Schlagwort Archiv: Drehzahlmesser

Er blinkt, hupt, wischt und spritzt

Viel ist ja gar nicht was aus einem normalen VW Passat, einen VW Passat TS macht. Doppelscheinwerfer, Drehzahlmesser, Instrumentenkonsole mit Voltmeter, Öldruckanzeige und Uhr und das typische Sportlenkrad sind eigentlich die wesentlichen Dinge. Das andere sind Klienigkeiten, die zu fast jedem Passat sowieso dazu bestellt worden sind.

Um mal in der Reihenfolge meiner Aufzählung weiterzumachen, stand jetzt also Punkt 2, der Drehzahlmesser auf dem Plan. Scheinwerfer sind ja schon lange montiert.

Der gesamte Instrumenteneinsatz bedurfte allerdings erstmal einer kleinen Auffrischung.

instrument-Passat

Er konnte die Nähe zu meinen TS nicht leugnen. Lag er doch von der Abholung nach dem Kauf bis zur Ablieferung beim Lackierer auf der Hutablage. (mehr …)

Die ganze Geschichte der Passat-Schlachtung auf der Wiese

Angefangen hatte die Story bereits Ende Juni. Über den OST-Blog bekam ich folgende Nachricht:
Hallo, ich hätte noch einen Passat von 1977 abzugeben, der seit 1990 in der Garage so langsam vor sich hinaltert. Gruß Günter

Das konnte bei mir zunächst noch keinen erhöhten Adrenalinausstoß hervorrufen. Da will bestimmt wieder, sein völlig vergammeltes Zwischenmodell zu einem Liebhaberpreis an den Mann bringen. Nachdem ich dann rausbekommen hatte, das er auch nicht gerade um die Ecke steht, war erst Mal Funktstille. Günter fragte dann nach zwei Wochen noch mal nach ob Interesse vorhanden ist. Auf meine erneute Nachfrage wurde es dann, etwas interessanter:
Hallo Olaf, wenn ich mich recht entsinne hat er die Chromstoßstangen mit den Kunststoffkappen auf den Ecken. Evtl. komm ich nächste Woche dazu den Wagen mal freizuräumen, mal schauen wie er aussieht. Ich weiß nur noch nicht wie ich das Ding rauskriegen soll.
Im Vorwege konnte ich schon klären, daß er schwarz ist, eine große Heckklappe, ein Sonnendach hat und vorne durch einen Unfall lediert ist. Alles wirklich nicht so der Kracher.

In der ersten Augustwoche habe ich dann mal zwei Bilder bekommen.

Achtung! Ihr müßt jetzt ganz stark sein!

Passat-b1

Halleluja! Was ist das denn? Nee, das ist nichts für mich. Das tue ich mir nicht an. Dafür mit einem Trailer von Hamburg bis ins Münsterland. Niemals!

Dann das zweite Bild geöffnet. Upps, was ist das?

Passat-321

Ich sehe da keinen Riß im Armaturenbrett! Dann noch ein Sportlenkrad, Cockpit mit großem Drehzahlmesser und eine Mittelkonsole mit Zusatzinstrumenten.

Grübel, grübel, grübel… Ein neuer Plan mußte her!

Und genau diesen Plan habe ich am Dienstag abgearbeitet. Es ging morgens um 7:00 Uhr in Hamburg los. Nicht meine Zeit, aber anders wäre das an einem Tag nicht zu schaffen. Es ging zunächst in den östlichen Teil von Münster. Hier hatte ich mir um 10:00 Uhr einen Trailer reserviert.

Trailervermietung

So gerüstet gings weiter in einen Ortsteil von Everswinkel. Knappe 20 Kilometer weiter, hier stand das Objekt der Begierde. Günter erwartete mich schon, obwohl ich gut eine halbe Stunde zu früh vor Ort war. Mit eingeplante Zeitreserven habe ich nicht benötigt. Alles lief glatt.

Bewegen ließ der Passat sich zunächst kein Stück. Bremsen fest. Mit Günters Caddy und einer Art Fleischerhaken haben wir ihn dann ins Freie gezogen.

Passat-Bergung

Ich hatte echt Angst, daß der Haken abrutscht und genau im Scheinwerfer vom Caddy landet. Nach einigen Versuchen war er dann aber an der frischen Luft. Jetzt kam man auch vernüftigt an die Räder. Mit einer großen Axt und ein paar gezielten Schlägen auf die Felgen, ließ er sich im Anschluß dann auch per Hand schieben.

Passat-aufladen

Günter kurbelte und ich lenkte. Geteiltes Leid, ist halbes Leid. So schlimm war es aber auch nicht. Der Passat rollte jetzt schon ganz vernüftig. Obwohl der Kofferraum noch voll mit allen möglichen Zeugs war. Günter wollte das erst alles rausräumen. „Laß mal alles drin, das nehme so ungesehen alles mit“, war meine Antwort.

Passat-schwarz

Was für eine Grotte. Unfallschaden, überall kleine Bleche eingeschweisst, Schweller übergebraten, Endspitze übergebraten. Das lohnt sich wirklich nur noch zum Schlachten. Insgeheim hatte ich noch gehofft, daß die Scheibendichtungen und die Dachzierleisten noch brauchbar wären. Pustekuchen. Das konnte ich vergessen. Aber das war jetzt auch egal und eh nicht mehr zu ändern.

Günter bekam noch den vereinbarten Kaufpreis und ich machte mich vom Acker. Er war aber richtig froh, daß ich wirklich vorbeigekommen bin und ihn von dieser Last befreit habe. Nach über 20 Jahren kann die Garage jetzt wieder sinnvoll genutzt werden. Nebenbei sagte er mir noch, daß er bis zum Schluß nicht daran geglaubt hat, daß ich wirklich vorbeikomme. Er kennt mich halt nicht näher… 😉

Danach ging es nahtlos über in den einzigen ungeplanten Teil des Tages. Ich brauchte einen geeigneten Platz zum Schlachten. Denn, daß ich das Teil nicht mit nach Hamburg schleppe ist ja wohl klar.
Besondere Ansprüche an den Platz hatte ich nicht. Ich wollte nur meine Ruhe haben.

Schlachtfeld

Nach wenigen Kilometern war so ein Ort gefunden. Einmal von der Hauptstraße runter und rein in die Feldmark. Das war sozusagen mein Schlachtfeld. Völlige Abgeschiedenheit und der Baum spendete noch Schatten. Erst mal den Stuhl ausgepackt und den Laptop angeworfen. Herrlich!

Jetzt konnte ich auch mal in Ruhe gucken, was ich mir denn da an Land gezogen habe. Als erstes interressierte ich mich natürlich fürs Armaturenbrett.

Armaturenbrett-Passat-32

Das war wirklich komplett riß- und beulenfrei! Alleine dafür hat sich die ganze Aktion also schon gelohnt. Alles was jetzt noch folgte war sozuaagen Bonusmaterial.

Ein merkwürdiger Passat war das aber schon. Die Fahrgestellnummer war 3272004924. Also ein ganz früher aus dem 77er Modelljahr. Ursrünglich ausgeliefert wurde er irgendwo im Ausland. Einen deutschen Brief gab es erst im März 1978. Daher habe ich leider keinerlei Infos zu der Ausstattung. Das paßt aber alles irgendwie nicht zusammen. Alleine schon die schwarze Lackierung ist selten. Man konnte zwar immer schwarzen Lack bekommen, in den Listen wurde es aber nie aufgeführt. Dann war da ein 85 PS-Motor drin, Doppelscheinwerfer, Radlaufchrom. Deutet also eigentlich alles auf GLS hin. Dazu passen aber weder die flachen Türverkleidungen, noch der schwarze Filzteppich. Auch die Verglasung in klar und der Stoff der Sitze sprechen gegen GLS. Merkwürdig. Und warum haben weder das Armaturenbrett noch das Cockpit ein Holzdekor? Die Türen haben übrigens noch die kleinen Schlößer, dafür aber Innenöffner aus Chrom. Mist die habe ich übrigens vergessen abzuschrauben….

Ich hatte aber keine Zeit mich näher damit auseinanderzusetzen. Es wartet ja schließlich noch so einiges an Arbeit auf mich.

Die Schlachtung des Passat beginnt. Los ging es im Innenraum.

Schlachtung-Passat-b1

Lenkrad, Lenkstockschalter, Mittelkonsole und die unteren Verkleidungen mußten weichen. Dann noch die beiden Muttern vom Wasserkasten aus und raus war das Brett.

Armaturenbrett-Passat-B1

Daß der Passat zu meiner Überraschung mit einem 85PS-Motor ausgestattet war, hatte ich ja eben schon erwähnt. Damit war klar, auch der Vergsaer samt Ansaugbrücke muß mit. Das Ding erforderte dann meinen vollen Körpereinsatz. Die Brücke rührte sich einfach nicht.

Vergaserausbau

Aber selbst das brachte nicht den gewünschten Erfolg. Verfluchte Kiste!
Nachdem ich dann die restlichen zwei Schrauben auch noch rausgedreht hatte gings aber ganz einfach. 😉 Manchmal hat man halt ein Brett vorm Kopf.

Aus dem Motorraum habe ich dann nur noch den Verteiler und das Heizungsventil ausgebaut.

Weiter im Innenraum. Die Sitze waren in überraschend guten Zustand. Ich habe zwar selber keinen Passat mit schwarzer Ausstattung, aber die mußten einfach mit.

Passat-Sitze

An die Rückbank kam ich allerdings zunächst noch nicht ran. Die war umgelegt und der Kofferaum war voller Müll.

Passat-Kofferraum

Obwohl Müll eigentlich wohl dooch nicht der ganz richtige Ausdruck für den Inhalt war. Denn es fanden sich auch noch recht brauchbare Sachen darin. Noch ein Sportlenkrad. Diesmal aber von Hella und mit Nabe fürs Zwischenmodell, dann noch Doppelscheinwerfer und ein ganzer Haufen Chromleisten.

Und dann lag da noch ein frisch lackierter Kotflügel.

Passat-32-Kotfluegel

Habe ich eben „einer“ geschrieben. Halt! Der für die Fahrerseite lag auch noch in dem Müll.

Passat-b1-Kotfluegel

Irre! Das habe ich vorher nicht gewußt! Welche eine Überraschung.

Jetzt kam ich aber wenigstens an die Rückbank. Die hatte einen ähnliche guten Zustand wie die beiden vorderen Sitze. Noch ein bisschen Kleinkram ausgebaut und dann war die Schlachtung auch schon durch.

Zeit für eine kleine Pause, eine kleine Erfrischung und ein kleines Sonnenbad.

OST-relaxt

Ich finde ich habe das schönste Hobby der Welt.

Nun mußte das ganze Zeug nur noch bei mir in den Volvo. Durch die ganzen sperrigen Teile wurde es zum Schluß ganz schon eng.

Beute-verstauen

Irgendwie ging aber alles rein. Meine Werkzeugkiste mußte ich zum Schluß allerdings auf dem Beifahresitz plazieren. Hinten war alles voll. Als letztes schnappte ich mir meinen Stuhl und konnte diesen Punkt erfolgreich abhaken.

Passat-Schlachtung

Bisher alles im Lot.

Auf gings zum nächsten Punkt der Tagesordnung.

Abfahrt

Der war jetzt wieder geplant. Irgendwo mußte ich mit dem Passat jetzt ja bleiben. Also im Vorwege mal geguckt was es denn da so für Möglichkeiten gibt. Ich habe mich dann für eine Autoverwertung in Freckenhorst entschieden.

Autoverwertung-freckenhorst

Der Chef machte am Telefon einen sehr netten Eindruck. Er hatte auf dem Display meine Hamburger Vorwahl erkannt und war dann doch etwas neugierig. Ich habe ihn in mein Vorhaben eingeweiht und er gab grünes Licht: „Kein Problem, kommen Sie vorbei. Zahlen müssen Sie nichts, eventuell springt sogar noch etwas für Sie dabei heraus.“

Gesagt, getan. Von meinem Schlachtplatz waren es nur gut 15 Minuten Fahrzeit und ich stand bei ihm auf dem Hof. Er konnte sich sofort an unser Telefonat erinnern. Kein Wunder einen 77er Passat kriegt er bestimmt nicht mehr alle Tage auf den Hof gestellt.

Passat-Schrottplatz

Ich habe ihn dann einfach vom Trailer rollen lassen. Kurze und schmerzlose Geschichte. Herrlich unkompliziert. Genau wie ich es mag.

Was bleibt ist der Blick zurück. Junge, Du wirst mir sicher noch eine ganze Zeit in Erinnerung bleiben.

Passat-abgeladen

Zum Schluß fragt mich der Chef noch ob ich irgendeinen Nachweis bräuchte. „Nein Danke, ich habe genug Fotos als Beweis.“ Dann kam meine abschließende Frage, „Und, kriege ich noch was?“

Es gab was. Mehr als ich erwartet hatte. Der halbe Kaufpreis war damit schon wieder drin. 😉 Ihm hat gefallen, daß die Sitze nicht mehr drin waren. Die hätte er teuer entsorgen müßen.

So, vor der Heimfahrt nach Hamburg standen jetzt aber noch zwei Punkte auf dem Zettel. Ein geplanter und ein dringend notwendiger.

Der geplante ist klar, der Trailer mußte wieder zurück nach Münster. Der notwendige folgte gleich im Anschluß. Ich hatte nach dem Tag jetzt mörderischen Kohldampf!

Zwiebelschnitzel

Frisch gestärkt gings dann wieder Richtung Norden. Was bleibt ist ein Tag voller Eindrücke und Erlebnisse die ich wahrscheinlich nicht so schnell wieder vergessen werde. Das schlimme daran, mir macht das auch noch einen tierischen Spaß. Malediven, Costa Brava, Adria.. Kannst Du mir schenken. Mir reicht ein Acker im Münsterland!

Natürlich bleibt auch noch ein ganzer Berg an Teilen. Sicher hat mich der Spaß auch etwas gekostet. Kaufpreis, anderthalb Tankfüllungen, Trailermiete und ein Schnitzel stehen auf der Sollseite.
Die Habenseite läßt sich schlecht beziffern. Gelohnt hat es sich durch die Kotflügel und das Armaturenbrett in meinen Augen auf jeden Fall.

Obwohl ein wenig trauer ich ja noch den beiden verchromten Türöffnern hinterher. Soll ich da noch mal hinfahren…
Ich habe ja kein Geheimnis daraus gemacht, wo der Passat jetzt steht. Vielleicht braucht der eine oder andere ja noch was. Die Stahlfelgen sind noch sehr zu empfehlen. Die sahen noch richtig gut aus. Die vier Chromkappen liegen auch noch im Wagen. Im Kofferaum liegen noch die beiden Stoßstangen. Die sind zwar nicht mehr ganz so schön, aber vielleicht sucht ja jemand genau solche Teile noch.

Jetzt gibt es noch Bilder, Bilder und nochmals Bilder.

Saisonbilanz 2012 – ´76er VW Passat L

Der Rückblick meines Rallye-Passat hat in der Erstellung etwas mehr Zeit in Anspruch genommen. Daher kommt der, chronologisch außer der Reihe, erst jetzt.

Gleich in der ersten Januarwoche ging es mit Volldampf los.

Passat 32 Motorausbau

Der Motor bekam eine grundlegende Überholung. (mehr …)

VDO minicockit im ersten Testlauf

Das VDO minicockpit habe ich gestern noch abschließend verkabelt und die Mittelkonsole wieder endgültig an ihrem Platz verankert.

Dafür mußten noch zwei Kabel vom Motorraum nach innen und zwei Kabel von innen in nach außen. Dabei war mir wieder meine bewährte Messingstange ein große Hilfe.

Messingstange mit angelötetem Kabel

Zunächst vom Beifahrerfußraum in den Motorraum geschoben, hier dann ein zweipoliges Kabel angelötet und dieses dann nach innen durchgezogen.

Kabelzugstange

Das zweipolige Kabel ist für das Geschwindigkeitssignal vom neulich montierten Reed-Schalter. An diesem Kabel habe ich dann die beiden Leitungen für das Drehzahl- und Außentemperatursignal mit ein paar Lagen Tesa-Film befestigt.

Kabel einziehen

Dann das zuerst eingezogene Kabel wieder soweit zurückgezogen, daß ich die beiden einzelnen Kabel im Motorraum greifen konnte.

Anschluss Zündspule

Das grüne Kabel für den Drehzahlimpuls wanderte dann auf Klemme 1 der Zündspule. Immerhin farblich passend. Der Kabel für die Außentempratur habe ich nicht weiter angeschloßen. Die Anzeige brauche ich nicht.

Den ganzen Kabelsalat habe ich dann hinter der Mittelkonsole zusammengestrapst.

Mittelkonsole Passat 1976

Zum Abschluß noch wieder alles zurück an seinen Platz und das war´s mit der Montage.

VDO minicockpit im Passat 32

Die Drehzahlanzeige ist, wie eigentlich erwartet, nicht gerade das Highlight. Sie zählt lediglich hunderter Schritte.

Drehzahlanzeige VDO minicockpit

Zum Glück hielt sich der Aufwand dafür in Grenzen. Das eine Kabel an die Zündspule, ist den Aufwand gerade noch Wert.

Gefahren bin ich jetzt noch nicht. Aber ich gehe mal davon aus, daß auch das Geschwindigkeitssignal oben ankommt. Ich werde wohl heute mal eine kleine Runde drehen und die Werte mal mit dem Fahrradtacho abgleichen.

1000 km – Jetzt mal andere Drehzahlregionen testen

Bereits am Mittwoch, auf dem Rückweg aus Garbsen, habe ich die magische 1000 km-Grenze hinter mir gelassen. Nach dem Honen der Zylinder und mit den neuen Kolbenringen hatte ich von meinem Motorinstandsetzter ja eine Auflage erhalten:
1000 Kilometer nicht über 3000 Umdrehungen und danach noch einen Ölwechsel.
Natürlich fiel mir das schwer und einige Male war ich sicher auch schon etwas drüber. Aber, zu meinem eigenen Erstaunen, habe ich mich wirklich zu 95 Prozent daran gehalten.

Jetzt ist es aber langsam an der Zeit auch mal in andere Drehzahlregionen vorzustoßen. Langsam stieß ich mal in die Bereiche vor, wo der Motor erst anfängt Spaß zu machen. Und das beginnt knapp unterhalb der 4000 1/min. Ab dieser Drehzahl machen sich die Nockenwelle und die zweite Stufe des Vergasers dann deutlich bemerkbar.

Irgendwann war dann mal der Zeitpunkt gekommen, das Gaspedal mal etwas länger ganz unten zu halten. Übertreiben wollte ich es natürlich noch nicht. Die erste Ausbeute sieht aber beeindruckender aus, als sie wirklich ist.

6500 Umdrehungen

Das der Tacho etwas voreilt, war mir bewusst. Aber über 40 km/h zu viel, ist natürlich schon etwas dick aufgetragen. Laut meinem Navi waren das in Wirklichkeit „nur“ 174 Km/h. Nur natürlich in Anführungsstrichen, denn angegeben ist er mit 145 km/h. Damit liege ich wohl ungefähr in der Leistungsregion, die ich mir auf dem Papier ausgemalt hatte. Der 85PS-Passat ist mit 170 km/h angegeben.

Viel beindruckender als die erreichte Marke, war der Weg dorthin. Ich will jetzt nicht sagen, daß man in den Sitz gepresst wird, aber der verbesserte Vortrieb war schon deutlich zu spüren.

Das dem Motor jetzt mal so langsam seine Leistung abgefordert wurde, konnte man dann auch gleich an der Öltemperatur feststellen.

Öltemperatur Passat 32 1976

Der Zeiger bewegte sich zum ersten Mal leicht über die 100°C. Das war allerdings immer noch nicht genug, um den Ölkühler mal zu in Anspruch zu nehmen. Der Ölstand zeigte sich bei der heimischen Kontrolldurchsicht unverändert.

Die nächsten Tage werde ich dann noch mal den auferlegten Ölwechsel vornhemen und mich ein wenig mit der Feinabstimmung von Zündung und Vergaser widmen.

Von Bosch Automotive Tradition habe ich mitterlweile die erbetenen Verstellkurven von unterschiedlichen Zündverteilern erhalten.

Verstellkurven Zündverteiler

Damit werde ich mich jetzt einmal auseinandersetzten und mir so meine Gedanken machen. So wie es aussieht ist der ZA-Verteiler gar nicht die schlechteste Wahl. Der unterscheidet sich in der Fliehkraftverstellung nur sehr wenig von dem sonst so gerne verbauten GTI/GLI-Verteiler. Noch interessanter scheint allerdings der Verteiler vom LT 25 zu sein. Den gab´s im Januar sozusgen als Entschädigung für die lange vergeblich Anfahrt von dem GLI-Anbieter. Damals habe ich mich noch drüber amüsiert. Einen LT-Benziner. Wo gibts denn sowas noch?
Wenn ich mir die Verstellkurve so angucke, könnte das ein wahrer Glücksgriff gewesen sein. Die Kurve steigt wesentlich steiler an und hat zum Ende hin auch noch 4° mehr Frühzündung, als die des GTI/GLI-Verteilers.

Ein weiteres äußerst interessantes Werk habe ich vom Oldtimertreffen in Braunschweig noch mitgebracht. Michael wollte es verkaufen und da habe ich gleich zugeschlagen.

VW Tuning So wird er schneller

„VW Tuning – So wird er schneller“ von Gert Hack

Von der Existenz dieses Buches habe ich natürlich schon mal gehört. Nur habe ich bisher noch nie mal einen Blick reinwerfen können. Ich hielt bisher immer für eine Anleitung für den Hobby-Tuner.
Da habe ich mich allerdings ganz gewaltig getäuscht. Ich bin wirklich fasziniert, wie sehr hier ins Detail gegangen wird. Detailierte Beschreibungen, teilweise sogar mit VW-Nummer für zu verwendende Alternativteile, machen das Buch wirklich äußerst interessant.

Was habe ich mir hier einen Wolf gerechnet um festzulegen wieviel Millimeter ich vom Block und vom Kopf abnehmen muß, damit ich auf meine gewünschte Verdichtung kommen. Wird hierdrin alles genau beschrieben. 0,1 mm vom Kopf bringt soviel und 0,1 mm vom Block bringt soviel. Toll!

Aber wenigstens weiß ich jetzt, daß ich kein Blödsinn ausgerechnet habe. Ist doch auch was.

Wer sich auch nur im geringsten für die Optimierung von Motor, Bremsen und Fahrwerk interessiert sollte mal ein Blick reinwerfen. Es lohnt sich wirklich. Es gibt wohl verschiedene Ausgaben. Wenn ihr etwas über die ersten wassergekühlten VW´s sucht, achtet drauf, daß vorne die Einser-Modelle auf dem Umschlag sind.

Hauptversammlung der Volkswagen AG im CCH Hamburg

Etwas früher als im letzten Jahr gings gestern wieder ins CCH. Die Volkswagen AG lud wieder zu ihrer jählichen Hauptversammlung in Hamburg ein.

CCH Hamburg VW Hautpversammlung

Ich habe mich hier wieder mit Klaus verabredet. Diesmal haben wir uns auf dem Hinweg leider um wenige Minuten verfehlt. Als ich Klaus anrief, um ihm mitzuteilen, daß ich im Stau stehe und etwas später ankomme, stellte sich heraus, daß er im selben Stau stand. Ungefähr 800m hinter mir.
Ich habe in der Tiefgarage des CCH auf ihn gewartet. Er kam dann tatsächlich nur 3 Miunten später dort an.

Unser erster Gang führte uns erstmal an Buffet. Ein paar Brötchen und ein Kaffee als Stärkung mußten sein. Im Anschluß begaben wir uns dann in den großen Sitzungssal, um den Ausführungen von Vorstandschef Martin Winterkorn und dem Aufsichtsratsvorsitzenden Ferdinand Piëch zu lauschen. Grob gesagt: VW geht es so gut wie noch nie. Und wer 2012 an eine Abschwächung der Zahlen glaubte, wurde eines besseren belehrt. Das erste Quartal dieses Jahres war das erfolgreichte in der Geschichte von VW.

CCH Hamburg VW Hautpversammlung Saal

Links im Bild sind die unterschiedlichen Marken, die mittlerweile zum VW-Konzern gehören zu erkennen. Eine Marke ist ganz aktuell neu dazu gekommen: Ducati. Der Deal wurde erst am Mittwoch abgesegnet.
Damit wird der VW-Konzern jetzt auch auf dem Motorradsektor aktiv.
Im Vergleich zum letzten Jahr ist aber noch ein Hersteller dazugekommen: MAN
Das war bei der letztjährigen Hauptversammlung zwar schon im Gespräch, aber noch nicht so spruchreif, daß das MAN-Logo dort schon hing.

Neben den erneut beeindruckenden Zahlen, kam es diesmal zu einem kleinen Zwischenfall. Ein paar Greenpeace-Aktivisten in einer der vordersten Reihen standen plötzlich auf und protestierten wohl gegen die zu hohen CO2-Emission der Konzernflotte. Jeder hielt ein Tuch mit einem einzelnen Buchstaben in die Höhe. Zusammen ergab das dann: „DAS PROBLEM“.
Sie verhielten sich aber ruhig und auf dem Podium konnte das anscheinend niemand beeindrucken. Die standen da bestimmt über einen halbe Stunde. Mich wundert, daß sie keine lahmen Arme bekommen haben.
Interessant wurde es erst als von der Saaldecke auf einmal ein Banner herabgelassen wurde. Da kam dann, doch etwas Bewegung in die Szenerie.
Herr Piëch ergriff daraufhin das Wort und forderte die Greenpeaceler aufund den Saal zu verlassen. Es tat sich aber nichts in der Richtung. Es folgte dann noch eine zweite Aufforderung mit folgenden Wortlaut: „Ich bitte die Herren Umweltschützer, ihr Transparent zu entfernen oder ich lasse Sie entfernen.
Beeindruckend war wirklich mit welcher Gelassenheit und mit welchem Witz er das rüberbrachte. Als sich aber auch nach dieser Aufforderung keiner von seinem Platz bewegte, machte er seine Androhung wahr.
Ich habe für jeden von Ihnen zwei Begleiter, die sie auf den Weg nach draussen unterstützen. Sie sind von dem langen rumstehen ja sicherlich etwas erschöpft„, waren seine Worte bevor die Security zur Tat schritt.
Die Geschichte verlief dann zum Glück friedlich ab und die Sitzung konnte fortgeführt werden. Während der Räumung wurde der Saal verdunkelt und es wurde kurzerhand ein Film zum Thema Umweltschutz im VW-Konzern eingespielt. Das nenn ich mal schlagfertiges Handeln.
Ob das Flugzeug mit dem Werbebanner auch so kurzfristig gechartert wurde glaube ich allerdings nicht.

VW Flugzeug Werbebanner

Das kann man sicher nicht mal so eben aus dem Ärmel schütteln. War trotzdem ein netter Gegenpol zur der vorangegangenen Aktion bei unserer kleinen Pause in der Raucherlounge.

Nach einer kleinen Stärkung zum Mittag gings dann zu den Neuwagen. Die gehören natürlich auch zu der Veranstaltung. Von Freitag bis Sonntag ist diese Austellung, mit dem Namen AUTOmobil 2012, übrigens noch für jedermann kostenfrei geöffnet.

AUTOmobil 2012 CCH Hamburg

Neue Autos. Naja, so einen richtigen Draht habe ich dazu ja nicht. Trotzdem gibt es immer wieder interessante Details zu entdecken.
Auffällig, wieviel altbewährtes, einem bei den aktuellen Fahrzeugen bekannt vorkommt.

Chromstoßstangen am VW Amarok.

VW Amarok Chromstoßstange

Ich habe extra mal gegengeklpoft. Ist wirklich richtig verchromtes Metall.

Austellbare hintere Seitenscheiben beim VW Up.

VW Up Ausstellfenster

Ein Relikt mit über 50 jähriger Geschichte kommt bei VW zu neuen Ehren. Bekannt z.B. aus dem Typ 3 aus den 60ern.

Nicht ganz neu und auch bei VW, zum Beispiel vom aktuellen Scirocco bekannt: Unser bestens bekanntes Viperngrün-Metallic.

Seat Ibiza Limagrün

Bei Seat heißt es jetzt allerdings Limagrün. Eine Name, den ich Passat-Kreisen allerdings sofort mit Gelb in Verbindung bringe.

Irgendwann sind wir dann auch am neuen Passat Alltrack vorbeigekommen. Johannes ist dadurch ja schon zum Fernsehstar aufgestiegen. Nun wollte ich doch mal prüfen, ob das Frontgitter wirklich so labil ist.

VW Passat Alltrack Lüftungsgitter

Ich finde nicht! Damit bestätigt sich mal wieder meine These: „Glaube nichts, was ein Bayer im Privatfernsehen behauptet“ 😉

Klaus nahm nebenbei noch mal im überarbeitetem XL1 Platz.

VW XL1

So wie es aussieht, soll das 1-Liter-Auto wohl demnächst in Kleinserie angeboten werden.

Ein recht witziges Detail hat Klaus mir dann noch im VW Up gezeigt. Das weckte bei mir dann schon wieder völlig neue Ideen.

VW Up Navigon Fahrzeuginformationen

So ein Navigon habe ich nämlich auch. Hierdrauf können im Up sämtliche Fahrzeugdaten abgerufen werden, ähnlich einer MFA. Sogar in Form von Zusatzinstrumenten. Leider ist das absolut kein handelsübliches Navi. Es ist ein komplettes Infotainment-System, daß speziell in Zusammenarbeit mit VW entwickelt wurde und besitzt auf der Rückseite diverse Kontakte, um die Daten aus Fahrzeug zu empfangen.
Auch Freisprechanlage und und Radiosteuerung sind darin enthalten. Die dafür in der Preisliste des Up, aufgerufenen 355,-€ finde ich wirklich nicht viel.

Gegen Nachmittag waren wir dann so langsam durch. Zeit den Heimweg anzutreten. Der erfolgte dann allerdings nicht ganz auf direktem Weg, denn 500 m Luftlinie von unserer Route liegt die Oldtimer-Tankstelle. Klaus kannte sie noch nicht und ich mußte sowieso noch mal vorbei, um mit Alex letzte Details für´s Passat-Treffen am Samstag zu besprechen.

VW Golf 2 Volvo 940 Oldtimertankstelle Hamburg

Nach einem kurzen Smalltalk und einer Tasse Kaffee gings dann aber nach Hause. Samstag sind wir ja wieder hier. Ob Klaus das verkraftet? So lange gebraucht um mal vorbeizuschauen und jetzt innerhalb von 3 Tagen gleich zweimal…. Ich bin da aber recht zuversichtlich.

Oldtimertreffen in Ellringen (und Dibbersen) 2012 – Rückblick

Fast 200 von den geforderten 1000 Kilometer habe ich gestern abgespult. Ich hab´mich auch größtenteils an die Vorgaben von meinem Motorinstandsetzter gehalten. Das ist echt ´ne Qual.

100kmh 3000umdrehungen

Bei 100 km/h zeigte der Drehzahlmesser schon 3400 Umdrehungen an. Langsamer kann ich nun beim besten Willen nicht fahren. Sonst kann ich ja gleich zu Fuß gehen.

Ziel war, zum ersten Mal für mich, das Oldtimertreffen in Ellringen. In den Vorjahren habe ich es immer links liegen lassen, da sie laut ihrer Homepage nur Fahrzeug aufs Gelände lassen die mindestens 40 Jahre alt sind. Ich hatte keine Lust fast 100 km zu fahren um dann nicht aufs Gelände zu kommen.

Michael war die letzten 3 Jahre schon vor Ort und hatte dabei nie Probleme. Er ist immer ohne jegliche Diskussionen reingekommen. Also wollte ich es dieses Jahr auch mal versuchen und ich verabredete mich mit Michael und Frauke in Ellringen.

Oldtimertreffen Ellringen 2012

Und es war richtig was los. Eigentlich schon von Lüneburg aus, war es fast eine einzige Oldtimerkolonne auf der Landstraße.

Oldtimertreffen Ellringen 2012 1

Das schöne Wetter lockte wirklich hunderte auf das Veranstaltungsgelände. So groß hätte ich mir das gar nicht vorgestellt. Wirklich beeindruckend.

Trotz meiner spritsparenden Fahrweise war ich noch gut 15 Minuten vor Michael da. Ich habe mir gleich den erstbesten freien Platz gesichert.

Passat 32 Oldtimertreffen Ellringen 2012

Während ich auf Michael und Frauke warte, ließ ich sammelte ich schon Mal erste Eindrücke und beobachtete mal was sich um meinen Rallye-Passat so abspielte. Irgendwelche neugierigen Gesichter standen eigentlich immer drum herum.

Passat 32 1976 Oldtimertreffen Ellringen 2012

Dann kam auch aber auch schon die Verstärkung. Michael bahnte sich mit seinem 76er LS den Weg durch die Menschenmassen.

Kaum waren die beiden angekommen, klingelte auch schon mein Telefon. Peter, mein Rallye-Beifahrer. „Bist Du heute auf dem Oldtimertreffen in Dibbersen?“, wollte er wissen. Mist das Treffen hatte ich jetzt gar nicht mehr auf dem Zettel….

Nach einer ersten kleinen Stärkung gings dann Richtung Teilemarkt. Auch der war erstaunlich groß. Ich war wirklich positiv überrascht.

EDIT 09:45 Uhr: Noch mehr überrascht war ich, als ich heute morgen die ersten Fotos auf Facebook gesehen habe. Da gab es noch ein weiteres Gelände mit Teileständen.
Das habe ich gar nicht gefunden…

Und ich habe sogar etwas von dort mit nach Hause genommen.

Passat 32 Kühler

Zuerst hatte ich den Kühler nur fotografiert, aber noch stehen lassen. Irgendwie ließ mir das Ding aber keine Ruhe. Ich bin dann später extra noch mal wieder quer über den Markt gerannt und habe ihn schlußendlich dann doch mitgenommen. Preis war fair.

Wenn sie günstiger gewesen wäre, hätte ich auch noch die Spurverbreiterungen mitgenommen.

racimex Spurverbreiterungen

2x 32 mm, im uralten, original Racimex Karton. Ich hätte gar nicht gedacht, daß es Racimex schon so lange gibt. Auf dem Karton war sogar der VW Passat extra mit aufgeführt. Aber 50,- Euro war mir der Spaß dann doch nicht wert.

Alte Autos habe ich gar nicht viel fotografiert. Ich war immer wieder mehr davon beeindruckt, wieviele Leute den Weg in das sonst so verschlafene Ellringen gefunden haben.

Oldtimertreffen Ellringen 2012 2

Das Wetter tat natürlich sein übriges. War ein wirklich lohnender Ausflug.

Zum Abschluß des gelungenen Tages gab´s noch das übliche Beweisfoto.

VW Passat 32 1976

Zwei 76er, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten.

Vor meiner Abfahrt, habe ich noch mal ein Blick auf den Ölstand geworfen. Der Ölkühler ist anscheinend immer noch nicht durchströmt worden. Ölstand war noch nicht abgesunken.

Passat 32 Öltemperatur

War ja aber auch kein Wunder. Bei dieser Rentnerfahrweise kletterte der Zeiger der Öltemperatur gerade mal auf die 90°C.

Kurz vor zu Hause, es war ungefähr 16.30 Uhr, kam mir die Idee, doch noch mal eben in Dibbersen vorbeizuschauen. Leider war ich dafür wohl etwas zu spät dran.

Oldtimertreffen Dibbersen 2012

Den Weg hätte ich mir sparen können. Hier war nur noch am Bierwagen etwas los.

Aber ich kann ja jeden Kilometer gebrauchen. 😉

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