77er Modelljahr. Ursrünglich ausgeliefert wurde er irgendwo im Ausland. Einen deutschen Brief gab es erst im März 1978. Daher habe ich leider keinerlei Infos zu der Ausstattung. Das paßt aber alles irgendwie nicht zusammen. Alleine schon die schwarze Lackierung ist selten. Man konnte zwar immer schwarzen Lack bekommen, in den Listen wurde es aber nie aufgeführt. Dann war da ein 85 PS-Motor drin, Doppelscheinwerfer, Radlaufchrom. Deutet also eigentlich alles auf GLS hin. Dazu passen aber weder die flachen Türverkleidungen, noch der schwarze Filzteppich. Auch die Verglasung in klar und der Stoff der Sitze sprechen gegen GLS. Merkwürdig. Und warum haben weder das Armaturenbrett noch das Cockpit ein Holzdekor? Die Türen haben übrigens noch die kleinen Schlößer, dafür aber Innenöffner aus Chrom. Mist die habe ich übrigens vergessen abzuschrauben….

Ich hatte aber keine Zeit mich näher damit auseinanderzusetzen. Es wartet ja schließlich noch so einiges an Arbeit auf mich.

Die Schlachtung des Passat beginnt. Los ging es im Innenraum.

Schlachtung-Passat-b1

Lenkrad, Lenkstockschalter, Mittelkonsole und die unteren Verkleidungen mußten weichen. Dann noch die beiden Muttern vom Wasserkasten aus und raus war das Brett.

Armaturenbrett-Passat-B1

Daß der Passat zu meiner Überraschung mit einem 85PS-Motor ausgestattet war, hatte ich ja eben schon erwähnt. Damit war klar, auch der Vergsaer samt Ansaugbrücke muß mit. Das Ding erforderte dann meinen vollen Körpereinsatz. Die Brücke rührte sich einfach nicht.

Vergaserausbau

Aber selbst das brachte nicht den gewünschten Erfolg. Verfluchte Kiste!
Nachdem ich dann die restlichen zwei Schrauben auch noch rausgedreht hatte gings aber ganz einfach. 😉 Manchmal hat man halt ein Brett vorm Kopf.

Aus dem Motorraum habe ich dann nur noch den Verteiler und das Heizungsventil ausgebaut.

Weiter im Innenraum. Die Sitze waren in überraschend guten Zustand. Ich habe zwar selber keinen Passat mit schwarzer Ausstattung, aber die mußten einfach mit.

Passat-Sitze

An die Rückbank kam ich allerdings zunächst noch nicht ran. Die war umgelegt und der Kofferaum war voller Müll.

Passat-Kofferraum

Obwohl Müll eigentlich wohl dooch nicht der ganz richtige Ausdruck für den Inhalt war. Denn es fanden sich auch noch recht brauchbare Sachen darin. Noch ein Sportlenkrad. Diesmal aber von Hella und mit Nabe fürs Zwischenmodell, dann noch Doppelscheinwerfer und ein ganzer Haufen Chromleisten.

Und dann lag da noch ein frisch lackierter Kotflügel.

Passat-32-Kotfluegel

Habe ich eben „einer“ geschrieben. Halt! Der für die Fahrerseite lag auch noch in dem Müll.

Passat-b1-Kotfluegel

Irre! Das habe ich vorher nicht gewußt! Welche eine Überraschung.

Jetzt kam ich aber wenigstens an die Rückbank. Die hatte einen ähnliche guten Zustand wie die beiden vorderen Sitze. Noch ein bisschen Kleinkram ausgebaut und dann war die Schlachtung auch schon durch.

Zeit für eine kleine Pause, eine kleine Erfrischung und ein kleines Sonnenbad.

OST-relaxt

Ich finde ich habe das schönste Hobby der Welt.

Nun mußte das ganze Zeug nur noch bei mir in den Volvo. Durch die ganzen sperrigen Teile wurde es zum Schluß ganz schon eng.

Beute-verstauen

Irgendwie ging aber alles rein. Meine Werkzeugkiste mußte ich zum Schluß allerdings auf dem Beifahresitz plazieren. Hinten war alles voll. Als letztes schnappte ich mir meinen Stuhl und konnte diesen Punkt erfolgreich abhaken.

Passat-Schlachtung

Bisher alles im Lot.

Auf gings zum nächsten Punkt der Tagesordnung.

Abfahrt

Der war jetzt wieder geplant. Irgendwo mußte ich mit dem Passat jetzt ja bleiben. Also im Vorwege mal geguckt was es denn da so für Möglichkeiten gibt. Ich habe mich dann für eine Autoverwertung in Freckenhorst entschieden.

Autoverwertung-freckenhorst

Der Chef machte am Telefon einen sehr netten Eindruck. Er hatte auf dem Display meine Hamburger Vorwahl erkannt und war dann doch etwas neugierig. Ich habe ihn in mein Vorhaben eingeweiht und er gab grünes Licht: „Kein Problem, kommen Sie vorbei. Zahlen müssen Sie nichts, eventuell springt sogar noch etwas für Sie dabei heraus.“

Gesagt, getan. Von meinem Schlachtplatz waren es nur gut 15 Minuten Fahrzeit und ich stand bei ihm auf dem Hof. Er konnte sich sofort an unser Telefonat erinnern. Kein Wunder einen 77er Passat kriegt er bestimmt nicht mehr alle Tage auf den Hof gestellt.

Passat-Schrottplatz

Ich habe ihn dann einfach vom Trailer rollen lassen. Kurze und schmerzlose Geschichte. Herrlich unkompliziert. Genau wie ich es mag.

Was bleibt ist der Blick zurück. Junge, Du wirst mir sicher noch eine ganze Zeit in Erinnerung bleiben.

Passat-abgeladen

Zum Schluß fragt mich der Chef noch ob ich irgendeinen Nachweis bräuchte. „Nein Danke, ich habe genug Fotos als Beweis.“ Dann kam meine abschließende Frage, „Und, kriege ich noch was?“

Es gab was. Mehr als ich erwartet hatte. Der halbe Kaufpreis war damit schon wieder drin. 😉 Ihm hat gefallen, daß die Sitze nicht mehr drin waren. Die hätte er teuer entsorgen müßen.

So, vor der Heimfahrt nach Hamburg standen jetzt aber noch zwei Punkte auf dem Zettel. Ein geplanter und ein dringend notwendiger.

Der geplante ist klar, der Trailer mußte wieder zurück nach Münster. Der notwendige folgte gleich im Anschluß. Ich hatte nach dem Tag jetzt mörderischen Kohldampf!

Zwiebelschnitzel

Frisch gestärkt gings dann wieder Richtung Norden. Was bleibt ist ein Tag voller Eindrücke und Erlebnisse die ich wahrscheinlich nicht so schnell wieder vergessen werde. Das schlimme daran, mir macht das auch noch einen tierischen Spaß. Malediven, Costa Brava, Adria.. Kannst Du mir schenken. Mir reicht ein Acker im Münsterland!

Natürlich bleibt auch noch ein ganzer Berg an Teilen. Sicher hat mich der Spaß auch etwas gekostet. Kaufpreis, anderthalb Tankfüllungen, Trailermiete und ein Schnitzel stehen auf der Sollseite.
Die Habenseite läßt sich schlecht beziffern. Gelohnt hat es sich durch die Kotflügel und das Armaturenbrett in meinen Augen auf jeden Fall.

Obwohl ein wenig trauer ich ja noch den beiden verchromten Türöffnern hinterher. Soll ich da noch mal hinfahren…
Ich habe ja kein Geheimnis daraus gemacht, wo der Passat jetzt steht. Vielleicht braucht der eine oder andere ja noch was. Die Stahlfelgen sind noch sehr zu empfehlen. Die sahen noch richtig gut aus. Die vier Chromkappen liegen auch noch im Wagen. Im Kofferaum liegen noch die beiden Stoßstangen. Die sind zwar nicht mehr ganz so schön, aber vielleicht sucht ja jemand genau solche Teile noch.

Jetzt gibt es noch Bilder, Bilder und nochmals Bilder.

77er Passat Variant GLS im Saterland

Nun folgt endlich der kleine Bericht von der zweiten Passat-Besichtigung. Nachdem wir uns in Bremen den 74er Passat TS angeguckt hatten ging es weiter in die Gemeinde Saterland.
Hier haben Dirk und ich uns dann einen 77er Passat Variant GLS angeschaut. Der Wagen dürfte vielen von Euch schon bei mobile.de aufgefallen sein.

Passat-Variant-GLS

Die Eckdaten laut Verkäufer: Das Fahrzeug hat 30 Jahre in einer trockenen Halle gestanden. Laufleistung 21.000 km – GLS-Ausstattung – Leichter Transportschaden an Kotflügel, Haube, Frontscheibe, Dachkante und Tür Der Innenraum ist wie neu, der Himmel ist mit einem Reißverschluss ausgestattet -wofür auch immer. Das Fahrzeug ist mit einer Klimaanlage ausgerüstet (Seltenheit !!!) ATS Alu Felgen. Der Motor springt nicht an, dreht aber durch. Leider keine Papiere vorhanden, aber eine Erklärung vom Eigentümer.

Soweit die Daten auf dem Papier. Auf den ersten Blick auffällig war die Hochbeinigkeit des Varis. Ein Motor war aber drin. Sehr merkwürdig.

Eine Klimaanlage war dann tasächlich auch verbaut. Keine nachträgliche montierte, sondern alles ab Werk. Dann waren da aber noch so zwei komische Doppeltonhörner.

Doppeltonhorn-Klimakompressor- Passat-B1

Immer mehr ging unsere Vermutung in Richtung Polizeifahrzeug. Auch das Fahrwerk, welches sich als verstärkte Variante herausstellte sprach dafür.

Dann waren da ja noch die vom Anbieter beschriebenen Reißverschlüße im Dachhimmel.

Passat-Dachhimmel

Hier der hintere, der den Zugang zur Funkantenne ermöglichte. Vorne war dann noch ein größerer Reißverschluß, aber nichts auf dem Dach. Auch keine Löcher in der Dachhaut. Alles typisch für eine Polizeiausstattung. Das Gepäcknetz ist irgendwie auch typisch Behörde.

Der Innenraum zeigt sich von seiner besten Seite. Die 21.000 km sind wirklich glaubhaft. Bis auf ein paar zusätzliche Schalter und Einbaurahmen in den Verkleidung unterm Armaturenbrett, befand sich alles im Bestzustand.

Passat-GLS-Innenraum

Ein kleines Manko hatte der Vari dann aber doch. Die Windschutzscheibe machte es deutlich.

Irgendwelche Spezialisten haben da nach der Bergung einfach mal ein anderes Auto drauf abgestellt.

Passat-Variant-GLS-Dachschaden

Die Scheibe, die obere Dachkante, Motorhaube und Kotflügel haben das natürlich nicht schadlos überstanden. Zum Glück hat der große Dachgepäckträger den Rest des Daches wirkungsvoll geschützt.

Zu allem Überfluß haben die Verlader damals wohl einfach ein Stahlseil durch den Innenraum geführt und den Passat damit angehoben.

Dachkante-Passat-Variant

Die seitlichen Dachkanten zeigen davon deutliche Spuren. Einfach unfassbar! Wie blöd muß man sein, wenn man ein Auto, daß 30 Jahre in einer Garage gestanden hat, so behandelt. Auch wenn es nur ein alter Passat ist.

Trotz angeblichem Garagenstellplatz sind die 30 Jahre nicht ganz spurlos an dem diamantsilbernen Lack vorüber gegangen.

Passat-33-Variant

Er soll wohl direkt an der Nordseeküste gestanden haben. Die Arbeit der salzhaltigen Luft war dann auch recht deutlich sichtbar.

Alles in allem allerdings ein sehr interessantes Fahrzeug. Die Farbkombination ist ja ohnehin unschlagbar. 😉 Zwischenzeitliche Recherchen ergaben, dann auch das was wir schon vermutet hatten. Der GLS ist wohl bei der Wasserschutzpolizei in Norden gelaufen. Ein paar Nordeney-Aufkleber auf der Heckklappe gehen übrigens auch in diese Richtung.
Bei dem Vari ist irgendwie alles anders als bei üblichen alten Passat. Stoßstangen, Gummidichtungen, Unterboden und Innenausstattung sind in hervorragendem Zustand. Dafür hat der „Lack“ halt etwas gelitten.

Eine Frage beschäfigte uns dann aber noch den Rest des Wochenendes: Ist die Wasserschutzpolizei damals wirklich mit solchen ATS-Alufelgen unterwegs gewesen?

ATS-Alufelgen

Ich kann mir das irgendwie nicht so recht vorstellen. Obwohl, die ersten Reifen waren das noch.

Achso, die Anzeige bei mobile.de ist übrigens nicht mehr vorhanden. Da wird man nicht mehr fündig.

Und noch was. Im Saterland steht der Vari auch nicht mehr.

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