Bevor ich den Schweller wieder dicht mache, wollte ich auf jeden Fall noch so viel Dreck und Laubreste raus haben.
Dazu habe ich einen Luftschlauch an dem Saugschlauch meines Staubsaugers adaptiert. Damit ging es dann wechselseitig von vorne und hinten und im Wechsel mit der Druckluftpistole in den Schweller.
Es hat ja lange gedauert, aber jetzt geht es endlich mit dem Volvo weiter. In den letzten Wochen ist viel passiert und zudem war die große Bühne fast durchweg belegt. Und die brauche ich einfach um die Wagenheberaufnahme frei zu haben.
Was mich dann nach dem Öffnen des Schwellers anlachte, war viel besser als erwartet. Tatsächlich fehlt nur ein kleines Stück von dem inneren Blech. Das habe ich schon ganz anders vor mir gehabt.
Die Endspitze ist jetzt vom Blech her so weit fertig. Gestern noch ein wenig geschliffen und dann den ganzen Bereich noch mit Dinitrol RC900 eingesprüht.
Das ist ähnlich dem bekannten Brunox Epoxy, nur finde ich, noch etwas besser in Anwendung und Effektivität. So ist es wesentlich dünnflüssiger und zieht dann durch Kapillarwirkung auch in die engsten Spalten.
Das erste Blech war ja noch relativ einfach. Bis auf eine kleine Rundung war da nichts besonderes dran.
Das zweite Blech verlangte dagegen schon etwas mehr Vorarbeit. Zwei abgekantete Laschen und ein sauberer Übergang zur Radlaufkante mussten vorgeformt werden.
Mit einem Stück Pappe habe ich die Form abgenommen und Schnitt- und Biegekante markiert.
Sommerzeit ist Passat-Zeit. Da steht der Volvo auch schon mal etwas länger in der Ecke. Zur Zeit steht er aber auch in der Ecke, da die Plakette auf dem hinteren Nummernschild irgendwie die völlig falsche Farbe hat. Die ist nämlich immer noch blau.
Irgendwie hab ich es immer nicht geschafft, noch ein paar Sachen abzuarbeiten, um mal bei einer Prüfstelle vorfahren zu können. Die Teile liegen schon seit Monaten bei mir im Lager.
Eine Spurstange muss ich machen, der Auspuff ist am Brennring vorm Kat etwas undicht, die Bremsen hinten sind reif und irgendwas ist mit dem linken Bremslicht. Das war der Plan. Mittlerweile weiß ich, da kommt noch etwas dazu. Nach über 30 Jahren verlangt er jetzt plötzlich auch mal nach dem Schweißgerät. Dazu aber später.
Los ging es mit der hinteren Bremse.
Die Scheiben sind dünn und ranzig, die Beläge runter und die Handbremse funktioniert sowie nie wirklich gut. Das ist aber eine Volvo-Krankheit.
Der ruhige Freitag wurde im Laufe des Tages immer unruhiger. Noch ganz ohne irgendwelche wilden Planungen, bin ich ganz normal in die Firma gefahren und habe mein Arbeitspensum etwas minimiert.
Recht früh entwickelte sich dann die Idee, abends noch beim Lüneburger Volvo-Stammtisch rein zu schauen. Dann kam mir dann ganz spontan die Idee, gleich die Winterräder runter zu schrauben.
Weil so völlig ungeplant kam, war natürlich keine Bühne frei und so ging´s vorm Tor mit dem Wagenheber zur Sache.
Der Start in den gestrigen Freitag verlief leider völlig anders als gedacht. Mein Volvo machte Zicken oder besser gesagt er machte fast gar nichts.
Der Dreh am Zündschlüssel brachte zwar den Anlasser kraftvoll zum Drehen, aber jegliches Anzeichen einer Verbrennung in den Brennräumen unterblieb. Nun kenne ich meinen Volvo ja Recht gut, aber wenn man denn so ganz ohne Werkzeug und ohne Prüflampe vor der geöffneten Motorhaube steht, fehlen einem schnell weiter Möglichkeiten.
Offensichtlich war nichts erkennbar. Was soll da auch über Nacht passiert sein. Am Abend zuvor lief er ja noch völlig normal. Die Spritpumpe lief auch hörbar an. Nachdem ich alle Sicherungen einer optischen Kontrolle unterzogen und an einigen Relais gewackelt hatte, habe ich dann doch mal beim ADAC angerufen. Irgendwie musste es ja weitergehen.
Natürlich habe ich in der Zwischenzeit weiter nach dem Fehler gesucht. Was merkwürdig war, ich konnte an der Diagnosebox vorne im Motorraum nur das Steuergerät der LH-Jetronic ausblinken. Da war kein Fehler hinterlegt. Das Zündsteuergerät lies sich überhaupt nicht ausblinken. Da hatte die LED in der Diagnosebox überhaupt keine Funktion. Sie leuchtete nicht einmal beim Betätigen des Prüftasters.
Kurz darauf trudelte dann auch schon der Mann in Gelb ein. Das ging mal wieder erstaunlich flott. Ich habe ihm kurz das Problem geschildert und er hat dann selber mal am Zündschlüssel gedreht. Zack, da sprang der Motor auf Schlag an.
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