Schlagwort Archiv: Kolbenringe

Neue Kolben einbauen

Ist ja eigentlich logisch was direkt nach dem Honen passiert. Die neuen Flachkolben haben Einzug in den Block gehalten.

Mit reichlich Rostlöser hatte ich ja Tags zuvor schon die Honrückstände aus den Zylindern gespült. Das konnte über Nacht schön abtropfen.

Zylinder-reinigen

Im letzten Durchgang habe ich die Zylinder mit Putzpapier an einem Holzstab ausgewischt. (mehr …)

Saisonbilanz 2012 – ´76er VW Passat L

Der Rückblick meines Rallye-Passat hat in der Erstellung etwas mehr Zeit in Anspruch genommen. Daher kommt der, chronologisch außer der Reihe, erst jetzt.

Gleich in der ersten Januarwoche ging es mit Volldampf los.

Passat 32 Motorausbau

Der Motor bekam eine grundlegende Überholung. (mehr …)

1000 km – Jetzt mal andere Drehzahlregionen testen

Bereits am Mittwoch, auf dem Rückweg aus Garbsen, habe ich die magische 1000 km-Grenze hinter mir gelassen. Nach dem Honen der Zylinder und mit den neuen Kolbenringen hatte ich von meinem Motorinstandsetzter ja eine Auflage erhalten:
1000 Kilometer nicht über 3000 Umdrehungen und danach noch einen Ölwechsel.
Natürlich fiel mir das schwer und einige Male war ich sicher auch schon etwas drüber. Aber, zu meinem eigenen Erstaunen, habe ich mich wirklich zu 95 Prozent daran gehalten.

Jetzt ist es aber langsam an der Zeit auch mal in andere Drehzahlregionen vorzustoßen. Langsam stieß ich mal in die Bereiche vor, wo der Motor erst anfängt Spaß zu machen. Und das beginnt knapp unterhalb der 4000 1/min. Ab dieser Drehzahl machen sich die Nockenwelle und die zweite Stufe des Vergasers dann deutlich bemerkbar.

Irgendwann war dann mal der Zeitpunkt gekommen, das Gaspedal mal etwas länger ganz unten zu halten. Übertreiben wollte ich es natürlich noch nicht. Die erste Ausbeute sieht aber beeindruckender aus, als sie wirklich ist.

6500 Umdrehungen

Das der Tacho etwas voreilt, war mir bewusst. Aber über 40 km/h zu viel, ist natürlich schon etwas dick aufgetragen. Laut meinem Navi waren das in Wirklichkeit „nur“ 174 Km/h. Nur natürlich in Anführungsstrichen, denn angegeben ist er mit 145 km/h. Damit liege ich wohl ungefähr in der Leistungsregion, die ich mir auf dem Papier ausgemalt hatte. Der 85PS-Passat ist mit 170 km/h angegeben.

Viel beindruckender als die erreichte Marke, war der Weg dorthin. Ich will jetzt nicht sagen, daß man in den Sitz gepresst wird, aber der verbesserte Vortrieb war schon deutlich zu spüren.

Das dem Motor jetzt mal so langsam seine Leistung abgefordert wurde, konnte man dann auch gleich an der Öltemperatur feststellen.

Öltemperatur Passat 32 1976

Der Zeiger bewegte sich zum ersten Mal leicht über die 100°C. Das war allerdings immer noch nicht genug, um den Ölkühler mal zu in Anspruch zu nehmen. Der Ölstand zeigte sich bei der heimischen Kontrolldurchsicht unverändert.

Die nächsten Tage werde ich dann noch mal den auferlegten Ölwechsel vornhemen und mich ein wenig mit der Feinabstimmung von Zündung und Vergaser widmen.

Von Bosch Automotive Tradition habe ich mitterlweile die erbetenen Verstellkurven von unterschiedlichen Zündverteilern erhalten.

Verstellkurven Zündverteiler

Damit werde ich mich jetzt einmal auseinandersetzten und mir so meine Gedanken machen. So wie es aussieht ist der ZA-Verteiler gar nicht die schlechteste Wahl. Der unterscheidet sich in der Fliehkraftverstellung nur sehr wenig von dem sonst so gerne verbauten GTI/GLI-Verteiler. Noch interessanter scheint allerdings der Verteiler vom LT 25 zu sein. Den gab´s im Januar sozusgen als Entschädigung für die lange vergeblich Anfahrt von dem GLI-Anbieter. Damals habe ich mich noch drüber amüsiert. Einen LT-Benziner. Wo gibts denn sowas noch?
Wenn ich mir die Verstellkurve so angucke, könnte das ein wahrer Glücksgriff gewesen sein. Die Kurve steigt wesentlich steiler an und hat zum Ende hin auch noch 4° mehr Frühzündung, als die des GTI/GLI-Verteilers.

Ein weiteres äußerst interessantes Werk habe ich vom Oldtimertreffen in Braunschweig noch mitgebracht. Michael wollte es verkaufen und da habe ich gleich zugeschlagen.

VW Tuning So wird er schneller

„VW Tuning – So wird er schneller“ von Gert Hack

Von der Existenz dieses Buches habe ich natürlich schon mal gehört. Nur habe ich bisher noch nie mal einen Blick reinwerfen können. Ich hielt bisher immer für eine Anleitung für den Hobby-Tuner.
Da habe ich mich allerdings ganz gewaltig getäuscht. Ich bin wirklich fasziniert, wie sehr hier ins Detail gegangen wird. Detailierte Beschreibungen, teilweise sogar mit VW-Nummer für zu verwendende Alternativteile, machen das Buch wirklich äußerst interessant.

Was habe ich mir hier einen Wolf gerechnet um festzulegen wieviel Millimeter ich vom Block und vom Kopf abnehmen muß, damit ich auf meine gewünschte Verdichtung kommen. Wird hierdrin alles genau beschrieben. 0,1 mm vom Kopf bringt soviel und 0,1 mm vom Block bringt soviel. Toll!

Aber wenigstens weiß ich jetzt, daß ich kein Blödsinn ausgerechnet habe. Ist doch auch was.

Wer sich auch nur im geringsten für die Optimierung von Motor, Bremsen und Fahrwerk interessiert sollte mal ein Blick reinwerfen. Es lohnt sich wirklich. Es gibt wohl verschiedene Ausgaben. Wenn ihr etwas über die ersten wassergekühlten VW´s sucht, achtet drauf, daß vorne die Einser-Modelle auf dem Umschlag sind.

Wasser marsch!, Feuer frei! und Prost!

passat_32_1976_lüfterblech

Gestern vormittag habe ich endlich meine langersehnte Lieferung erhalten. Das Lüfterblech für den Kühler und die Ölkühlerhalter sind zurück vom Pulverbeschichten.

passat_32_1976_lüfterblech

Damit war meine zunächst angedachte Tagesplanung natürlich sowas von hinfällig. Alles andere abgesagt bzw. verschoben und ab in die Werkstatt zum Endspurt. Endlich Kühlwasser auffüllen und den ersten richtigen Probelauf durchziehen.

Ich habe mich mittlerweile entschloßen den Messingkühler nicht wieder zurück ins Regal zu legen. Vielleicht hat er ja tatsächlich eine etwas bessere Kühlleistung.

passat_32_1976_Kühler

Also die ganzen Kühlerpappen und den Thermoschalter vom alten Kühler umgebaut. Das Lüfterblech mit dem Lüftermotor und dem Gummilappen bestückt und dann beides zusammengeschraubt.

Dann die ganze Einheit ins Fahrzeug. Unten festgeschraubt, Thermoschalter angeschloßen und unteren Kühlerschlauch ran.

passat_32_1976_Kühlerschlauch

Oben und seitlich befestigt, oberen Kühlerschlauch ran und ab zu Teil 1 der Überschrift: Wasser marsch!

passat_32_1976_wasser_marsch

Jetzt stand dem ersten längeren Testlauf nur noch der Stecker des Lüftermotors im Weg. Der alte Kabelbaum und der stärke Lüftermotor wollten nicht so recht zueinander passen.

passat_32_1976_stecker_lüftermotor

Ich hatte jetzt aber keine Lust mehr nach einem passenden Stecker zu suchen und habe die Kabelschuhe aus dem Steckgehäuse herausgeholt und sie erstmal so am Motor angeschloßen.

Jetzt wurde es Zeit für Teil 2 der Überschrift: Feuer frei!

Zunächst zickte er noch ein bisschen. Er ging immer wieder aus und ich mußte den Motor zunächst mit kleinen Gastößen am Leben halten. Wie schon vermutet, habe ich bei dem ganzen Gewurschtelt rund um dem Öldruckgeber, den Verteiler wohl etwas verdreht. Nach einer kleinen Korrektur gings dann aber los.

Noch einmal kurz die Zündung abgeblitzt, den Luftfilterdeckel rauf und dann hieß es: Prost!

Zur Feier des Tages habe ich mir ausnahmsweise wirklich mal ein Bierchen gegönnt. Kommt ja selten vor, aber gestern war mir einfach danach. Verständlich, oder?

Einen kleinen Wehrmutstropfen hatte ich dann aber doch noch zu verzeichen: Vorne an der Kopfdichtung hingen ein paar Öltropfen….

passat_32_1976_ölverlust

Allerdings entpuppte sich die Sache als nicht ganz so tragisch wie zunächst vermutet. Wie auf dem Bild, konnte man es auch in natura zunächst nur sehr schwer Eingrenzen. Das frische Öl erschwerte die Sache. Es kommt aber von weiter oben. Entweder der Nockenwellensimmering oder die Ventildeckeldichtung, die ich noch nicht erneuert hatte, sind schuld.
Wenn das alles ist, kann ich darüber nur lächeln. Daß bei so einem umfangreichen Projekt, irgendwo etwas nachgearbeitet werden muß, hatte ich eingeplant.

Das konnte mir den Tag aber natürlich in keinster Weise vermiesen.

Mächtig Druck an allen Fronten

stutzen_ölfilterhalter_passat_32_1976

Wie angekündigt absolvierte der überholte Motor gestern die ersten Runden. Zwar noch angetrieben vom Anlasser, war es aber so die erste Möglichkeit eventuelle Probleme zu entdecken.

Um loszulegen mußte der Ölkreislauf natürlich komplett verschloßen sein.

stutzen_ölfilterhalter_passat_32_1976

Die noch offenen Bohrungen habe ich mittels Blindschrauben dicht gemacht. In die beiden Anschlüße für den Ölkühler kamen entsprechende Einschrauber. Der Ölkühler ist noch nicht montiert und ich werde ihn wohl auch erst nach den besagten 1000 km in den Ölkreislauf einbinden. Also mußte ein Ölkühlerdummy her.

ölkühlerdummy_passat_32_1976

Dafür habe ich mir ein kurzes Stück Schlauch mit den passenden Verschraubungen pressen lassen. Der eine Anschluß sitzt jetzt allerdings genau vor dem Ansaugstutzen der Benzinpumpe. Da muß ich noch eine kleine Änderung einfließen lassen. Für´s gestrige Programm war das aber unerheblich.

riemenscheibe_passat_32_1976

Die Riemenscheibe an der Kurbelwelle mußte auch rauf. Sie hält den Zahnriemen auf dem Antriebsrad.

Dann kam die eigentliche Kraftquelle an ihren Platz.

anlasser_passat_32_1976

Die Kabel sehen noch etwas wüst aus. Da gehe ich aber noch mal bei.

Um die Umdrehungen auch an die Ölpumpe weiterzugeben, muß ein Verteiler in den Motor.

verteiler_ölfilterhalter_passat_32_1976

Ich habe da irgendeinen aus dem Regal genommen, hautsache wenig Geraffel dran.

Ohne Öl bringt die Ölpumpe aber auch keinen Druck.

motoröl_passat_32_1976

Dann noch den Öldruckschalter wieder in den Kopf und es konnte losgehen. Um beim ersten Anlaufen alles im Blick zu haben, habe ich mich entschloßen den Anlasser vom Motorraum aus zu starten.
Um dann aber auch mitzubekommen ob der Öldruck sich aufbaut, habe ich mir noch eine externe Öldruckkontrolleuchte verkabelt.

öldruckkontrolle_passat_32_1976

Satte 21 Watt aus eine alten Blinkleuchte sorgen für klar sichtbare Erkenntnisse.

Dann gings los. Die Ölpumpe und den Ölfilter hatte ich vor dem Anschließen des Dummyschlauch über dessen Anschlüße von oben mit Öl gefüllt.
Für diesen Moment habe ich mal wieder meine Kamera mitlaufen lassen. Der Film wird nach den ersten 25 Sekunden vielleicht etwas langweilig, aber es hat einen Grund warum ich den in dieser Länge zeige.

Er dreht ! Und Öldruck war schneller da als ich erwartet hatte. Was mich jedoch etwas stutzig macht: Nach dem Stillstand dauert es exakt eine Minute bis die Leuchte wieder mangelden Öldruck signalisiert.
Ich hab sowas noch nie bewußt beobachtet. Ich habe allerdings auch noch nie einen komplett frisch gelagerten Motor mit kaltem Öl gestartet, den Motor dann sofort wieder abgestellt und die Zündung wieder eingeschaltet. Nur so könnte man es ja sonst wahrnehmen.

Da das jetzt schon mal so schön geklappt hat, habe ich auch gleich noch die Kompression mal gemessen. Die Batterie war zwar etwas mau, die Kolbenringe haben sich sicher noch nicht endgültig an die Zylinderlaufbahn angepasst und der Motor war logischerweise noch kalt, aber trotzdem sollten sich eventuelle grobe Fehlfunktionen schon bemerkbar machen.

Auch davon gibt wieder ein kleinen Mittschnitt.

Ich finde man kann schon hören, daß der Anlasser etwas zu kämpfen hat. Ein gewisse Grundkompression sollte also vorhanden sein.

Hier das ungeschönte Ergebnis.

Kompression_2012_02_21_passat 32_1976

Was den 2. Zylinder ein Stück weiter auschlagen läßt, ist mir noch nicht ganz klar. Vielleicht habe ich diesen Kolben mit mehr Öl eingesetzt. Ich gebe aber auch noch nicht sehr viel auf die Werte. Der Motor ist kalt und dreht nur sehr träge durch.
Was sich jedoch jetzt schon sagen läßt. Alle Zylinder haben Druck. Und das nicht zu wenig.
Zum Vergleich mal habe ich ein altes Diagramm aus dem Jahr 2004 gefunden.

Kompression_2004_05_23_Passat_32_1976

Deutlich weniger. Und im Mai war es mit Sicherheit wärmer, der Motor war eingefahren und die Batterie sicher auch nicht so flau. Der Kopf war zu diesem Zeitpunkt aber auch schon um 0,5mm geplant.

Ich hoffe ich habe es nicht übertrieben…

Die Ölablaßschraube

ölablaßschraube magnet

„Die Ölablaßschraube fehlt noch, aber dazu gibt es die Tage noch eine kleine Extrastory.“
Das waren die letzten Worte in meinen Beitrag vom Dienstag. Warum ich hierzu noch einmal extra etwas schreibe, hat natürlich ein besonderen Hintergrund.

Auf jeden Fall bin ich seit gestern stolzer Besitzer einer neuen Ölablaßschraube.

ölablaßschraube magnet

“Na und?”, werdet ihr vielleicht sagen, “Das ist doch nichts außergewöhnliches.“
Doch, meine hat jetzt nämlich einen Magnet!
“Na und?”, werdet ihr vielleicht sagen, “Das ist doch auch nicht so außergewöhnlich.“
Und natürlich habt ihr recht!

Aber warum ich in den Motor jetzt eine Ablaßschraube mit Magnet einschraube, hat natürlich einen besonderen Grund.

Ich habe vom meinem Motorinstandsetzer nämlich eine Auflage mit auf den Weg bekommen:
Die ersten 1000km nicht über 3000 1/min drehen und danach unbedingt einen Ölwechsel machen!

Super! Da baut man den halben Winter an seinem Motor, damit hinterher etwas mehr Leistung an die Räder kommt und dann darf man das Ergebnis noch nicht einmal sofort testen.
1000km. Das ist die Häfte der durchschnittlcihen Kilometerleistung der letzten Jahre.

Ihr könnt Euch vorstellen, wie begeistert ich davon bin?

Kann also sein, daß ihr zu Anfang der Saison mal einen gelben Passat quer durch Deutschland schleichen seht. Die 1000km will ich natürlich so schnell wie möglich abgespult haben.

Die Erklärung für die Drehzahlbeschränkung ist aber einleuchtend:
Durch´s Honen und duch die neuen Kolbenringe wird es am Anfang etwas Metallabrieb geben. Um das einfach mal im Auge zu behalten, kommt da jetzt die Ölablaßschraube mit dem Magnet rein.

Kolben rein und Motor angefangen zu komplettieren

Kolbenspannband passat 32 1976

Obwohl das Wochenende gut vollgepackt war mit Terminen, habe ich am Sonntag doch noch ein wenig am Motor weitergemacht. Ich hatte mich am frühen Nachmittag mit Jörg aus Lübeck in der Werkstatt verabredet. Damit hatte ich wenigtens einen Grund noch mal aktiv zu werden.

Noch bevor Jörg eintraf habe ich eben die Kolben wieder in den Block eingesetzt.

Kolbenspannband passat 32 1976

Kolbenspannband angelegt und den Kolben anschließend mit leichten Schlägen in den Zylinder „gehämmert“.

Kolben passat 32 1976

Den kompletten Arbeitsschritt gibt es auch wieder als kleines Video.

Ein zweites Video habe ich von der Montage der Pleuellagerböcke gemacht.

Danach konnte ich auch das erste mal sehen wie weit die Kolben nach oben gehen.

Kolbenhöhe pasat 32 1976

Die haben in OT noch bestimmt 1 mm Luft bis zur Blockoberkante. Da droht also keine Gefahr einer Kollision mit dem Kopf.

Ich konnte also bedenkenlos mit dem weiteren Zusammenbau weiter machen. Zunächst gab´s noch mal ein neues Pilotlager.

Pilotlager Ausbau passat 32 1976

Zum Ausbau habe ich wieder meine altbewährte Methode angewendet. Lager komplett mit Fett füllen und dann mit einem passenden Dorn und ein paar kräftigen Hammerschlägen das Fett verdichten, so daß es das Lager nach vorne ausdrückt. Ist so simpel und jedem Auszieher meilenweit überlegen.

Dann war erst mal Pause. Jörg stand vor der Tür. Er brauchte für seinen 33er, den er gerade frisch vom Lackierer zurückbekommen hat, noch ein paar Teile für die Komplettierung. Die waren zwar relativ schnell zusammengesucht, aber dann haben wir noch eine ganze Zeit lang gequascht. So viel Zeit muß aber sein.
Irgendwann mußte Jörg wieder los und ich habe noch ein Stündchen weitergewerkelt.

Jetzt gings an den neuen Ölfilterhalter. Hier war ich von Sören, der mir das Teil letztes Wochenende rumbrachte, schon vorgewarnt worden. Wahrscheinlich wird der Ölfilter mit dem Motorhalter kollidieren.
Das tat er dann auch. Ist zwar nur minimal, aber die beiden Teile passen so nicht zusammen.

Ölfilterhalter passat 32 1976

Der Motorhalter war letzte Woche aber schon beim Pulverbeschichten. Den konnte ich also nicht mehr abändern. Und jetzt möchte ich die Flex da eigentlich auch nur sehr ungern ansetzten.
Ich muß also sehen, daß ich den Ölfilterhalter am Flansch etwas kürze.

Ölfilterhalter neu alt passat 32 1976

Im Vergleich mal die beiden unterschiedlichen Stärken der Flansche. Mal sehen ob ich jemanden finde, der mir vom oberen ca. 10mm abnehmen kann. Dann spar ich mir auch den Kauf längerer Schrauben.

Am Block habe ich dann noch die beiden Aufnahmeplatten für die Kurbelwellensimmeringe angeschraubt und die Antriebsräder für den Zahnriemen aufgesetzt.

Kurbelwellensimmering Passat 32 1976

Kurbelwellensimmering vorne Passat 32 1976

Die Ölpumpe hatte mittlerweile auch ihren Weg zurück gefunden. Die hatte ich einmal kurz geöffnet und für gut befunden. Hier gab es absolut keinen Grund ein neues Teil einzubauen.

Auf den beiden Bildern kann man übrigens auch gut erkennen, warum ich den Motor unbedingt seitlich am Motorständer montieren wollte und mir dafür extra einen Halter geschweißt habe.
Zum einen kann man so immer schön von oben Arbeiten und zum anderen wäre die hintere Seite des Motors sonst gar nicht zugänglich.

Irgendwann mußte ja mal was daneben gehen

lagerschalen kolbenringe passat 32 1976

Am Samstag sollte es an den Zusammenbau des Blocks gehen. Alle erforderlichen Teile dafür lagen parat.

lagerschalen kolbenringe passat 32 1976

Lagerschalen für Pleuel, Kurbel- und Zwischenwelle und die Kolbenringe.

Sinnvollerweise fängt man mit den Lagern der Zwischenwelle an. Die hintere der beiden Lagerschalen ist nämlich in den Tiefen des Blocks versteckt. Wenn die Kurbelwelle erstmal wieder drin ist, kommt man da ganz bescheiden ran.

lager zwischenwelle passat 32 1976

Die alte Schale war schon sichtbar abgenutzt. Unter Zuhilfenahme einer langen Eisenstange und einem Hammer war die dann auch schnell draußen.
Zum Einbau verwendete ich eine lange Gewindestange und entsprechende Scheiben.

lager zwischenwelle einbau passat 32 1976

Das vordere Lager hatte ich noch nicht angerührt. Das wollte ich im Anschluß machen. So umgehe ich der Gefahr, die neue Lagerschale beim hantieren mit der Gewindestange zu beschädigen.
Zur Probe wollte ich die Zwischenwelle jetzt trotzdem schon mal eben reinstecken. Das ging aber nicht. Schon die Verzahnung für den Verteilerantrieb bekam ich nur mit Mühe durch das hintere Lager. Die eigentliche Lagerstelle an der Welle paßte überhaupt nicht. Das Lager war zu klein.
Auch nicht mit leichten Hammerschlägen ließ sich die Zwischenwelle dazu bewegen ihren Platz einzunehmen. Was ist hier los?

Also die Lagerschale wieder raus und gemessen. Alte Lagerschale 42 mm, neue Lagerschale 41,5 mm. Das kann nicht passen. Aber wieso? Was läuft hier schief? Auf die Antwort bin ich gekommen als ich mir die neue Lagerschale noch mal genauer anschaut habe. Ganz unscheinbar stand da etwas auf der äußeren Fläche: SEMI

Und das bedeutet ich habe eine Lagerschale bekommen, die nach dem Einbau erst noch ausgedreht werden muß. Bestellt hatte ich aber ein Standardlager und da hätte dann STD draufstehen müßen.

Damit war der weitere Arbeitsablauf also erstmal gestoppt. Jetzt die Kurbelwelle und die Kolben einzubauen wäre kontraproduktiv.
Von den Anfangs gezeigten Teile habe ich dann nur noch die neuen Kolbenringe auf die Kolben gesetzt.

kolben passat 32 1976

Hier hatte ich mich im Vorwege zum Glück schon etwas schlau gemacht. In dem Kolbenringsatz waren die Ölabstreifringe in der dreiteiligen Ausführung enthalten und wie die montiert werden mußte ich mir auch erst erlesen.

kolbenringe passat 32 1976

Das ist wohl der aktuelle Stand der Technik und die Ringe sollen das Öl aus dem Brennraum wesentlich effektiver zurückhalten.

Obwohl ich die Problematik der abreissenden Schrauben der Wasserpumpen kenne, wollte ich es trotzdem versuchen nur das Pumpenteil zu erneuern.

wasserpumpe passat 32 1976

Nachdem dann aber auch fünf der sieben Schrauben abgerissen sind, habe ich endgültig kapiert, daß das wohl nicht mein Tag ist. Schnauze voll, Feierabend.

Motorblock ist zurück

Motorinstandsetzer

Kurz nach dem Hellwerden, gings gestern zu meinem Motormann nach Buxtehude.

Motorinstandsetzer

Block und Kolben waren abholbereit.

Motorblock geplant passat 32 1976

Wie angedacht ist er jetzt um 1mm Material erleichtert worden und die Zylinder wurden einmal durchgehont. Ich denke die Basis stimmt jetzt wieder. Ich bin mal gespannt ob und wenn wieviel die Kolben in OT oben herausgucken.

Die Kolben sehen auch wieder richtig frisch aus. Hätte ich vorher gewußt, daß er die gleich mitmacht, hätte ich mir meine Reinigungsversuche gleich sparen können.

Kolben gereinigt passat 32 1976

Die Enfernung der Ölkohle brauchte allerdings seine Zeit. Über 1 Stunde mußte mein Instandsetzer die Kolben im Ultraschallbad lassen. Hat sich aber gelohnt.

Bedarfssynchron kamen heute dann auch noch die neuen Kolbenringe. Die habe ich mir auch wieder über ebay bestellt.

Kolbenringe passat 32 1976

Mein Motorinstandsetzer hatte noch mal sein Lager durchforstet, wurde aber für diese doch sehr speziellen Ringe leider nicht fündig. Er hätte sie mir zwar bestellen können, aber er hätte im Einkauf schon mehr bezahlt, als ich für den Satz inkl. Versand jetzt hingelegt habe.

Es kann jetzt also langsam an den Zusammenbau gehen.

Zylinder vermessen, Kolbenringe abgenommen und ab zum Motorinstandsetzer

Kolbenringe passat 32 1976

Weiter gehts mit der Motorüberholung. Als erstes standen gestern die Kolben auf dem Programm.

Kolbenringe passat 32 1976

Zunächst nahm ich mal die Kolbenringe ab. Die kommen auf jeden Fall neu. Nach über 100.000 km sind die reif fürs Altmetall.

Dann startete ich mal meine persönlich Testreihe in Sachen Ölkohleentfernung.

kolben reinigung passat 32 1976

Als Testflüssigkeiten nahm ich Terpentinersatz, Petroleum und Kaltreiniger. Jeweils ein Kolben kam in einen Becher und sollte darin etwas einweichen. Von zu Hause hatte ich mir noch Backofenreiniger mitgebracht. Leider kam aus der Dose nichts mehr raus, obwohl sie bei weiten noch nicht leer war. Stand wohl doch schon zu lange herum.

Während die Kolben jetzt schön einweichen konnten, gings weiter mit der Vermessung der Zylinder. Mal sehen ob es überhaupt noch Sinn macht diesem Block weiter zu verwenden.

bügelmeßschraube 75mm

Welch ein Zufall. Das Prüfmaß zum Justieren der Bügelmeßschraube war exakt 75mm lang. Das ist genau der Bohrungsdurchmesser des 1,3er-Motors.

Abgleich innentaster 75mm

Nachdem das Maß an der Bügelmeßschraube eingestellt war, mußte ich noch die Skala des Innentasters darauf abgleichen.

Dann gings ans Objekt. Jeder Zylinder einmal oben, mittig und unten und jeweils längs und quer vermessen.

zylinder vermessen passat 32 1976

Das Ergebnis war zwar nicht optimal, aber besser als ich nach den Blick auf die Laufflächen erwartet hatte.
Hier mal die abgenommen Maße in einer Übersicht.

messprotokoll zylindervermessung passat 32 1976

Das maximale Verschleiß liegt somit bei 3/100 mm. Es sind auch keine außergewöhnlichen Kanten oder Sprüngen festzustellen gewesen. Alles sehr gleichmäßig. Das könnte also noch klappen.

Da ich den Kolben noch ein bisschen Zeit zum Einweichen geben wollte, habe ich mich in der Zwischenzeit mal damit beschäftigt die ganzen Dichtflächen am Block zu säubern.

luftschleifer

Wenn es dieses Teil nicht schon geben würde, müßte es erfunden werden. Ich möchte den Koffer nicht mehr missen. Ein kleiner handlicher Luftschleifer mit allen erdenklichen Schleifaufsätzen. Die besten sind aber diese bürstenartigen Kunststoffaufsätze. Die holen alte Dichtungreste ganz problemlos runter und sind dabei absolut schonend zur Dichtfläche.

Das Ergebnis ist ein fast polierte Oberfläche.

Dichtfläche Ölwanne Passat 32 1976

Bei einem Blick auf die Uhr stellte ich danach fest, daß ich ja noch richtig gut in der Zeit liege. Wenn ich mich ein wenig beeile schaffe ich es sogar noch zu meinem Motorinstandsetzer.
Also wurde das Einweichen der Kolben nach knapp 2 Stunden einfach abgebrochen. Was nützt es mir wenn die Kolben sauber sind, aber irgendetwas die Weiterverwendung verhindert. Das soll doch lieber erst mal der Fachmann ein Auge drauf werfen.

kolben gereinigt passat 32 1976

Einer Unterschied in der Reinungswirkung konnte ich aber trotzdem schon deutlich festellen. Klarer Sieger ist der Kaltreiniger (rechts), danach folgt der Terpentinersatz (links) und den letzten Platz belegt der Kolben aus dem Petroleumbecher in der Mitte.

Also den Block und die Kolben ins Auto und ab zum Motorinstandsetzer.

Motorverladung passat 32 1976 volvo 940

Den habe ich dann zum Glück auch noch angetroffen. Seine erste kurze Bilanz fiel ebenfalls besser aus als befürchtet. Meine Messung der Zylinder hat er noch mal kurz mit seiner eigenen Uhr überprüft und für´s erste bestätigt. Der Block wirft wohl kein Problem auf. Er will das aber noch mal nachmessen wenn der Block Raumtemperatur angenommen hat. Die Kolben machen für ihn auf den ersten Blick auf einen vernüftigen Eindruck. Er will sie sich heute aber auch noch mal genauer anschauen und auch hier mal die Maße nehmen. Ich bin auf das Ergebnis gespannt.

Wenn alles glatt geht, wird er den Block dann um 1mm planen. Als ich ihm diesen Wunsch mitgeteilt habe, sagte er nur: „Du wirst auch nie erwachsen!“ Ich glaube sowas sagte er auch schon vor 12 Jahren, als ich den Kopf zum ersten Mal zum Planen bei ihm hatte und ich hoffe er behält recht. 😉

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