Zu verkaufen: 1 Satz Pleuellager – wie neu

Am Montag waren meine bestellten Pleuellager dann doch schon da. Nicht mal eine Woche hat es jetzt gedauert. Das ist ja unter den zur Zeit herrschenden Umständen durchaus noch akzeptabel.

Also rein mit den Schalen. Um nicht komplett im Öl zu hantieren habe ich das Innenleben vorher noch mal mit Bremsenreiniger abgesprüht. Die Ölpumpe flog auch noch eben raus. Einfach um besser an die Lager zu kommen.

Motor-Passat

Dieser Anblick ist wirklich faszinierend. Jetzt wo der Ölfilm auch noch runter ist, sieht man mal wie stark das Motorinnere wirklich angerostet ist.

Im Prinzip ist das ja völlig egal. Nur eines will mir dabei immer nicht aus dem Kopf. Wenn alles so aussieht, dann können die Zylinderlaufbahnen das doch eigentlich überhaupt nicht schadlos überstanden haben. Das sind doch mit die rostempfindlichsten Flächen im ganzen Motor. Andererseits hätte der Motor das alles dann bis zum jetzigen Zeitpunkt so klaglos mitgemacht? Aber vielleicht will ich das jetzt auch gar nicht so genau wissen.

Der Motor stand auf jeden Fall gerade richtig, daß ich gleich am ersten Zylinder anfangen konnte. Lagerbock vom ersten Pleuel runter.

Pleuellager

Die untere Lagerschale blieb dabei zunächst an der Kurbelwelle haften. Gehalten nur durch die Adhäsionskraft des Öls. Zum Abnehmen der Schale reicht ein leichtes seitliches Hebeln. Sobald der Ölfilm weg ist, fällt sie einfach runter.

Die obere Lagerschale wird dann herausgedreht.

pleuelagerschale-oben

Dabei zunächst an der Seite ohne Nase, die Schale etwas hochdrücken und dann kommt man auf der anderen Seite mit einem kleinen Schraubenzieher hinter die Nase und kann die Schale komplett auf die Unterseite drehen und dort dann herausnehmen.

Der Einbau der neuen Schale erfolgt dann in ungekehrter Drehrichtung. Wenn die kleine Nase sauber in der Aussparrung sitzt und die Schale bündig mit der Kante abschliesst, ist alles gut.

neue-lagerschale

Die untere Lagerschale legt man dann in den Lagerbock ein.

lagerschale-unten

Das Lagerfläche dann vor der Montage gleichmäßig mit Öl benetzen und den Bock mit den beiden Muttern wieder festziehen. Bei der Montage des Bockes drauf achten, daß die beiden Nasen der Lagerschalen später auf einer Seite sitzen.

Bei den alten Motoren sind die Pleuelschrauben noch keine Dehnschrauben. Die kann man also gefahrlos wiederverwenden. Bei der Dehnschraubenausführung in den neueren Motoren erlaubt VW wohl eine einmalige Wiederverwendung.

Jetzt brauchen die Muttern noch ihr vorgeschriebenes Drehmoment von 45 Nm.

Diese Vorhaben stellte mich jetzt aber vor eine unlösbare Aufgabe. Ich habe mir extra einen entsprechenden Drehmomentschlüßel und eine passeenden Nuß dafür ausgeliehen. Dachte ich zumindest. Ich ging nämlich von einer 13er Schlüßelweite aus. Die Mutter haben aber 14mm…

Das wäre ja alles noch kein Problem, wenn nicht der Drehmomentschlüßel einen 3/8″ Vierkant hätte. Damit arbeite ich überhaupt nicht und habe da nur ein paar vereinzelte Nüße von irgendwelchen Baumarktkoffern in meiner Resteschublade. Und natürlich keine 14mm Nuß.

resterampe

Gefunden habe ich nur einen Adapter von 3/8″ auf 1/4″. Eine 14er Nuß für 1/4″ hatte ich.

Der Adapter hielt dann genau von zwölf bis Mittag.

abgedreht

Das Festziehen der Muttern verschiebe ich dann wohl noch mal.

Was bleibt ist die Gewißheit, daß ich zumindest die richtigen Lagerschalen bestellt und montiert habe.

lagerschalen-std

Alle vier ausgebauten Sätze hatten Standardmaß.

Und die Erkenntnis, daß ich die Schalen wohl nicht unbedingt hätte wechseln müssen.

lagerschalen-alt

Den Dingern fehlte es augenscheinlich nämlich an nichts.

Allenfalls der unteren Schale des 1.Zylinders konnte man ansehen, daß sie in 40 Jahren doch schon etwas geleistet hat.

lagerschale-1-unten

Aber dafür, daß sie bis zum heutigen Tag schon rund 4 Milliarden Umdrehungen hinter sich hat, sieht sie noch ganz brauchbar aus. (gerechnet für 120.000 km und zur Vereinfachung der Berechnung bei 50% im 4.Gang und 50% im 2.Gang)

Sie liegen hier noch ein paar Tage, falls jemand Interesse hat. Obwohl, wenn ich bedenke das alle vier neuen Sätze zusammen irgendwo bei 11,50€ Euro liegen… Da muß ich schon einen Originalo erwischen der auf die VW/Audi-Prägung abfährt.

5 Kommentare

  1. Markus

    Hast Du schon mal mit dem Endoskop in die Zylinder geschaut?Ich würde mir bei Dem 827er Motor keine grauen Haare wachsen lassen.Bedenke bitte,der Motor hat keine Abnormalen Geräusche verursacht,lief tadelllos.Und er hat die Alpentour mirgemacht.
    Bau alles wieder schön zusammen und gut ist.Hast Du die Schaftdichtungen schon getauscht?Bitte auch naxh dem ventilspiel schauen.Ich sage nur,silberner GLS…..
    Viele Grüße
    Markus

    Antworten
    1. OST (Beitrag Autor)

      Klar baue ich den so wieder zusammen. Schaftdichtung und Ventilspiel hatte ich ja schon vor der Alpentour gemacht.

      Antworten
  2. Markus

    .Du nist ein fleissiges Kerlchen.Kannst beinahe als Schwabe durchgehn.
    Viele Grüße
    Markus

    Antworten
    1. OST (Beitrag Autor)

      Bitte keine Beleidigung.

      Antworten
  3. ed

    Hi,

    von welchem Hersteller sind den die Pleullager? Und wo bestellt?

    Welche Teile außer Motorlager und Ölwannendichtung solte man noch parat haben? Danke!

    Antworten

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