Gestern verschlug es mich mal wieder nach Wolfsburg.

Ich hatte mich dort mit Michael und Dirk beim Golf 1-Treffen in Vorsfelde verabredet.
So weit, so gut. Ein paar nähere Infos und Fotos zu dem Treffen folgen morgen. Heute geht es um die nicht so schöne Seite des gestrigen Tages. Mein TS hat mir nämlich einen fiesen Streich gespielt und der erforderte umgehendes Handeln, um wieder heil nach Hause zu kommen.
Als ich zur Verabschiedung noch eine kleine Platzrunde gedreht hatte, meinten Klaus und Michael, dass mein Wagen irgendwie nach Sprit stinkt. Ich roch das auch und wenn ich ehrlich bin, waberte der Geruch sogar schon seit ein paar Tagen ums Auto. Wir schenkten der Duftnote aber keiner weiteren Beachtung und schoben es einfach auf die Kaltstartphase.
So richtig in Ruhe lies mich die Sache dann aber doch nicht. Gleich im nächsten Ort, in Velstove, bin ich mal eben rechts auf den Randstreifen.

Ich wollte jetzt einfach mal ein Blick unter die Motorhaube werfen um Gewissheit zu bekommen. Den Motor hatte ich dafür einfach laufen gelassen.
Als ich dann Gewissheit hatte, hab ich ihn doch lieber ausgemacht.

Da spritzte der Sprit nur so durch die Gegend. Als Verdächtigen konnte ich eindeutig den Spritschlauch von der Pumpe hoch zum Vergaser ausmachen.
Damit erklärt sich auch der hohe Verbrauch, den ich beim morgentlichen Tanken ermittelt hatte. Mit 8,7 l / 100km lag der nämlich völlig außerhalb der Norm. Das waren mindestes 1-1,5l mehr als bei den letzten Tankungen.
Ich griff dann mal zum Telefon und wählte ausnahmsweise mal nicht die 20 20 40 00 in München, sondern versuchte Michael an die Strippe zu bekommen. Mit Erfolg, er war noch auf dem Golf-Treffen.
Er wohnt nur gut zwölf Kilometer von Velstove entfernt und war sich sicher, dass wir das bei ihm zu Hause wieder hinbekommen.
Also Augen zu und durch. Motorhaube zu und los gings. Zum Glück war die Leckage ja auf der kalten Seite des Motors, so dass keine unmittelbarer Gefahr bestand, dass der Sprit auf Krümmer oder Auspuff gelangt.
Wäre ich liegen geblieben, hätte Michael mich unweigerlich gefunden, denn er musste ja die gleiche Strecke fahren. Ich war aber guter Dinge, schließlich bin ich mindestens schon 250 Kilometer so unterwegs gewesen. Dann sollte die letzten zwölf auch kein Thema mehr sein. War es dann auch nicht.
Ich hatte sogar noch Zeit, bei Michael schon mal etwas genauer nach der Leckage zu gucken.

Die Schadstelle befand sich sehr offensichtlich gut zwei Zentimeter oberhalb der Schelle. Gut, dass ich immer die gewebeummantelten Schläuche verwende. Ohne das Gewebe wäre der Schlauch einfach abgeflogen.
Michael holte schon mal seine Kisten mit Schläuchen aus der Werkstatt. Leider war kein genügend langes Stück Schlauch im richtigen Durchmesser dabei. Aber Michael hatte noch eine andere Lösung parat und schneller als ich gucken konnte hing er auch schon bei mir im Motorraum.

Voila. Meine Heimfahrt ist gesichert.

Ein Schlauchverbinder adaptiert meinen alten Schlauch mit dem vorhandenem Stück von Michael.
Perfekt. Vielen Dank an Michael. Es hat bis nach Hause gehalten. Montag gibt es dann neuen Schlauch.
Im Allgemeinen ärgert es mich allerdings ein wenig, dass jetzt nach der fünften Tankfüllung mit Super Plus, die Schläuche das Zeitliche segnen. Das fährt man jahrelang fast ausschließlich nur mit E10, hat überhaupt keine nennenswerten Auffälligkeiten und dann das.
