Schlagwort Archiv: 2B2-Vergaser

Auf zur Clubsport-GLP auf dem Heidbergring

Heute wird es nichts mit einem ruhigen Samstag. Um 8:00 Uhr muss ich auf dem Heidbergring in Geesthacht sein. Dann beginnt die Dokumentenabnahme zur 3. ADAC NAMC Clubsport – GLP.
Ich lass mich mal überraschen was da dann wirklich auf mich wartet. Meine ursprüngliche Nennung habe ich nach herein noch einmal ändern lassen. Anfangs hatte ich für die Oldtimerklasse genannt, dann aber später erst gemerkt, dass hier nur ein Schnitt von 40 km/h vorgegeben wird. Ein wenig mehr traue ich meinem Rallye-Passat dann schon zu. Nun bin ich in der „normalen“ Klasse mit einem 50er Schnitt. Insgesamt gibt es wohl sechs Läufe á vier Runden. Wenn ich das richtig verstanden habe, gilt dieser vorgegebene Schnitt aber nur für die erste und die vierte Wertungsprüfung. In der Ausschreibung heißt es: „Der Veranstalter legt Richtzeiten für die erste Prüfung fest, die auf den Schnitten lt. Artikel 5 basieren. Der Teilnehmer setzt in der zweiten Prüfung seine eigene Zeit, die dann in der folgenden Prüfung bestätigt werden muss. Ab WP4 wiederholt sich dies wieder.“

Ich bin auf jeden Fall soweit vorbereitet.

saugnapfhalterung

Ein letztes Mal habe ich noch die Kamerahalterungen überprüft. Vorne am rechten Dreiecksfenster ist noch eine Saugnapfhalterung dazu gekommen. Dann bin ich etwas variabler. (mehr …)

Saisonbilanz 2014 – ´76er VW Passat L

Für meinen Rallye-Passat begann der Start in die diesjährige Saison etwas abrupt. Plötzlich stand sie vor der Tür, die erste Oldtimer-Rallye der Saison. Warum sagt denn keiner Bescheid?

Nun gut, ich hatte zu dieser Zeit ja genug mit meinem TS um die Ohren. Da fehlte etwas Zeit sich einmal um den Gelben zu kümmern. Der Start kam dann somit ganz plötzlich und mit etwas Nachdruck.

schnellstart

Ein kurzer Blick nach dem Öl, eine Prise Bremsenreiniger direkt ins Herz und da brabbelten die 1272 ccm wieder. (mehr …)

Vergaser wieder drauf

Ich habe jetzt nicht mehr viel weiter rumexperimentiert. Ich werde es jetzt zunächst einfach mit der etwas erhöhten Federspannung versuchen. Die Feder blieb also so wie auf dem letzten Bild des gestrigen Artikels.

So mit brauchte ich gestern nur noch die restlichen Kleinteile wieder zurückbauen und noch ein paar kleine Überprüfungen bzw. Einstellungen vornehmen. Etwas ins Grübeln brachten mich dabei die beiden kleinen Hebel und die Feder für die Anhebung der Kaltlaufdrehzahl.

hebel-vergaser

Diese Einheit ist mir bei der Demontage irgendwie auseinandergeflogen. (mehr …)

Ich brauche mehr Kraft

Jetzt muß ich endlich mal sehen, daß ich dieses hakende Gaspedal am Rallye-Passat mal loswerde. Schon zu Beginn der letzten Rallye-Saison habe ich mich daran mal versucht. Das war dann aber leider auch noch nicht die endgültige Lösung. Noch immer neigt die Drosselklappe dazu, nicht vollständig zu schließen. Auf dem letzten Stück fehlt es einfach an der nötigen Kraft. Besonders nervig ist das beim Schalten. Ich gehe mit dem Fuß vom Gas, trete die Kupplung und der Motor bleibt zweitweise irgendwo bei gut 3000 Umdrehungen hängen. Das ganze wird umso schlimmer, je höher die Temperatur im Motorraum ist.

Sonntag steht die nächste Rallye auf dem Plan. Zeit jetzt endlich mal aktiv zu werden. Schluß mit Versuchen durch Hinbiegen des Gasgestänges ein Besserung herbeizuführen.

2b2-Vergaser

Runter mit der Gemischfabrik. Jetzt werden Nägel mit Köpfen gemacht. (mehr …)

Die ganze Geschichte der Passat-Schlachtung auf der Wiese

Angefangen hatte die Story bereits Ende Juni. Über den OST-Blog bekam ich folgende Nachricht:
Hallo, ich hätte noch einen Passat von 1977 abzugeben, der seit 1990 in der Garage so langsam vor sich hinaltert. Gruß Günter

Das konnte bei mir zunächst noch keinen erhöhten Adrenalinausstoß hervorrufen. Da will bestimmt wieder, sein völlig vergammeltes Zwischenmodell zu einem Liebhaberpreis an den Mann bringen. Nachdem ich dann rausbekommen hatte, das er auch nicht gerade um die Ecke steht, war erst Mal Funktstille. Günter fragte dann nach zwei Wochen noch mal nach ob Interesse vorhanden ist. Auf meine erneute Nachfrage wurde es dann, etwas interessanter:
Hallo Olaf, wenn ich mich recht entsinne hat er die Chromstoßstangen mit den Kunststoffkappen auf den Ecken. Evtl. komm ich nächste Woche dazu den Wagen mal freizuräumen, mal schauen wie er aussieht. Ich weiß nur noch nicht wie ich das Ding rauskriegen soll.
Im Vorwege konnte ich schon klären, daß er schwarz ist, eine große Heckklappe, ein Sonnendach hat und vorne durch einen Unfall lediert ist. Alles wirklich nicht so der Kracher.

In der ersten Augustwoche habe ich dann mal zwei Bilder bekommen.

Achtung! Ihr müßt jetzt ganz stark sein!

Passat-b1

Halleluja! Was ist das denn? Nee, das ist nichts für mich. Das tue ich mir nicht an. Dafür mit einem Trailer von Hamburg bis ins Münsterland. Niemals!

Dann das zweite Bild geöffnet. Upps, was ist das?

Passat-321

Ich sehe da keinen Riß im Armaturenbrett! Dann noch ein Sportlenkrad, Cockpit mit großem Drehzahlmesser und eine Mittelkonsole mit Zusatzinstrumenten.

Grübel, grübel, grübel… Ein neuer Plan mußte her!

Und genau diesen Plan habe ich am Dienstag abgearbeitet. Es ging morgens um 7:00 Uhr in Hamburg los. Nicht meine Zeit, aber anders wäre das an einem Tag nicht zu schaffen. Es ging zunächst in den östlichen Teil von Münster. Hier hatte ich mir um 10:00 Uhr einen Trailer reserviert.

Trailervermietung

So gerüstet gings weiter in einen Ortsteil von Everswinkel. Knappe 20 Kilometer weiter, hier stand das Objekt der Begierde. Günter erwartete mich schon, obwohl ich gut eine halbe Stunde zu früh vor Ort war. Mit eingeplante Zeitreserven habe ich nicht benötigt. Alles lief glatt.

Bewegen ließ der Passat sich zunächst kein Stück. Bremsen fest. Mit Günters Caddy und einer Art Fleischerhaken haben wir ihn dann ins Freie gezogen.

Passat-Bergung

Ich hatte echt Angst, daß der Haken abrutscht und genau im Scheinwerfer vom Caddy landet. Nach einigen Versuchen war er dann aber an der frischen Luft. Jetzt kam man auch vernüftigt an die Räder. Mit einer großen Axt und ein paar gezielten Schlägen auf die Felgen, ließ er sich im Anschluß dann auch per Hand schieben.

Passat-aufladen

Günter kurbelte und ich lenkte. Geteiltes Leid, ist halbes Leid. So schlimm war es aber auch nicht. Der Passat rollte jetzt schon ganz vernüftig. Obwohl der Kofferraum noch voll mit allen möglichen Zeugs war. Günter wollte das erst alles rausräumen. „Laß mal alles drin, das nehme so ungesehen alles mit“, war meine Antwort.

Passat-schwarz

Was für eine Grotte. Unfallschaden, überall kleine Bleche eingeschweisst, Schweller übergebraten, Endspitze übergebraten. Das lohnt sich wirklich nur noch zum Schlachten. Insgeheim hatte ich noch gehofft, daß die Scheibendichtungen und die Dachzierleisten noch brauchbar wären. Pustekuchen. Das konnte ich vergessen. Aber das war jetzt auch egal und eh nicht mehr zu ändern.

Günter bekam noch den vereinbarten Kaufpreis und ich machte mich vom Acker. Er war aber richtig froh, daß ich wirklich vorbeigekommen bin und ihn von dieser Last befreit habe. Nach über 20 Jahren kann die Garage jetzt wieder sinnvoll genutzt werden. Nebenbei sagte er mir noch, daß er bis zum Schluß nicht daran geglaubt hat, daß ich wirklich vorbeikomme. Er kennt mich halt nicht näher… 😉

Danach ging es nahtlos über in den einzigen ungeplanten Teil des Tages. Ich brauchte einen geeigneten Platz zum Schlachten. Denn, daß ich das Teil nicht mit nach Hamburg schleppe ist ja wohl klar.
Besondere Ansprüche an den Platz hatte ich nicht. Ich wollte nur meine Ruhe haben.

Schlachtfeld

Nach wenigen Kilometern war so ein Ort gefunden. Einmal von der Hauptstraße runter und rein in die Feldmark. Das war sozusagen mein Schlachtfeld. Völlige Abgeschiedenheit und der Baum spendete noch Schatten. Erst mal den Stuhl ausgepackt und den Laptop angeworfen. Herrlich!

Jetzt konnte ich auch mal in Ruhe gucken, was ich mir denn da an Land gezogen habe. Als erstes interressierte ich mich natürlich fürs Armaturenbrett.

Armaturenbrett-Passat-32

Das war wirklich komplett riß- und beulenfrei! Alleine dafür hat sich die ganze Aktion also schon gelohnt. Alles was jetzt noch folgte war sozuaagen Bonusmaterial.

Ein merkwürdiger Passat war das aber schon. Die Fahrgestellnummer war 3272004924. Also ein ganz früher aus dem 77er Modelljahr. Ursrünglich ausgeliefert wurde er irgendwo im Ausland. Einen deutschen Brief gab es erst im März 1978. Daher habe ich leider keinerlei Infos zu der Ausstattung. Das paßt aber alles irgendwie nicht zusammen. Alleine schon die schwarze Lackierung ist selten. Man konnte zwar immer schwarzen Lack bekommen, in den Listen wurde es aber nie aufgeführt. Dann war da ein 85 PS-Motor drin, Doppelscheinwerfer, Radlaufchrom. Deutet also eigentlich alles auf GLS hin. Dazu passen aber weder die flachen Türverkleidungen, noch der schwarze Filzteppich. Auch die Verglasung in klar und der Stoff der Sitze sprechen gegen GLS. Merkwürdig. Und warum haben weder das Armaturenbrett noch das Cockpit ein Holzdekor? Die Türen haben übrigens noch die kleinen Schlößer, dafür aber Innenöffner aus Chrom. Mist die habe ich übrigens vergessen abzuschrauben….

Ich hatte aber keine Zeit mich näher damit auseinanderzusetzen. Es wartet ja schließlich noch so einiges an Arbeit auf mich.

Die Schlachtung des Passat beginnt. Los ging es im Innenraum.

Schlachtung-Passat-b1

Lenkrad, Lenkstockschalter, Mittelkonsole und die unteren Verkleidungen mußten weichen. Dann noch die beiden Muttern vom Wasserkasten aus und raus war das Brett.

Armaturenbrett-Passat-B1

Daß der Passat zu meiner Überraschung mit einem 85PS-Motor ausgestattet war, hatte ich ja eben schon erwähnt. Damit war klar, auch der Vergsaer samt Ansaugbrücke muß mit. Das Ding erforderte dann meinen vollen Körpereinsatz. Die Brücke rührte sich einfach nicht.

Vergaserausbau

Aber selbst das brachte nicht den gewünschten Erfolg. Verfluchte Kiste!
Nachdem ich dann die restlichen zwei Schrauben auch noch rausgedreht hatte gings aber ganz einfach. 😉 Manchmal hat man halt ein Brett vorm Kopf.

Aus dem Motorraum habe ich dann nur noch den Verteiler und das Heizungsventil ausgebaut.

Weiter im Innenraum. Die Sitze waren in überraschend guten Zustand. Ich habe zwar selber keinen Passat mit schwarzer Ausstattung, aber die mußten einfach mit.

Passat-Sitze

An die Rückbank kam ich allerdings zunächst noch nicht ran. Die war umgelegt und der Kofferaum war voller Müll.

Passat-Kofferraum

Obwohl Müll eigentlich wohl dooch nicht der ganz richtige Ausdruck für den Inhalt war. Denn es fanden sich auch noch recht brauchbare Sachen darin. Noch ein Sportlenkrad. Diesmal aber von Hella und mit Nabe fürs Zwischenmodell, dann noch Doppelscheinwerfer und ein ganzer Haufen Chromleisten.

Und dann lag da noch ein frisch lackierter Kotflügel.

Passat-32-Kotfluegel

Habe ich eben „einer“ geschrieben. Halt! Der für die Fahrerseite lag auch noch in dem Müll.

Passat-b1-Kotfluegel

Irre! Das habe ich vorher nicht gewußt! Welche eine Überraschung.

Jetzt kam ich aber wenigstens an die Rückbank. Die hatte einen ähnliche guten Zustand wie die beiden vorderen Sitze. Noch ein bisschen Kleinkram ausgebaut und dann war die Schlachtung auch schon durch.

Zeit für eine kleine Pause, eine kleine Erfrischung und ein kleines Sonnenbad.

OST-relaxt

Ich finde ich habe das schönste Hobby der Welt.

Nun mußte das ganze Zeug nur noch bei mir in den Volvo. Durch die ganzen sperrigen Teile wurde es zum Schluß ganz schon eng.

Beute-verstauen

Irgendwie ging aber alles rein. Meine Werkzeugkiste mußte ich zum Schluß allerdings auf dem Beifahresitz plazieren. Hinten war alles voll. Als letztes schnappte ich mir meinen Stuhl und konnte diesen Punkt erfolgreich abhaken.

Passat-Schlachtung

Bisher alles im Lot.

Auf gings zum nächsten Punkt der Tagesordnung.

Abfahrt

Der war jetzt wieder geplant. Irgendwo mußte ich mit dem Passat jetzt ja bleiben. Also im Vorwege mal geguckt was es denn da so für Möglichkeiten gibt. Ich habe mich dann für eine Autoverwertung in Freckenhorst entschieden.

Autoverwertung-freckenhorst

Der Chef machte am Telefon einen sehr netten Eindruck. Er hatte auf dem Display meine Hamburger Vorwahl erkannt und war dann doch etwas neugierig. Ich habe ihn in mein Vorhaben eingeweiht und er gab grünes Licht: „Kein Problem, kommen Sie vorbei. Zahlen müssen Sie nichts, eventuell springt sogar noch etwas für Sie dabei heraus.“

Gesagt, getan. Von meinem Schlachtplatz waren es nur gut 15 Minuten Fahrzeit und ich stand bei ihm auf dem Hof. Er konnte sich sofort an unser Telefonat erinnern. Kein Wunder einen 77er Passat kriegt er bestimmt nicht mehr alle Tage auf den Hof gestellt.

Passat-Schrottplatz

Ich habe ihn dann einfach vom Trailer rollen lassen. Kurze und schmerzlose Geschichte. Herrlich unkompliziert. Genau wie ich es mag.

Was bleibt ist der Blick zurück. Junge, Du wirst mir sicher noch eine ganze Zeit in Erinnerung bleiben.

Passat-abgeladen

Zum Schluß fragt mich der Chef noch ob ich irgendeinen Nachweis bräuchte. „Nein Danke, ich habe genug Fotos als Beweis.“ Dann kam meine abschließende Frage, „Und, kriege ich noch was?“

Es gab was. Mehr als ich erwartet hatte. Der halbe Kaufpreis war damit schon wieder drin. 😉 Ihm hat gefallen, daß die Sitze nicht mehr drin waren. Die hätte er teuer entsorgen müßen.

So, vor der Heimfahrt nach Hamburg standen jetzt aber noch zwei Punkte auf dem Zettel. Ein geplanter und ein dringend notwendiger.

Der geplante ist klar, der Trailer mußte wieder zurück nach Münster. Der notwendige folgte gleich im Anschluß. Ich hatte nach dem Tag jetzt mörderischen Kohldampf!

Zwiebelschnitzel

Frisch gestärkt gings dann wieder Richtung Norden. Was bleibt ist ein Tag voller Eindrücke und Erlebnisse die ich wahrscheinlich nicht so schnell wieder vergessen werde. Das schlimme daran, mir macht das auch noch einen tierischen Spaß. Malediven, Costa Brava, Adria.. Kannst Du mir schenken. Mir reicht ein Acker im Münsterland!

Natürlich bleibt auch noch ein ganzer Berg an Teilen. Sicher hat mich der Spaß auch etwas gekostet. Kaufpreis, anderthalb Tankfüllungen, Trailermiete und ein Schnitzel stehen auf der Sollseite.
Die Habenseite läßt sich schlecht beziffern. Gelohnt hat es sich durch die Kotflügel und das Armaturenbrett in meinen Augen auf jeden Fall.

Obwohl ein wenig trauer ich ja noch den beiden verchromten Türöffnern hinterher. Soll ich da noch mal hinfahren…
Ich habe ja kein Geheimnis daraus gemacht, wo der Passat jetzt steht. Vielleicht braucht der eine oder andere ja noch was. Die Stahlfelgen sind noch sehr zu empfehlen. Die sahen noch richtig gut aus. Die vier Chromkappen liegen auch noch im Wagen. Im Kofferaum liegen noch die beiden Stoßstangen. Die sind zwar nicht mehr ganz so schön, aber vielleicht sucht ja jemand genau solche Teile noch.

Jetzt gibt es noch Bilder, Bilder und nochmals Bilder.

Es muß nicht immer Vollgas sein

Ja, auch gestern habe ich erst wieder den für Ordnung gesorgt und etwas durchgesaugt. Ich will Euch jetzt aber nicht weiter mit solchen Bildern nerven. Obwohl, für meine Mutter wäre das schon ein Festtag, wenn sie mich mal mit einem Staubsauger in der Hand sehen würde. Aber sie liest hier ja nicht mit. Glaube ich zumindest…

Da war aber noch ein ganz anderes Problem. Die Rallye-Saison steht vor der Tür und da gab es noch ein Sache, die mir immer noch keine Ruhe ließ.

2B2-Vergaser-Passat-B1

Der Vergaser vom Rallye-Passat machte mir noch etwas sorgen. Nicht daß er zu wenig Leistung hätte, ganz im Gegenteil. Es gab in der letzten Sasion immer wieder mal Probleme mit einem nicht zurückgehenden Gaspedal. Das war dann mitunter schon ein bisschen heikel. Wenn man denn Motor zum Beschleunigen mal ordentlich hochdreht, dann Schalten will und der Motor beim Tritt auf´s Kupplungspedal in atemberubende Höhen dreht. Das muß ich nicht immer haben.

Vorsichtshalber hatte ich mir in den letzten Wochen schon mal ein Vergaser zurechtgesammelt. Alle nicht mehr in bestem Zustand, aber das eine oder andere Teil würden sie noch spenden können.
Besonders auf die Rückdrehfedern der Drosselklappe hatte ich es abgesehen.

2B2-Vergaser-Passat-32

Hier gibt es bei dem Vergasertyp die unterschiedlichsten Varianten. Einfache kleine Feder, einfache große Feder, doppelte Feder. Ich war auf jeden Fall vorbereitet.

Soweit kam es dann aber gar nicht. Mich machte nämlich stutzig, daß dieses Klemmen der Drosselklappe nur sehr sporadisch auftritt. Gaszug ist leichtgängig und auch so schließt die Klappe ohne Murren.
Ein wenig probieren und dann hatte ich das Problem wohl gefunden.

Erst im Zusammenspiel mit der Klappe der 2.Stufe gibt es das Problem anscheinend. Muß man erst mal drauf kommen.

Mit zwei Zangen bin ich dem Hebel für die Zwangsschließung der zweiten Drosselklappe mal etwas zu Leibe gerückt.

2B2-Zenith-Vergaser-Passat-

Ich konnte den Fehler danach auf jeden Fall nicht wieder reproduzieren. Ob es das jetzt wirklich war wird sich zeigen.

Saisonbilanz 2012 – ´76er VW Passat L

Der Rückblick meines Rallye-Passat hat in der Erstellung etwas mehr Zeit in Anspruch genommen. Daher kommt der, chronologisch außer der Reihe, erst jetzt.

Gleich in der ersten Januarwoche ging es mit Volldampf los.

Passat 32 Motorausbau

Der Motor bekam eine grundlegende Überholung. (mehr …)

Die Klappe geht nicht richtig zu

Seit einiger Zeit habe ich ein Problem mit dem Vergaser vom Rallye-Passat. Die Drosselklappe geht zeitweise nicht mehr zu. Beim Schalten hört sich das dann immer so an, als ob ich gerade meine erste Fahrstunde nehme. Ist auf Dauer einwenig nervig.
Als ich PADO am Mittwoch verarztet hatte, habe ich mich dem Problem mal angenommen.

2B2 Vergaser Gashebel

Irgendwie spielen hier zwei Sachen gleichzeitig mit rein. Die Federn der Drosselklappenwelle tun sich sehr schwer, aber auch der Gaszug trägt sein Teil dazu bei.

Ich bin mal mit dem Gaszug angefangen. Im Fußraum bin ich dann auf eine Feder am Gaspedal gestoßen. Die hatte ich so jetzt gar nicht mehr im Kopf.

Passat 32 Feder Gaspedal

Auf dem Bild habe ich sie bereits ausgehängt. Der Bügel befindet sich normalerweise hinter dem Hebel. Im ersten Moment sollte man denken, daß es sich um eine Rückholfeder handelt, dem ist aber nicht so. Die Feder unterstützt die Kraft die vom Pedal auf dem Gaszug gegeben wird. Einen wirklichen Sinn für diese Feder kann ich nicht ausmachen. Soll sie das Spiel im Gaszug ausgleichen, wenn der sich mit den Jahren etwas längt? Eine bessere Erklärung dafür habe ich nicht.

Auf jeden Fall geht die Drosselklappe mit der ausgängten Feder jetzt wieder von alleine zu. Problem gelöst? Im Prinzip ja. Allerdings war ich damit eigentlich nicht zufrieden. Denn es kann ja nicht Sinn der Sache sein, einfach ein Bauteil aus dem Spiel zu nehmen. Pause! Erst mal versuchen Infos zu bekommen.

Die Suche gestaltet sich schwierig. Im Forum hatte keine eine brauchbare Antwort parat. Dirk war sich auch sicher, daß die Feder bei allen Motorversionen verbaut ist.

Also zunächst mal ran an den Vergaser.

2B2 Vergaser Passat B1

Im Lager hatte noch einen 2B5-Vergaser aus einem 32B liegen. Im Gegensatz zum 2B2 hat der 2B5 nur eine Rückdrehfeder an der Drosselklappenwelle. Scheint also eventuell eine Verbesserung zu sein.

2B5 Vergaser Feder

Und noch eine Änderung gibt es zwischen 2B2- und 2B5-Vergaser. Um die Rückstellfeder bei 2B2 auszubauen muß die gesamten Drosselklappenwellen ausgebaut werden.

2B2 Vergaser Drosselklappenschrauben

Dazu muß dann auch die Drosselklappe raus. Wie im Bild zu sehen ist, sitzt die Mutter auf der Welle hier links. Der Gashebel ist mit der Welle fest verklemmt.

Da liegt der ganze Salat.

2B2 Vergaser Drosselklappenwelle

Offentsichtlich beschädigt ist nichts. Lediglich die Kunstoffscheiben sind etwas mitgenommen.

Danach habe ich den die einteilige Feder von dem 2B5-Vergaser freigelegt.

2B5 Vergaser Drosselklappenfeder

Hier ist auch schön zu sehen, daß hier die Mutter auf der Seite des Gashebels sitzt. Die Welle kann also drinbleiben. Wesentlich einfacher.

Dann die einteilige Feder an den 2B2-Vergaser.

2B2 Vergaser mit 2B5 Drosselklappenfeder

Das passte zum Glück ohne Probleme. Die Klappe ging jetzt ganz leicht zu. Kein Haken oder Klemmen mehr.

Wieder zurück und rauf mit dem Vergaser auf die Ansaugbrücke. Alles wieder angeklemmt und die Feder am Gaspedal wieder eingehängt und getestet.

2B2 Vergaser Gashebel hängt

Und dann das: Klappe geht immer noch nicht zu! Mist!

Vergaser wieder runter und versucht die Feder noch etwas mehr vorzuspannen.

2B2 Drosselklappenfeder nachspannen

Das wurde leider nichts. Soweit bin ich gekommen. Dann war Ende. Durch das weitere Spannen wurde der Durchmesser der Feder immer kleiner. Mehr ging nicht.

Also alles wieder zurück.

2B2 Vergaser Passat 32

Nun blieb doch nur eine Möglichkeit. Die Feder am Gaspedal wieder aushängen. Jetzt funktionierte es wieder wunderbar.

Das war denn der Stand der Dinge. Endgültig zusamengebaut habe ich noch nicht wieder alles. Eine Idee hatte ich noch aber dazu mußte ich erstmal nach Hause und den Rechner anwerfen.

Warum bin ich da nicht ehr drauf gekommen? Teileprogramm hochgefahren und mal versucht ein paar Infos zu der Feder zu bekommen. Da der Vergaser ja aus einem 32B stammt habe ich zuerst einmal hier nachgesehen. Keine Feder am Gaspedal !

Jetzt noch mal beim Zwischenmodell nachgeschlagen. Hier war die wieder Feder abgebildet. Aber nur bis zum Modelljahr 78. Danach ist sie entfallen. Das dürfte auch genau der Zeitpunkt sein wo der 2B2- vom 2B5-Veragser abgelöst wurde. Es scheint also so, daß mit der einteiligen Feder am Vergaser auch die Feder am Gaspedal entfallen ist.

Wenn man nicht alles selber recherchiert. Ich kann das wohl ohne Bedenken so zusammenbauen.

Technik en Detail

Nachdem ich die ersten 200 km am Sonntag ohne Ausfälle hinter mich gebracht habe, war es gestern noch mal Zeit für eine kleine Nachkontrolle.

Ich verzichte heute mal auf viele Worte und lasse in erster Linie mal die Bilder sprechen.

Passat 32 1976 Motorraum

Passat 32 1976 Kühlwasser

Passat 32 1976 Ölstand

Passat 32 1976 Zündkerze Bosch W5DC

Passat 32 1976 Vergaser 2B2

Passat 32 1976 Zenith Vergaser 2B2

Das Fazit fällt sehr kurz aus:

    Wasserstand – OK
    Ölstand – OK
    Kerzenbild – OK
    Vergaser – fast OK

Mit dem Vergaser bin ich noch nicht ganz zufrieden. Laufen tut er wunderbar, da fehlt nur noch etwas Feinabstimmung. Aber trotz neuer Dichtung ist er nicht ganz trocken. Ist jetzt nicht viel, aber die Dichtung ist stellenweise leicht feucht. Das muß ich auf jeden Fall noch weiter im Auge behalten.

Das schöne Wetter war einfach zu verlockend.

Passat 32 Schraube Reduzierscheiben

Vorhergesagt war ja eigentlich ein trüber, kalter Tag mit Regen und Wind. Im Grunde das optimale Schrauberwetter. Ich habe aber nicht lange durchgehalten.

Zunächst mußte aber erst mal noch die Befestigung für den Panhardstab vollendet werden.

Passat 32 Schraube Reduzierscheiben

Hier sind jetzt auch die gestern schon erwähnten Reduzierscheiben zu sehen. So kann ist die 10er Schraube sicher in der 12er Bohrung fixieren. Die Schraube hatte ich mir extra bei neu VW bestellt. Ich konnte sie aber schlußendlich gar nicht verwenden.

Passat 32 Lagerung Panhardstab

Sie war durch die Verwendung der beiden Scheiben nicht lang genug um die Mutter komplett aufzunehmen. Als Ersatz kam eine Schraube von der Aggregateträgerlagerung zum Einsatz.

Dann gings zurück auf den Boden. Noch mal den Motor angeschmissen und noch ein wenig mit der Zündung und dem Vergaser rumexperiementiert. Die Zündung steht jetzt mal auf 10° v.OT.
Damit läuft der Motor im Leerlauf richtig gut. Kaum was zu merken von der scharfen Nockenwelle. Allerdings habe ich die Leerlaufschraube jetzt schon fast ganz eindrehen müßen um die Drehzahl unter 1000 Umdrehungen zu bekommen. Weniger geht mit der Einstellung nicht.

Aber was nützt es, wenn der Motor im Leerlauf gut läuft. Es gibt da ja auch noch andere Drehzahlregionen. Das kann man nur auf der Straße testen. Also raus. Draußen schien die Sonne, weit und breit kein Regen in Sicht. Es kribbelte im rechten Fuß. Werkzeug zur Seite, Tor auf und ab gings.

Schließlich wurde an der Oldtimer-Tankstelle heute zum ersten Mal der Grill angeworfen.

Oldtimertankstelle Hamburg

Wenn das kein lohnendes Ziel ist. Frische Thüringer vom Grill. Lecker.

Außerdem konnte ich bei der Gelegenheit auch gleich mal checken, ob mein Plakat für´s Passat-Treffen noch hängt.

Passat 32  Oldtimertankstelle Hamburg

Es hing noch. Meine Kleistermischung und die nächtliche Nachklebeaktion waren also erfolgreich. Ich hab´dann auch gleich Bescheid gesagt, daß wir am 21. April mit ungefähr 20 Passat aufschlagen werden.

Die Sonne verzog sich dann aber doch zusehend und da ich einfach so los bin, keine Jacke, keine Mütze, wurde es mir dann auch zu kalt. Wieder ab in die Werkstatt.

Ein bisschen was stand noch auf dem Zettel. Erstmal wollte ich der Sache mit dem schlechten Übergang vom Leerlauf in den Teillastbereich auf den Grund gehen. Da starb der Motor immer fast ab.
Als ich den Luftfilter runter hatte, war das wahrscheinliche Problem schnell ersichtlich. Die Einstellmutter von der Beschleunigerpumpe war nicht mehr da. Die ganze Beschleunigungseinrichtung war also außer Betrieb. Der Fall war mit einer neuen Mutter dann schnell abgehakt.

Passat 32 Beschleunigerpumpe

Damit die sich nicht wieder verdünnisiert, gabs noch einen Tropfen Loctite.

Bisher war ich mit dem Wagen noch nicht an einem CO-Tester. Alle Einstellungen habe ich erst mal nur nach Gefühl vorgenommen. Zur Kontrolle hab ich dann noch mal eine Kerze rausgenommen.

Passat 32 Zündkerze W5DC

Zu Fett läuft der Motor auf jeden Fall nicht. Das ist mir fast schon ein bisschen zu sauber. Das bin ich von Vergasermotoren anders gewohnt. Und obwohl das Kerzen mit einem 5er Wäremewert sind, brennen sie sich wirklich schön frei. Ich habe den CO-Gehalt dann lieber noch einmal etwas höher eingestellt.
Bis bei so einem zusammengewürfeltem Motor alles optimal paßt dauert es halt seine Zeit. Hier gilt probieren, geht über studieren. Erfahrungswerte wird mir hier niemand großartig geben können.

Nach der kleinen Ausfahrt habe ich auch noch mal wieder meine Hand an den Ölkühler gehalten. Immer noch kalt.
Mittlerweile konnte ich aber wenigstens hierfür eine wohl brauchbare Aussage finden.

Ölkühler

Sie stammt aus dem „Jetzt helfe ich mir selbst“-Buch vom Golf GTI. Der hatte ja serienmäßig ein ähnliches Thermostat verbaut. Das erklärt dann auch, warum es bei mir am Ölkühler immer noch kalt bleibt. Also erstmal kein Grund zur Sorge. So hart habe ich den Motor ja noch nicht rangenommen. 😉
Ich finde diesen Öffungszeitpunkt übringes wirklich sinnvoll. Was bringt mir ein Thermostat aus dem Zubehör, der bei 80°C öffnet. Das ist nun überhaupt nicht optimal für´s Öl. Der optimale Bereich für heutige Öle sollte zwischen 100°C und 120°C liegen. Nur so ist gewährleistet, daß Kondeswasser und Kraftstoffrückstände wirklich vollständig aus dem Öl verschwinden.

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