8. Int. VFM Heide-Classic 2018 – Rückblick

Bei dieser derzeit herrschenden Affenhitze wahrlich das sinnvollste was man tun kann:
Von 7:00 Uhr bis 22:00 Uhr, allerdings mit diversen Pausen, hinterm Steuer meines Rallye-Passat setzten und eine Oldtimer-Rallye fahren.

Heide-classic-2018

Bereits am Samstag ging es in die Heide.

Ich weiß nicht warum, aber wenn es zu einer Oldtimer-Rallye geht bin ich morgens irgendwie immer fit. Muss wohl daran liegen, dass es immer noch riesigen Spaß macht und man ja gleichzeitig auch immer noch eine ganze Reihe interessanter Autos zu Gesicht bekommt.

heide-classic-rallye-golf

Start und Ziel war wieder an der Festhalle in Munster.

heide-classic-fahrerbesprechung

Hier gab es ein ausgiebiges Frühstück, die Fahrtunterlagen und auch die Fahrerbesprechung wurde hier abgehalten. Die Bordbücher gab es erst wieder 15 Minuten vor dem Start. Somit ging es zunächst darum die Autos vorzubereiten.

schild-anbringen

Startnummern auf die Türen kleben und das Rallye-Schild befestigen.

So kann es dann los gehen.

heide-classic-polo

Und die ersten Teams gingen auch schon auf die rund 150 Kilometer lange Strecke.

Heide-classic-2018-start

Für uns war es dann eine dreiviertel Stunde später soweit.

wir-starten

Rechts im Bild noch ein Muster einer stummen Kontrolle. Diese Nummern galt es jetzt aufzuspüren und in der richtigen Reihenfolge in die Bordkarte einzutragen.

Zunächst ging es aber gleich zur ersten Wertungsprüfung. Gestartet wurden hier wieder alle WP´s per Lichtschranke. Das hat den ganz klaren Vorteil, dass es nicht zu Abweichungen in der Startzeit kommt. Leider ein immer wieder auftretendes Ärgernis durch unterschiedlich gehende Funkuhren. Die sollten ja eigentlich immer alle exakt die gleiche Zeit anzeigen, eigentlich….

Die erste WP war ein kleiner Rundkurs in Form einer Acht, die zweimal umrundet werden musste. Insgesamt wurden hier dann vier Zeiten gemessen und vom Gefühl her war das gar nicht so schlecht.

Von dort aus ging es Abwechselnd per Chinesenzeichen und Oriaufgaben durch die Heide und auch gleich schon zur zweiten WP.

streifen-wp

Auch hier wieder Start per Lichtschranke. Das macht es für den Veranstalter zwar in der Durchführung etwas aufwendiger, dafür gibt es später weniger Reklamationen.

Bei einer dann auf den ersten Blick völlig simplen Ori-Aufgabe gab es dann aber erste Diskussionen und fragende Gesichter.

HeideClassic2018 Aufgabe 002_LR

Wir hatten uns im Vorwege schon über den Passus „Gegenrichtung ist in dieser Aufgabe erlaubt“ gewundert. Ich brauche hier doch nicht gegenläufig zu fahren um die Aufgabe zu lösen. Zumindest auf dem Papier. In natura sah das allerdings anders aus.

Natürlich sind wir vom Startpfeil unten zunächst an der Kreuzung links abgebogen um dann gleich wieder rechts abzubiegen und den ersten Strick einzusammeln. Bis dahin sind wir dann aber leider nicht gekommen. Die Einfahrt von der Kreisstraße in den Ort war hier verboten.

Also neue Situation und wenn Gegenrichtung in dieser Aufgabe ausdrücklich erlaubt ist, fahren wir doch einfach zurück, biegen an der Kreuzung dann links in den Ort ab und nehmen erst den Strich oben rechts mit. Der lag dann am dichtesten.

Dann im Bogen wieder runter zur Kreuzung, wieder rein in den Ort und hier dann links abbiegen um den zweiten Strich einzusammeln. Vom Ort aus durfte man die Straße nämlich befahren. Das Durchfahrtsverbot galt nur Ortseinwärts.

Wie sich schon während der Aufgabe herausstellte, sah die eigentlich gewünschte Lösung etwas anders aus. Man sollte nicht, wie wir es gemacht haben, umdrehen sondern weiterfahren und ganz von oben in den Ort hinein und dann die Striche abfahren.

Die Lösung sollte also 48 – 46 – 48 lauten. Wir hatten 46 – 46 – 48. Somit hätten wir dann leider schon drei Fehlerpunkte eingesammelt. Nun gut, das ist mit guten Zeiten noch auszugleichen.

Noch vor den Mittagspause gab es eine kleine Erfrischungspause an einem Campingplatz.

heide-classic-pause

Wir sind den letzten Kilometer vor der hinter dem beigen Alfa Giulia hinterher gefahren, der hier links von mir parkt. Irgendwie hatte ich dabei immer so einen merkwürdigen Geruch in der Nase. Als ob der tierisch viel Öl verbrennen würde. Qualmen tat da aber nichts. Zunächst habe ich da keine weiteren Gedanken drüber gemacht.

Bis ich das hier entdeckt habe.

alfa-giulia-diesel

Ein Alfa Diesel? So was gibt es doch gar nicht.

Doch, gibt es doch.

giulia-diesel

Unter der vorderen Haube werkelt ein 1,8 Liter Perkins-Motor mit 50 PS. Ein Kind der damaligen Ölkrise und somit wahrscheinlich der unsportlichtse Alfa aller Zeiten. In Deutschland hat man sich nicht getraut so etwas überhaupt anzubieten. Eine echte Rarität.

Bis zum Mittag stand dann noch eine weitere WP auf dem Programm. Hier haben wir richtiges Glück gehabt, denn die hätte am letzten Zeitmesspunkt noch eine Lichtschranke gestanden, hätten wir hier locker eine Max-Zeit kassiert. Wenn nämlich dir nämlich plötzlich ein drei Meter breiter Mähdrescher auf einer einspurigen Straße entgegen kommt, hast Du keine Wahl. Du fährst ganz freiwillig recht in die Botanik.

Zur Mittagspause fanden wir uns dann in Schneverdingen ein.

mittag-schneverdingen

Standesgemäß wurden wir hier wieder von der Heidekönigin empfangen.

Heidekönigin-2017

Schon wieder eine andere wie im letzten Jahr. Die scheinen sich alle nicht vernünftig zu benehmen, dass sie immer nur ein Jahr die Krone tragen dürfen.

Die Mittagspause war dann auch ein kleiner Wendepunkt bei der Heide-Classic. Suchten wir zu Beginn, der etwas knappen Pause, noch Schutz vor der Sonne unter den aufgestellten Schirmen änderet sich das schlagartig und auf Sonne folgte Gewitter mit Regen und Sturm.

Eigentlich ja nicht so das Problem. Das wird jedoch ein Problem wenn man merkt, dass sein Gebläse überhaupt nicht funktioniert.

scheibe-beschlagen

Im Nu war alles von innen beschlagen und wir haben uns unsere Gucklöcher freigewischt.

Das war dann auch der Grund, dass ich unliebsamen Kontakt mit zwei Büschen, Sträuchern oder sonstigen Grünzeug hatte.

Wir hatten uns etwas verzettelt und sind etwas zu früh abgebogen, befanden uns in einem kleinen Waldweg, der direkt in einem Maisfeld endete. Also Rückwärtsgang rein und aufgrund der sehr eingeschränkten Sicht bin ich dann zunächst einmal links in die Rabatten. Bis es leicht gerummst hat.

im-busch

Also wieder ein Stück vor und etwas weiter nach rechts erneut versucht rückwärts aus dem Weg zu kommen. War wohl zu weit rechts. Auf jeden Fall hat es jetzt auch hier geknirscht.

Ich bin bei dem Sauwetter natürlich nicht ausgestiegen um zu sehen was los ist. Das hab ich dann am Start der nächsten WP gemacht. Ganz trocken war es da immer noch nicht. Ich bin nur mal kurz raus um zu gucken ob noch alles dran ist. Leider war dem nicht so. Beide Stoßstangenecken liegen da jetzt wohl irgendwo im Wald herum. Pech, aber wenn die abgerissen sind, sin die Befestigungsnippel sowieso abgebrochen.

Ich will mal nicht lange meckern. Im Verhältnis zu den Streckenposten hatten wir es ja noch gut.

streckenposten-regen

Die waren echt alle hart im nehmen und standen bei dem Sauwetter ihren Mann. Mein Respekt und Dank ist Euch sicher.

Leider spielte mir jetzt auch noch meine App einen Streich. Bis zur ersten Lichtschranke lief alles völlig normal. Aber dann fing sie plötzlich an irgendeine wirre Zeit zu zählen. Jetzt war es von Nachteil, dass man nicht genau zur vollen Minute, sondern per Lichtschranke gestartet wurde. Wir konnten jetzt nur schätzen wie lange wir vom Losfahren bis zur Startlichtschranke gebraucht hatten. Ich war der Meinung es waren irgendetwas um die zwei Sekunden. Wir haben jetzt schnell die nötigen Ankunftszeiten an den jeweiligen Lichtschranken ausgerechnet und zwei Sekunden auf die Zeit oben drauf gepackt. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir absolut keine Ahnung ob das auch nur halbwegs richtig war. Das bedeutete jetzt drei Lichtschranken nach halbwegs geschätzten Zeiten fahren.

Auf dem Marktplatz in Munster war dann unsere letzte Pause und so langsam verzog sich auch der Regen endlich wieder.

regenbogenschirm

Wahrscheinlich hat der freundliche Herr mit seinem bunten Schirm die Sonne wieder hervor gelockt.

Zeit jetzt auch mal aufs Hinterteil meine Rallye-Passt zu gucken.

passat-kaputt

Rechts fehlt nur die Ecke und die Gummieiste ist etwas deformiert, links hat es dazu noch das untere Stoßstangenende nach oben hoch gebogen. An Blech und Lack habe ich bisher nichts weiter entdecken können. In sofern noch mal Glück gehabt.

Zum Restart ging es durch die Fußgängerzone.

restart-munster

Eine letzte kleiner Rundkurs durch Munster mit nur einer handvoll Kontrollen. Unsere Hauptbordkarte hatten wir schon bei der Ankunft auf dem Marktplatz abgegeben. Eine durchaus sinnvolle Maßnahme, denn so hat das Team schon Zeit sich an die Auswertung zu machen, während wir noch ein kleine Runde drehten.

Ich glaube so gegen 18.00 Uhr waren wir dann wieder an der Festhalle in Munster.

ziel-munster

Geschafft. Eine Ori-Aufgabe leicht versemmelt, dann im Blindflug durch die Dörfer weil die Lüftung nicht lief, die Stossstange ramponiert, die letzte WP mit geschätzen Zeiten absolviert und auf den letzten Metern noch mitbekommen, dass sich da wohl auch noch ein Radlager verabschiedet. Man kann jetzt nicht von einem ereignisarmen Tag sprechen.

Trotz des jetzt feuchtwarmen Wetters haben wir es uns nicht nehmen lassen auch dem abendlichen Buffet noch einen Besuch abzustatten. Große Hoffnung auf einen der vorderen Plätze hatten wir nicht, sind aber natürlich bis zur Siegerehrung vor Ort geblieben. So schlecht waren wir dann allerdings auch nicht unterwegs. Trotz der drei geschätzten Zeiten lag unsere Gesamtabweichung bei 18 Lichtschranken nur bei 10.4 Sekunden.

Als sich dann noch herausstellte, das bei der oben beschrieben Ori-Aufgabe beide Lösungen als richtig gewertet wurden, sah das plötzlich richtig richtig gut aus und es gab mal wieder zwei Pokale für Beifahrer und Fahrer.

siegerehrung-Heide-classic

Und sogar zwei richtig große denn das war der Klassensieg und Platz 2 in der Gesamtwertung. Hammer!

Wenn Ihr jetzt sagt da fehlt aber noch was. Na klar!

Bitteschön.

pokal-katzentreppe

Das ist doch ein passender Abschluss zu einer vollkommen runden Veranstaltung.

6 Comments

  1. Michael

    Moin

    Den Motor kenne ich aus dem Claas Columbus meines Vaters……dort mit 34PS

    Reply
    1. OST (Post author)

      Dann ist der mit 50 PS ja schon überzüchtet.

      Reply
  2. Jens-Peter Berthmann

    Glückwunsch! Suroide? X-mal schon langgefahren, schöne Gegend ist es da um Wietzendorf herum.

    Reply
    1. OST (Post author)

      Danke. Wir fahren hier fast jedes Jahr durch Suroide und immer ist es etwas tückisch.

      Reply
  3. Kai

    Gratulation! Das ist doch das Invest von etwas Plastik und gebogenem Chrom wert … 🙃

    Reply
    1. OST (Post author)

      Danke. Ich hätte zwar drauf verzichten können aber das wird schon wieder.

      Reply

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