Roadtrip Norwegen 2018 – Tag 4: Lysebotn – Hamburg

Schon ist der 4. und letzte Tag meines kleinen Norwegen Roadtrips erreicht. Wie üblich verging die Zeit wie im Fluge. Gerne hätte ich noch ein paar Tage dran gehängt. Aber für mich stand im Vordergrund Norwegen überhaupt zunächst einmal selbst zu erfahren und kennen zu lernen.

Leider hielt auch der Freitag für mich zunächst wieder Regenwolken parat.

Lysebotn-wolken

Tief hingen die Wolken über Lysebotn als ich morgens um kurz nach 8 Uhr den ersten Schritt vor die Tür setzte.

Obwohl weit vor meiner eigentlichen Zeit, traf ich beim Frühstück auf keine weiteren Gäste.

breakfast-turist-cabin-lysebotn

Mich störte das nicht. Ganz im Gegenteil, zu viel Trubel um diese Uhrzeit brauche ich nicht. Das ich überhaupt so früh auf den Beinen war hatte natürlich einen Grund. Um 14 Uhr war letzter Check-inn für die Fähre in Kristiansand. Wäre schon gut wenn ich hier wenigstens mitgenommen werde.

Klamotten ins Auto und los gings. Natürlich nicht ohne noch mal einen Blick über den Lysefjord zu werfen.

Lysefjord-wolken

Nicht halb so eindrucksvoll wie noch am Abend zuvor.

Rauf ging es den Lysevegen mit seinen 27 Serpentinen und dem Tunnel. Wenn draußen schon so ein Sauwetter ist, mache ich eben ein Foto im Trockenen.

lysetunnel

Über einen halben Kilometer geht es Kerzengerade in den Berg hinein. Was man hier nicht wiedergeben kann aber spätestens merkt wenn man anhält, ist die doch beachtliche Steigung im Tunnel. Ohne Horizont verliert man jegliches Gefühl dafür.

Schon auf halben Wege den Berg hinauf steckte ich endgültig mitten drin in den Wolken. An einen Blick zu Tal war überhaupt nicht mehr zu denken. Auch auf der Hochebene nichts als Regen.

norwegen-hochebene

Schade, hier hätte ich geren noch ein paar Stopps eingelegt. Zumal ich hier am Vortag auch nur unter gewissen Zeitdruck durchgerauscht bin. Da hatte ich noch die Hoffnung auf brauchbares Wetter am heutigen Tag. War leider nix.

Einzig ein Blick durchs Seitenfenster offenbarte reichlich Spuren von menschlichen Besuchen.

steinhaufen-norwegen

Zahlreiche Steintürme zeugen davon, dass hier auf dem Weg zum Kjerag, bei gutem Wetter wohl deutlich mehr los ist.

Bei Sonnenschein ist diese Passage sicher auch ein bleibendes Erlebnis.

am-kjerag

Die allgegenwärtigen zotteligen Begleiter ließen sich durch meine Gegenwart nicht weiter beeindruckenden. Für die klienen gab es erst mal den Schluck frische Milch zum Frühstück.

schaf-norwegen

Dann eine Bergkette weiter war der Regen bereits wieder abgezogen und es lugte stellenweise sogar mal die Sonne hervor.

norwegen-wolken

Bis auf 1050 m ging es hier jetzt wieder nach oben. Zahlreiche Schranken zeugten davon, dass hier im Winter wohl auch schon mal die Straßen dicht gemacht werden. Ganz so weit war es zum Glück noch nicht.

Irgendwo hier oben gibt es wohl einen Art Gipfelstein am Wegesrand, an dem ich aber wohl so vorbeigerauscht bin. Regen und ein gewisser Zeitdruck sind halt schlechte Begleiter.

einsame-Strasse-norwegen

Es ging auch erstaunlich flott voran. Außer ein paar Ferienhütten und einem großen Wintersportgebiet, dem Brokke Alpine Center, war hier oben wieder nicht viel Leben. Obwohl im Skigebiet natürlich auch noch absolut tote Hose war.

Wenig später lag dann der Riksvei 9 vor mir. Dieser führte nun durch das Setesdal bis nach Kristiansand. Mehr oder weniger parallel zur Otra. Dabei durchfließt sie zwei große Seen, den Åraksfjord und den Byglandsfjord an dessen Ufern man kilometerlang noch einmal norwegische Landschaft genießen kann.

Viele Wege führen dann auch durch stark bewaldetes Gebiet, was mitunter etwas eintönig wurde.

wald-norwegen

Aber es gibt auch hier immer wieder außergewöhnliche Ausblicke.

Reiarsfossen

Hier, am Reiårsfossen, der sich über 200 Meter den Hang hinab stürzt bot sich ein kleiner Stopp geradezu an.

Das waren dann auch schon die letzten Naturschönheiten, die mein Roadtrip für mich auf Lager hatte. Dafür nahmen jetzt die Zivilisation wieder merklich zu und mit Ihr auch diese netten Hinweisschilder.

blitzer-norwegen

Überall wurde ich ja im Vorwege vor den drastischen Strafen bei Verkehrsverstößen gewarnt. Ein paar wenige Blitzer habe ich aber nur auf den Hauptstraßen und vorwiegend auch nur in Ballungsräumen gefunden. Und vor allen wurde vorschriftsmäßig gewarnt. Also alles halb so wild und mehr als die erlaubten 80 km/h auf Landstraßen kann man häufig auf Grund der kurvigen Straßen eh nicht fahren. Also alles halb so wild.

Im Kristiansand angekommen hatte ich dann noch gut eine Stunde Zeit. Mein Auto habe ich am Bahnhof abgestellt und bin zu Fuß rüber in die City gegangen. Meine ganzen norwegeischen Münzen wurde ich erfolgreich am Parkautomat los. Ein Wunder dass der die überhaupt angenommen hat. Mit Bargeld haben die Skandinavier es im allgemeinen ja nicht mehr so. Hier kannSt man fast alles mit Karte bezahlen. Selbst das stille Örtchen am Bahnhof machte da keine Ausnahme.

wc-creditcard

Beziehungsweise hier war es sogar die einzige Möglichkeit, dass sich die Tür zum Thron öffnet.

In der City von Kristiansand nutzte ich die mir bleibende Zeit zum Mittagessen um danach dann den kurzen Schlenker rüber zum Fährterminal in Angriff zu nehmen. Mit etwas Verspätung traf dann auch mein Taxi ein.

fjord-cat-line

Schon sind die vier Tage und drei Nächte wieder Geschichte.

kristiansand-flord-line

Die Zollformalitäten waren diesmal nicht der Rede wert. Bei der Ausreise aus Norwegen eigentlich ja auch logisch. Zigaretten oder Alkohol schmuggelt von dort bestimmt keiner.

Rauf auf die Fjord Cat und ab nach Dänemark.

ferry-fjord-cat

Tschüß Norwegen.

kristiansand-havn

Tschüß Kristiansand.

Die Wahrscheinlichkeit, dass ich diese Route irgendwann noch einmal in Angriff nehme ist wohl doch recht groß. Dann vielleicht mir etwas mehr Zeit vor Ort, den wenn man bedenkt was für ein kleines Gebiet ich da jetzt gerade mal von Norwegen gesehen habe, bleibt noch sehr viel Raum für für weitere Trips.

Vielleicht ein paar Wochen früher, damit man den fiesen Regenwolken etwas ausweichen kann. Das Phänomen, dass die Berge an der norwegischen Westküste die Wolken abfangen um sich dort ausregnen zu können und dahinter oft besseres und vor allen Dingen trockneres Klima herrscht, konnte ich mir einige Kilometer nach der Abfahrt aus Kristiansand bildlich vorführen lassen.

wolken-wetskueste-norwegen

Aber das alles war mir schon vor Beginn meiner Reise klar. Die Eindrücke die mir Norwegen geboten hat waren trotzdem atemberaubend. Für meine verpasste Fährfahrt auf dem Lysefjord bin ich selber verantwortlich. Aber das sind so Geschichten , die werde ich genauso wenig vergessen, wie die 1000 Meter hohen Berge die sich nur 50 Kilometer von der Küste befinden. In Deutschland brauchen wir dafür knapp 1000 Kilometer.

Das waren die letzten Kilometer vom Lysefjord bis auf die Fähre in Kristiansand.

track-norwegen-2018

5 Kommentare

  1. Markus Bensinger

    Hallo,

    Sehr sehr geiler Roadtrip, hast mir richtig Lust gemacht sowas in Angriff zu nehmen wenn mein Syncro läuft. Tolle Bilder, mit toller Landschaft und Atmosphäre.

    Gruß

    Markus

    Antworten
    1. OST (Beitrag Autor)

      Hallo Markus
      Wer es nicht kennt, dem kann ich es wirklich nur empfehlen.

      Antworten
  2. nordost

    Moin Olaf,

    sind auch gerade von einer etwas umfangreicheren Reise nach Norwegen zurück. Ähnliche Erlebnisse, Begegnungen und Eindrücke. Auch für uns eine Art Orientierungsfahrt im Regen. We will return!

    Grüsse NO

    Antworten
  3. Peter

    Tach auch,

    die Berichte solltest Du dem norwegischen Tourismusverband zur Verfügung stellen! Bessere Werbung gibt es fast nicht, besonders der lockere, ehrliche Schreibstil gefällt.

    Aber so wie Dir geht es sehr vielen Menschen. „Man“ muß erstmal dort gewesen sein, um eventuelle Vorurteile über Bord zu schmeissen und einfach nur die ursprüngliche Natur genießen.

    Peter, mittlerweile jahrzehntelanger Skandinavienfan wie Du weißt

    Antworten
    1. OST (Beitrag Autor)

      Vielleicht lesen die das ja und laden mich das nächste Mal ein.😀

      Antworten

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