8. ADAC Drostei Classic – Rückblick

Das die diesjährige Drostei-Classic kein Zuckerschlecken wird, war uns spätestens klar nachdem wir einen Blick auf die Starterliste geworfen hatten. Das Feld war relativ klein, ich glaube am Ende waren es gerade mal 53 Fahrzeuge die an den Start gingen. Und das hat einen ganz einfachen Grund: Für Sonntagsfahrer ist das nichts!
Hier treffen sich eher die Cracks, die diese Art von Veranstaltung kennen und das teilweise schon seit Jahrzehnten machen. Das merkt man dann auch am Teilnehmerfeld. Fast die Hälfte fährt in den sportlichen Klassen.
Insgesamt wurden 10 Klassen ausgeschrieben, je nach Baujahr 5 sportliche und 5 touristische.
In unserer Klasse, die traditionell zu den stärker frequentierten gehört, gingen damit gerade mal 15 Fahrzeuge an den Start. Bei einem Blick auf die Gesamtwertung des Classic Cup Nord wurde uns dann doch etwas mulmig. Es waren wohl gerade mal zwei Teilnehmer die in dieser Liste hinter uns standen. Das kann ja heiter werden!

Heiter wurde es dann auch. Zunächst einmal aber von oben. Es wurde eine Hitzeschlacht bei Mittagstemperaturen so knapp unter 30°C. Man fragte sich, wer da eigentlich besser dran war. Die Cabrio- und Roadster-Fahrer mit ordentlich Wind um die Nase. Ohne Dach, aber dafür mit voller Sonneneinstrahlung oder die normalen Fahrer die zwar nicht die direkte Sonne abbekamen, dafür aber auch nur durch die runtergekurbelten Fenster für etwas Abkühlung sorgen konnten?

Den besten Platz hatte wohl die Besatzung eines alten Ford-Jeeps: Ein leichtes Stoffverdeck und keine Türen. In dieser Klasse wohl die eindeutigen Gewinner.

Der eindeutige Verlier in dieser Wertung: Die Alpine A310. Heckmotor, der von Haus aus schon seine Abwärme dem Innenraum zukommen lässt., zusätzlich aber auch noch das heiße Kühlwasser durch die Rohre im Mitteltunnel nach vorne zum Kühler jagt. Prima Fußbodenheizung.

Los ging’s wie immer mit Frühstück, Fahrerbesprechung und Ausgabe der Fahrtunterlagen.
Diesmal hatten wir nicht viel Zeit. Wir hatten die Startnummer 11.

Noch ein kurzer Blick durchs Fahrerlager. Irgendwie sieht man es den meisten Fahrzeugen an, daß sie regelmäßig auf solchen Veranstaltungen anzutreffen sind.

Drostei Classic 2013

Mitunter sind es zwar nur Kleinigkeiten, die sich von der nomalen Oldtimerei abheben.

Drostei Classic 2013 Start

Sehr verbreitet sind zum Beispiel zusätzliche Scheinwerfer. Da nehme ich mich ja nicht aus.

Drostei Classic 2013 Starterfeld

Zum Einsatz kamen sie heute allerdings bei keinem. Alle waren vor Anbruch der Dunkelheit wieder zurück.

Unsere Startzeit war um 9:41 Uhr. Bis zur ersten ZK waren es 15 Kilometer. Zeit dafür 25 Minuten. Macht einen Schnitt von 36 km/h. Hört sich nicht viel an und kann man auf Landstraßen und Autobahnen auch sicher nur müde drüber lächeln. Nicht so aber auf kleinen Nebenstraßen, Plattenwegen oder gar Schotterpisten. Wenn man mal einen Kilometer durchgängig auf einer Straße geblieben ist, war das schon viel und irgendwie bekam ich dann auch immer so ein merkwürdiges Gefühl. Es sollte mich oftmals auch nicht täuschen. Es ist uns nicht nur einmal passiert, daß wir den Abzweig in einen kleinen Seitenweg verpasst haben. Das bedeutet umdrehen, zusätzliche Meter abspulen und danach noch etwas mehr auf die Tube drücken.

Dabei gilt es dann immer noch die ganzen Stummen Kontrollen zu finden und auf der Bordkarte zu notieren.

Stumme Kontrolle

Gearde in den Passagen wo sich Schatten und Sonne abwechselten, war es nicht einfach jedes Schild aufzuspüren. Da war keine Zeit um sich die Landschaft anzugucken. Insgesamt hatten wir auf unserer Bordkarte alleine bis zum Mittag knapp sechszig Zahlen stehen. Das ist eine Hausnummer. Langeweile war Fehlanzeige. Volle Konzentration für Fahrer und Beifahrer. Obwohl die Stummern Kontrollen ja eher was für mich waren, Peter hatte nur wenig Zeit um überhaupt mal aus dem Fenster zu gucken. Er hing fast nur mit der Nase über den Kartenausschnitten um den richtigen Weg zu finden. Nebenbei noch noch so Kleinigkeiten wie Überlappungen in den Auschnitten zu lokalisieren und mit der Lupe nachzusachauen ob die Wege auch wirklich zweistrichig in der Karte Markiert sind. Denn nur zweistrichige Wege dürfen befahren werden.

Exemplarisch dazu mal den Scan einer DIN A4-Seite aus dem Bordbuch.

Drostei Classic 2013 Bordbuch

Und als Beispiel für die kleinen „Gemeinheiten“ mal zwei vergrößerte Ausschnitte aus den Skizzenteilen 10 und 11. Die Skizzenteilen sind der Reihe nach abzufahren.

Drostei Classic 2013 Skizze

Seht Ihr die kleine Überlappung der roten Striche. Der Strich am Ende von Skizze 10 endet kurz hinter dem eingezeichneten Baum, während der Strich am Anfang von Skizze 11 genau an dem Baum beginnt. Also eine Überlappung! Somit ist erst die Skizze 10 komplett zu Ende zu fahren und erst dann mit der Skizze 11 zu beginnen. Man muß also in dem kleinen Dreieck ein kleine Ehrenrunde drehen um nach Ende des einen Strichs wieder zum Anfang des ersten Strichs zu gelangen. Natürlich stand genau hier eine Stumme Kontrolle, die somit zweimal nacheinander auf der Bordkarte eingetragen werden mußte. Es war die 70, die bereits in der Mittagspause bei einigen ungläubiges Entsetzen in die Gesichter zauberte. Auf Nachfrage beim Fahrtleiter wurde die Überlappung bestätigt. Wir hatten sie erkannt!

Drostei Classic 2013 Mittag

Mittagspause war dann bei der Freiwilligen Feuerwehr in Westerhorn. Die hatten extra ihre beiden Einsatzfahrzeuge aus den heiligen Hallen gefahren. Somit konnte man wenigstens während der Mahlzeit mal kurze zeit etwas Schatten erhaschen. Es gab deftigen Eintopf. Der kam nicht bei allen so gut an. Ganz ehrlich. Es sind nicht alle Veranstaltungen gleich und das macht gerade den besonderen Reiz dieser Serie aus. Die eine biete etwas mehr drumherum und hat vielleicht auch etwas hochwertigeres Essen. Aber dafür war die Drostei-Classic auch 25,- Euro günstiger, als zum Beispiel die Niederlebe Classic am letzten Wochenende oder die Heide-Histo nächste Woche. Und mit 25 Euro pro Team hat man dann auch schon ganz andere Möglichkeiten. Dann schafft es auch nicht jeder Veranstalter noch ein paar Sponsoren mit ins Boot zu ziehen. Sicher auch eine Sache, die man nicht vergessen darf. Wir sind satt geworden und das ist doch die Hauptsache. Wenn ich schön Essen gehen will, suche ich mir dazu bestimmt keine Oldtimer-Rallye als Ziel aus.

Während der Mittagspause werden natürich auch immer erste Erfahrungen mit den anderen Teilnehmer ausgetauscht. Viele hatten die Vormittagskasrte bis auf ein Feld komplett gefüllt. Bei uns waren im Vergleich dazu ein paar Felder mehr leer geblieben. Man wird ein erstes mal unsicher. Obwohl wir ein gutes Gefühl hatten, gibt das natürlich zu denken.

Gleich gegenüber war auch gerade Siesta.

Mittagsruhe

Auch wenn der Vergleich bei der Bullenhitze nahe liegt, das waren alles Kühe.

Wir waren mit mit der Essensaufnahme schon durch und immer noch trudelten weitere Teilnehmer ein.

Drostei Classic 2013 Mittag Ankunft

Obwohl die Pause mit Vorzeit hätte angefahren werden können, zog sich das Feld ganz schön in die Länge. Ein Zeichen von einer nicht ganz einfachen Aufgabenstellung. Selbst als wir nach dem Mittag wieder auf die zweite Etappe gingen kamen uns noch Teilnehmer entgegen. Bei 60 Minuten Mittag und 53 Startern kann das eigentlich nicht sein.

Es ging direkt zur zweiten SP. Die klappten diesmal durch die Bank ganz hervorragend. Alle Zeitnahmen lagen deutlich unter einer Sekunde Abweichung. Bis auf eine am Vormittag. Die lag ganau bei 1,0. Eigentlich auch gar nicht so schlecht, aber ich habe die Lichtschranke dabei überhaupt nicht ausgelöst! Das hat für mich ein entgegenkommender Kleintransporter übernommen. Der fuhr unmittelbar zu dem Zeitpunkt durch die Lichtshranke, wo ich sie hätte passieren müssen. Zu dem Zeitpunkt wo ich dann durch bin, war sie aber immer noch durch den Transporter verdeckt. Die Lichtschranke hat also meine Zeit gar nicht erfassen können. Da wurde im Nachwege aber kulant geregelt. Peter hatte das Ereignis beim Mittag bereits gemeldet und man einigte sich im Ziel auf den Mittelwert aller von uns erzielten Zeiten: 0,3 Sekunden.

Die Zeiten spielten bei dieser Rallye sowieso nur eine untergeordente Rolle. Für eine fehlende Kontrolle gab es 5 Punkte. Um die beiden Zeitnahmen zu erhalten muß man schon ganz schön daneben liegen. Pro Sekunde gibts dafür ja nur einen Starfpunkt.

Auf der Mittagsetappe waren auch noch wieder eine Reihe kleiner Kinken zu bewältigen. Rechts oder links?

Rechts oder links

Diese Frage stellten sich zum Glück nicht nur wir. 😉

Um 16:36 Uhr war das Ziel dann erreicht.

Drostei Classic 2013 Ziel

Die Stimmung war gut. Nicht nur bei diesen Jungs. Auch bei uns. Wir hatten unser Bestes gegeben, waren aber nach den Gesprächen in der Mittagspause doch schon gespannt wo wir letztendlich gelandet sind. Bei vielen Rallyes kann man das eigentlich ganz gut abschätzen, hier ist das absolut nicht möglich. Dazu sind die ganzen Aufagben einfach zu komplex.

Im Ziel kam es dann zunächst zu einer wirklich lustigen Begegnung. Wir hatten gerade ein schattiges Plätzchen für unseren Wagen gefunden und sortierten die ganzen Unterlagen ein wenig. Was erspähen da meine Augen. Läuft da doch ein Typ mit drei gefüllten Bierkrügen über den Platz. „Ich will auch eins“, schrie ich durchs Seitenfenster. Erst da habe ich realisiert, daß er dirket auf uns zukam und mir dann nur kurze Zeit später einem Krug durchs Fenster hielt.
„Bitte“ – „Danke! Was kriegst Du dafür?“ – „Nichts! Ich kenn Dich!“

Nu war ich erst mal fertig. „Ich bin Kuddl und ich bin Stammleser vom OST-Blog.“

Das er mitunter schon mal einem Kommentar hinterlassen hat, war mir bewußt, auch das er irgendwie aus dieser Ecke stammt, hatte ich dabei schon vermutet. Nur wer wirklich dahinter steckt war mir bisher nicht klar. Er hatte gelesen, daß wir die Drostei-Classic fahren und hat sich kurzerhand einfach mal auf dem Weg gemacht. Tolle Idee! Besonders toll finde ich es natürlich wenn ich auch mal wieder ein Gesicht zu einem Namen bekomme. Und die Idee mit dem Pils war sowieseo unschlagbar! Prost Kuddl!

Wir haben uns dann noch eine ganze Zeit unterhalten bis wir uns so langsam mal den Ergebnisaushängen widmen mußten. Das zog sich dann allerdings doch noch etwas.

Drostei Classic 2013 Fahrtleiter

Zeit noch mal ein paar Worte direkt mit dem Fahrtleiter und Organisator zu wechseln. Harald machte die Runde und beantwortet geduldig jede Frage. Das ist ein toller Zug gewesen.

Zwischenzeitlich hingen auch die Ergebnisse von Bordkarte 1 und alle Sollzeitprüfungen aus. Wir blieben unserem 0,3er Schnitt treu. Insgesamt 1,8 Sekunden Abweichung bei sechs Zeitnahmen. Nicht schlecht!

Als Peter mir dann das Ergebniss der ersten Bordkarte mitteilte, war ich dann etwas ungläubig. Null Punkte! Damit hatte ich im Leben nicht gerechnet. Upps! Was wird das denn jetzt. Das haben überhaupt nur ungefähr 12-13 Teams geschafft. In unserer Klasse wohl nur drei. Das kann ja heiter werden.

Die Ergebnisse der zweiten Bordkarte brauchten dann noch etwas. Ganz so glatt ist es hier nicht für uns gelaufen. Insgesamt drei Fehler, also 15 Strafpunkte. Aber alles ist gut. wenn man bei solch einer schwierigen Veranstaltung ein paar Punkte sammelt, kann ich gut damit Leben. Das kann passieren.

Was bedeutet das jetzt in der Endabrechnung? Ein irrer 4.Platz in der Klasse.

Drostei Classic 2013 Pokal

Dafür gab´s dann auch wieder etwas um die Katzentreppe sinnvoll zu nutzen. Auf der Plakette steht zwar nur „Ehrenpreis Toruristisch“, durchnummeriert sind nur die ersten drei Plätze, aber damit haben wir nicht zu Beginn, nicht während und auch nicht nach der Rallye gerechnet. Absoluter Wahnsinn. Zu einem Pokal mit Platzangabe, also dem 3.Platz, fehlten am Ende gerade mal 0,2 Sekunden.

Irgendwie war die Stimmung auf der Heimfahrt viel entspannter, als bei der Rücktour aus Stade. 😉

Obwohl ich das jetzt gar nicht mal nur an diesem komischen Blechbempel festmachen will. Irgendwie lief der Tag rund, wir waren gut eingespielt und es flutschte. Mit so einem guten Ergebniss hätten wir beide nicht gerechnet, waren aber trotzdem zu keiner Zeit genervt oder verärgert. Es passte irgendwie alles. Für uns war es eine tolle Veranstaltung, die wir rundum genossen haben.

Sogar die Ergbenislisten sind schon online: Ergebnisse Drostei 2013

Ein kleines Video gibt es natürlich auch wieder. Ich habe diesmal extra mal etwas längere Passagen bis zur Mittagspause zusammengeschnitten. Ich denke man kann dann schon sehen, daß das diesmal keine Kaffeefahrt war.

2 Kommentare

  1. Kuddl

    Das Bier hattet ihr euch doch redlich verdient!

    Außerdem hätte ich es nicht übers Herz gebracht mit einem Halben in der Hand rum zu schnacken, während ihr beide mit einem labberigen Begrüßungssekt in der Hand im kochend heißen Wagen sitzt!

    Gruß
    Kuddl

    Antworten
  2. Stefan

    Hallo!
    Herzlichen Glückwunsch zum Vierten (in der Klasse)!
    Spätestens im nächsten Jahr fahrt ihr um die oberen drei Plätze , sollst mal sehen.

    Soso, Bier also, hab ich ja in WOB alles falsch gemacht. ^^ Bier hätt ich ausgeben sollen, und nicht Schmotze. Obwohl, in WOB wars ja nicht wirklich Bierwetter, nicht?
    Gruß Stefan

    Antworten

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